Hammer Polizisten elektrisiert

Impf-Posse in der Gerüchteküche - So war es wirklich in der Seniorenresidenz

Biontech liefert momentan weniger Dosen als geplant.
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Mehrere Impfdosen blieben im Hammer Osten zunächst übrig. Das sorgte für heiße Diskussionen. (Symbolbild)

Her mit dem Impfstoff! Wie groß die Sehnsucht nach dem Schutz vor Covid-19 in der Stadtbevölkerung ist und selbst gestandene Polizisten elektrisiert, zeigt ein Fall aus Hamm.

Hamm - Am Sonntag, 17. Januar, wurde in der Seniorenresidenz „Am Kurpark“ geimpft. 202 Dosen waren für die Bewohner und das Personal angeliefert worden, aber am Ende war Stoff für zehn Impfen übrig geblieben... (News zum Coronavirus in Hamm)

Zunächst mal ist das nichts Besonderes, wie auch Stadtsprecher Tom Herberg im Nachgang gegenüber dem WA erklärte. Krankheitsbedingt könne das schon mal passieren, auch in den übrigen Einrichtungen habe es solche Fälle gegeben. Und eigentlich sei man für diese Konstellation bestens gewappnet: Der Impfstoff werde dann kurzfristig an den Rettungsdienst weitergegeben. „Ziel ist, das nichts verfällt und entsorgt werden muss“, so Herberg.

142 Feuerwehrmitarbeiter haben so seit Ende Dezember in Hamm die erste Impfung erhalten. Geregelt ist, dass die Einrichtungen den Rettungsdienst selbstständig über die Überkapazitäten informieren.

Corona-Impfen in Hamm: Kommissar Zufall im Einsatz

Am Sonntag in der Seniorenresidenz störte Kommissar Zufall das Prinzip. Denn eine Polizeistreife war – aus völlig anderem Anlass als der Impftaktion – in die Residenz gerufen worden. Der Routine-Einsatz der Beamten war beendet, der Impfstoff übrig, und der Gedanke lautete: „Hey, ihr Polizisten seid doch auch systemrelevant. Schickt zehn Kollegen vorbei, und wir erledigen das auf dem kleinen Dienstweg.“

Die Beamten waren begeistert, der Polizeipräsident hingegen weniger. Er entschied sich gegen den Schnellschuss, und seitdem brodelt die Gerüchteküche auf den Präsidiumsgängen. Aus 10 Impfungen wurden 30, der Impfstoff sei am Ende weggeworfen worden, was doch eine Schande sei...

Die Wahrheit ist eine andere: Die Polizeiführung informierte den Rettungsdienst, der dann auch wie üblich mit dem Serum ausgestattet wurde. Das geschah direkt am Montag, wie Stadtsprecher Tom Herberg erklärte. Am Ende seien auch nur zwei Rettungsdienstler geimpft worden, da die übrigen acht Dosen doch noch an Seniorenresidenzler verimpft werden konnten. Weggeworfen werden musste also nichts.

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