So geht es jetzt weiter

Lockerungen in Hamm: OB Marc Herter über Öffnungsschritte - Tierpark-Besuch mit Termin?

Oberbürgermeister Marc Herter äußert sich unter anderem zur Öffnungsperspektive für den Tierpark.
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Oberbürgermeister Marc Herter äußert sich unter anderem zur Öffnungsperspektive für den Tierpark.

[Update] Nach dem Bund-Länder-Gipfel, bei dem eine Öffnungsstrategie als Ausweg aus dem aktuellen Corona-Lockdown beschlossen wurde, hat sich Hamms Oberbürgermeister Marc Herter zu den Ergebnissen geäußert.

Hamm - „Das ist sehr, sehr kompliziert geraten, was die Kollegen da beschlossen haben und wenig geländegängig für den Normalverbraucher“, sagte Marc Herter am Morgen in Hamm. “Ich bin offen gestanden aber froh, dass es genau so nun konstruiert wurde. Das ist ein Richtungswechsel weg vom Schließen und geschlossen halten hin zum Öffnen, ohne an der Inzidenz zu kleben.“ (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.397 (2016)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwochabend nach einer Acht-Stunden-Sitzung einen konkreten Plan für die kommenden Wochen und Monate bekannt gegeben, der ein Stufenmodell als Kern hat. Demnach ist der Lockdown zwar formal erst einmal bis zum 28. März verlängert, lokal können aber ab stabilen Inzidenzwerten von unter 100, unter 50 und unter 35 Lockerungen erfolgen. Die genauen Regelungen finden Sie in einem separaten Text zu diesem Thema (hier klicken!).

Die Abkehr vom bisherigen Vorgehen sei richtig, betonte der OB. Den monatelangen „Jojo-Effekt“ abhängig ausschließlich von der Inzidenzzahl wolle keiner mehr. „Alle müssen sich darauf einstellen können, wie es weitergeht. Der Einzelhandel etwa muss verlässlich Ware bestellen und Mitarbeiter beschäftigen können. Die nun beschlossene angezogene Handbremse, für die der Drei-Stufen-Plan steht, ist besser als die bisherige Notbremse.“

Corona in Hamm: Tierpark bleibt zunächst geschlossen

Weitere Schulöffnungen für Klassen in Hamm abseits der Abschlussjahrgänge an weiterführenden Schulen sowie Grund- und Förderschulen, seien nun in Reichweite. „Ich glaube, dass das der nächste Schritt sein wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fußpflegen öffnen dürfen und die Schulen nicht“, sagte Herter.

Der Tierpark, für viele Familien nicht nur im ersten Lockdown eine wichtige Anlaufstelle, wird vorerst zwar nicht regulär geöffnet. Aber - und das ist neu - die Stadt will den Zutritt nach Terminvereinbarung „so schnell wie möglich“ ermöglichen. Ab einer gewissen Inzidenz sei das künftig möglich, ergänzte Stadtsprecher Detlef Burrichter am Morgen im Sinne Herters. Als Vorbild taugten die Erfahrungen der ersten Öffnungstage im Maxipark. Weitere Informationen dazu sollen im Tagesverlauf folgen.

Es liege nun an den Bürgern, wie schnell die weiteren Lockerungen - etwa der Wiederbetrieb der Außengastronomie oder Shopping ohne Termin - kommen. „Wir müssen uns weiter alle an die Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht halten. Die jetzt beschlossenen Schritte sind so etwas wie die Wurst an der Angel, die ausgeworfen wurde“, sagte Herter.

Corona in Hamm: Westfleisch-Cluster lässt Inzidenz klettern

Dass das aktuelle Ausbruchsgeschehen bei Westfleisch, durch das der Inzidenzwert zuletzt wieder knapp an die 100er-Grenze kletterte, die ersten Lockerungen in Hamm verzögern wird, glaubt Herter nicht. „Wir waren jetzt eine lange Zeit stabil unter 100. Ein solch punktuelles Infektionsgeschehen ist anders zu bewerten. Wir haben es inzwischen auch wortwörtlich eingehaust und 360 Menschen unter Quarantäne gestellt, damit sich das Virus aus dieser Gruppe heraus nicht mehr verbreiten kann.“

Dass auf Bundes- und Landesebene am Mittwochabend Fakten geschaffen wurden, bedeutet nun allerdings noch keine sofortigen Änderungen für Hamm. Erst muss die neu gefasste Landesverfügung im Laufe der nächsten Stunden oder Tage im Rathaus eintreffen. Am Donnerstag wird es Beratungen dazu geben, ob und wie die Allgemeinverfügung der Stadt dann angepasst werden muss.

An den Kontaktbeschränkungen für den privaten Raum wird sich allerdings auch danach nichts ändern. „Da haben Bund und Länder unser Modell übernommen. Ein Wegfall dieser Beschränkung ist erst ab einer Inzidenz von unter 35 zu erwarten“, sagte Herter.

Corona in Hamm: Bald mehr Schnelltests

Auch Schnell- und Selbsttests auf das Coronavirus sind ein wichtiger Bestandteil der Öffnungsstrategie. Noch sind bundesweit aber nicht genug dieser Tests vorrätig, um sie großflächig einzusetzen. „Da war ich ehrlich gesagt genauso erschüttert wie jeder andere, der das gehört hat“, sagte Herter. In Hamm werde nun gemeinsam mit den Apothekern und den Schnelltestzentren alles dafür getan, die Kapazitäten schnell und deutlich zu erhöhen. Herter forderte darüber hinaus, dass die Schnelltestzentren endlich mit in die Abrechnungsstruktur der Kassen kämen, sodass dort auch Test-Gutscheine eingelöst werden könnten.

Corona-Gipfel: Die Beschlüsse im Überblick

  • Tests für alle: Ab dem 8. März soll sich jeder Bürger einmal wöchentlich testen lassen können - die Kosten übernimmt der Bund. Testzentren sollen vor Ort eingerichtet werden. Eine Task Force soll sich um die Beschaffung der Corona-Schnelltests kümmern.
  • Impfungen: Fach- und Hausarztpraxen sollen spätestens ab Anfang April in die Impfstrategie eingebunden werden.
  • Homeoffice: Die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten wann immer möglich das Arbeiten daheim zu erlauben, soll bis zum 30. April verlängert werden.
  • Öffnungen: Ab Montag, 8. März, dürfen Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sowie der Einzelhandel des täglichen Bedarfs öffnen. Bei größerer Ladenfläche sind mehr Kunden erlaubt. In manchen Bundesländern gibt es solche Öffnungen bereits. Körpernahe Dienstleistungen wie etwa Massagen sollen wieder erlaubt werden. Was genau gemeint ist, kann sich von Land zu Land unterscheiden. Auch der Unterricht in Fahr- und Flugschulen soll wieder losgehen. Kunden müssen einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorweisen, falls sie bei ihrem Termin die Maske nicht aufbehalten können (zum Beispiel bei Kosmetik oder Rasuren).
    Der nächste Öffnungsschritt darf bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner erfolgen - und zwar landesweit oder regional im Einzelhandel, Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten und Gedenkstätten.
  • Kontakte: Ab Montag sind Treffen von bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. In Regionen mit einer Inzidenz von unter 35 können die Möglichkeiten zu privaten Zusammenkünften auf den eigenen und zwei weitere Haushalte mit zusammen maximal zehn Personen erweitert werden (Kinder nicht mitgezählt).
  • Sport: Bei einer Inzidenz unter 50 ist Sport in Gruppen von bis zu zehn Personen im Außenbereich erlaubt. Sollte es eine stabile oder sinkende Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 geben, kann „Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ ermöglicht werden.

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