Der Impf-Überblick

Corona in Hamm: 227 Personen trotz Impfung infiziert, „Schleicher“ aus anderen Städten

88.932 Erst- und Zweitimpfungen sind bislang in Hamm registriert worden (Symbolbild).
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88.932 Erst- und Zweitimpfungen sind bislang in Hamm registriert worden (Symbolbild).

In Hamm wird nach wie vor im Eiltempo gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfaktion im Hammer Norden zog sogar „Impfschleicher“ aus anderen Städten an. Unterdessen wird bei den Hausärzten der Impfstoff knapp. Und bei der Stadt sind mittlerweile 227 Fälle bekannt, in denen sich Menschen trotz Impfung ansteckten. Der Impf-Überblick.

592 Bewohner aus den Großwohnanlagen im Hammer Norden haben am Samstag bei der vorgezogenen Sonderaktion der Stadt Hamm eine Impfung mit dem Impfstoff Astrazeneca erhalten. Die Aktion hatte sich offenbar bis weit über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen. Wie die Stadt mitteilte, seien auch Personen etwa aus Gütersloh und selbst aus Niedriginzidenzgebieten wie Münster in die Impf-Praxis im Hammer Norden gekommen. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.111 (2019)

Corona-Impfungen Hamm: Weitere Brennpunkt-Einsätze geplant

Diese „Impfschleicher“ - wie sie es in Einzelfällen übrigens auch im Impfzentrum Hamm gibt - seien aber „selbstverständlich“ abgewiesen worden. Die Aktion sei schließlich für die Bewohner in den ausgewiesenen Wohnanlagen bestimmt gewesen.

Weitere Impfungen im Umfeld anderer Groß-Wohnanlagen Hamms sind zwar bereits geplant, aber noch nicht terminiert. Hierfür ist die Freigabe der vom Land NRW am vergangenen Freitag zugesagten 951 Dosen Johnson & Johnson notwendig. Dazu hatte das Land ein Konzept von allen 15 landesweit beteiligten Kommunen bis zum heutigen Dienstag angefordert.

Das Konzept sei am Montag fristgerecht eingereicht worden, hieß es aus dem Rathaus. Eine Zusage für die Lieferung der 951 Dosen sei nach Prüfung des Antrags kurzfristig zu erwarten. Die Stadt habe um schnelle Zuteilung gebeten, um zeitnah weiter impfen zu können. Weitere Impfaktionen in Großwohnanlagen würden in Hamm dann sehr zeitnah folgen; man könne auch deutlich mehr als die 951 Dosen gebrauchen.

Astrazeneca-Impfstoff bei Hausärzten knapp

Alle wollen bekanntlich geimpft werden - und das möglichst schnell. Mit der Aufhebung der Priorisierung für den Astrazenca-Impfstoff hat auch in Hamm in der vergangenen Woche ein großer Run auf die niedergelassenen Ärzte eingesetzt. Die hatten über die Apotheken auch reichlich Impfstoff geordert, doch der ist – weil eben tausende Ärzte Astraeneca geordert hatten – am Ende doch wieder knapp geworden.

Ergo: Die Praxen werden zumindest in dieser Woche mit weniger Impfstoff als erwartet ausgestattet und müssen bereits vergebene Termine an Impfwillige wieder absagen. Das bestätigte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) am Montag auf WA-Nachfrage.

Corona-Impfung: 30-Prozent-Quote in Hamm deutlich überschritten

Das Phänomen betreffe alle Praxen geleichermaßen – egal ob in Hamm oder anderswo. „Wir müssen uns in Geduld üben und darauf warten, dass mehr Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte die KVWL-Sprecherin. Im Impfzentrum an der Friedensschule wird zurzeit übrigens überhaupt kein Astrazeneca verimpft. Alle Impfaktionen – insbesondere sind es Zweitimpfungen – könnten derzeit wie geplant stattfinden.

Dennoch kommt Hamm beim Thema Impfen weiter gut voran. 67.891 Hammer hatten mit Stand von Sonntagabend eine Erstimpfung erhalten. Die 30-Prozent-Quote ist damit nunmehr deutlich überschritten. Beim Impffortschritt gewinnt die Rolle der Hausärzte zunehmend an Bedeutung. 17.860 Erstimpfungen – rechnerisch mehr als jede vierte – wurden bislang von den niedergelassenen Ärzten vorgenommen. Umso bitterer ist die aktuelle Impfstoff-Knappheit.

88.932 Erst- und Zweitimpfungen sind bislang in Hamm registriert. Vollen Impfschutz haben mittlerweile 21.041 Personen aus Hamm. Auch hier haben die niedergelassenen Ärzte in der vergangenen Woche mächtig aufgeholt: 1.133 Zweitimpfungen wurden von ihnen verabreicht.

227 Menschen trotz Corona-Impfung infiziert

Auch der beste Impfstoff schützt unterdessen nicht immer davor, sich mit dem Coronavirus anzustecken oder es an andere Menschen weiter zu geben. Die Wahrscheinlichkeit und auch das Risiko für schwere Verläufe sinkt zwar immens, doch auch in Hamm gibt es inzwischen Menschen, die nach einer Impfung positiv getestet wurden.

Nach der ersten Impfung gab es bisher 155 bei der Stadt gemeldete Personen, die sich wieder infizierten. Dazu kommen 72 Personen, die nach beiden Impfungen infiziert waren. Eine Unterteilung nach Impfstoff gibt es dabei nicht. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt nach Angaben der Stadt zwischen 60 und 70 Jahren. Über schwere Verläufe oder Krankenhausaufenthalte ist nichts bekannt.

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