„Lässt für die Zukunft hoffen“

Impfeffekt wird deutlich: Leichte Verläufe auch bei Senioren trotz aggressiverer Corona-Variante in Hamm

Hamm: Impfzentrum Hamm, Innenaufnahme. Pariechan Suleyman, Medizinstudentin im 9. Semester hilft in den Semesterferien beim Impfen.
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Rund 17.500 Hammer haben ihre Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Hier hilft Pariechan Suleyman, Medizinstudentin im 9. Semester, in ihren Semesterferien.

Die Bundesregierung schlägt dumpfe Töne auf der Alarmtrommel, doch in Hamm bestätigt sich das Drohszenario nicht. Die britische Virusvariante ist zwar weiter auf dem Vormarsch, aber das war zu erwarten. Die Infektionsverläufe sind – entgegen der These der Kanzlerin – zumindest in Hamm nicht dramatischer als beim vorherigen Wildtyp.

Hamm – Wie Stadtsprecher Detlef Burrichter mitteilte, war am Montag bei zwei Dritteln aller 364 aktuell Infizierten die B.1.1.7-Variante des Coronavirus nachgewiesen – keiner dieser 233 Betroffenen lag im Krankenhaus. Apropos Krankenhaus: 22 Prozent der Infizierten mussten bei der ersten Welle vor einem Jahr stationär behandelt werden, am Montag waren es in Hamm 4,4 Prozent. Fernab vom Gipfel in Berlin gab es weitere Kunden, die eigentlich optimistisch stimmen sollten. (News zu Corona in Hamm)

StadtHamm
Einwohner179.916 (31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterMarc Herter (SPD)

Corona in Hamm: Leichte Symptome bei geimpften Infizierten

Ja, auf den ersten Blick klingt es beunruhigend: Wie bereits am Montagvormittag berichtet, waren Mitte vergangener Woche 21 Bewohner und sechs Mitarbeiter in vier Seniorenheimen infiziert. Nun wurde das Ganze präzisiert: Lediglich eine Person davon war nicht geimpft; 75 Prozent hatten die britische Mutante, bei den übrigen 25 Prozent ließ sich das nicht mehr nachweisen, da die Personen bei der Probennahme bereits nicht mehr ansteckend waren und keine Typisierung mehr vorgenommen werden konnte.

Die positive Nachricht: In allen Fällen sind die Verläufe harmlos und mit einem leichten Infekt vergleichbar. „Das lässt sehr für die Zukunft hoffen“, sagte auch Stadtsprecher Burrichter. Dies sei ein erster Anhaltspunkt, dass auch hochbetagte und geschwächte Menschen nach der Impfung gut vor der Briten-Variante geschützt seien.

Corona in Hamm: Impfungen laufen auf Hochtouren

So viel wie möglich zu impfen, bleibt in Hamm das Gebot der Stunde. Am Wochenende wurden – wie angekündigt – im Impfzentrum an der Friedensschule fünf Impflinien geöffnet. Rund 17.500 Hammer hatten bis Sonntagabend ihre Erstimpfung erhalten, weitere 3.750 haben bereits die Erst- und Zweitimpfung. Lediglich fünf Termine wurden am Wochenende von den Impflingen abgesagt oder verschoben. Das heißt weiterhin, dass auch unter Lehrern und Erziehern die Impfbereitschaft trotz der Astrazeneca-Debatte ungebrochen ist.

Über 80-Jährige, die erst im Laufe des Aprils ihren Erst-Termin haben, sollen nun vorgezogen werden. Zurzeit werde an einem entsprechenden Verfahren gearbeitet, hieß es aus dem Rathaus. Zudem kündigte die Landesregierung an, dass auch über 70-Jährige ab Anfang April geimpft werden sollen. Das Anmeldeverfahren ist aber noch nicht geregelt. Derzeit ist es noch zwecklos, sich um einen Termin zu bemühen oder bei einer Hotline nachzufragen.

Corona in Hamm: Einzelhandel weiter kein Infektionstreiber

„Click and Meet“ jetzt auch für Buchhändler und Co.: Bislang lässt sich in Hamm nicht nachvollziehen, dass das bürokratische Vehikel hilft, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Quarantäne-Anordnungen seien im Hammer Einzelhandel seit Bestehen von „Click and Meet“ nicht nötig, erst recht keine Coronafälle bekannt geworden, sagte Stadtsprecher Lukas Huster. Auch beispielsweise bei den Friseuren habe es seit deren Wiedereröffnung lediglich Verdachtsfälle und Quarantäne-Anordnungen, aber keine Virusübertragungen gegeben.

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