Steigende Corona-Infektionszahlen

Harter Lockdown für Hamm: Schärfere Regeln, Schließungen, Ausgangssperre

Die Geschäfte in der Hammer Fußgängerzone werden wieder geschlossen. Ausnahme: Läden für den täglichen Bedarf.
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Die Geschäfte in der Hammer Fußgängerzone werden wieder geschlossen. Ausnahme: Läden für den täglichen Bedarf.

Die Stadt Hamm reagiert auf die steigenden Corona-Infektionszahlen und zieht die Regeln noch einmal deutlich an. Alle Auswirkungen rund um die ab Mittwoch greifende geplante Ausgangssperre und weitere Schließungen im Überblick.

Hamm - Oberbürgermeister Marc Herter hat angekündigt, dass die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus in Hamm noch einmal drastisch verschärft werden. Dafür wird am Mittwoch eine neue Allgemeinverfügung gelten, die ein weitergehendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens zur Folge haben wird. (News zum Coronavirus in Hamm)

Dass ein Oberbürgermeister in der letzten Phase der Pandemie noch mal drastische Schritte einleiten muss, mag die tiefe Sorge hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen zeigen. Wir müssen mit den Kontakten runter.“

Corona in Hamm: Parks und Geschäfte schließen

Der Tierpark, der Maxipark und andere öffentliche Anlagen wie Skateranlagen oder Bolzplätze werden ebenfalls geschlossen wie die allermeisten Läden und Geschäfte sowie körpernahen Dienstleistungen. Friseure und Fußpflegen bleiben unter den bisherigen Voraussetzungen geöffnet. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben erlaubt.

Das Gustav-Lübcke-Museum und die Stadtbüchereien schließen ebenfalls. In den Büchereien ist es lediglich weiterhin möglich, bereits z. B. online bestellte Waren abzuholen oder ausgeliehene Waren wieder abzugeben.

Die öffentlichen Spielplätze bleiben täglich in der Zeit von 9 bis 20 Uhr geöffnet.

In Geschäften ist lediglich das kontaktlose Abholen von zuvor zum Beispiel im Internet bestellten Waren nach wie vor möglich („Click and Collect“).

Lockdown in Hamm seit Mittwoch (28. April) - Schnelle Übersicht

Lockdown-Anpassung ab Mittwoch (28. April): Grafische Schnellübersicht der Stadt Hamm.
Corona-Lockdown ab Mittwoch (21. April): Grafische Schnellübersicht der Stadt Hamm.
Corona-Lockdown ab Mittwoch (21. April): Grafische Schnellübersicht der Stadt Hamm.
Corona-Lockdown ab Mittwoch (21. April): Grafische Schnellübersicht der Stadt Hamm.
Lockdown in Hamm seit Mittwoch (28. April) - Schnelle Übersicht

Corona in Hamm: Ausgangssperre in der Nacht

Außerdem wurde eine Ausgangssperre in der Zeit zwischen 21 und 5 Uhr angekündigt. Eine Ausnahme von der Ausgangssperre gibt es für medizinische Notfälle, für Berufstätige, für Betreuungsleistungen und familiäre Sorgeleistungen. Zwischen 21 und 24 Uhr kann außerdem weiterhin allein mit dem Hund gegangen werden. Auch Spaziergänge und Joggingrunden sind in dieser Zeit alleine möglich.

Für Berufstätige, die innerhalb der Sperrzeit arbeitsbedingt unterwegs sind, wird eine Arbeitgeberbescheinigung notwendig. Die müsse allerdings nicht sonderlich ausführlich ausformuliert sein. Herter erklärte, dass bei Kontrollen vor allem glaubhaft versichert werden müsse, dass man aufgrund einer der genannten Ausnahmen unterwegs sei.

„Die Ausgangssperre ist so angelegt, um die bestehenden Kontaktbeschränkungen sowohl öffentlich als auch im privaten Raum wirksam durchzusetzen. Deswegen ist Joggen und Ausführen des Hundes allein auch erlaubt“, sagte Herter hierzu.

Bei Verstößen werden 250 Euro fällig. Neben dem KOD wird auch die Polizei die Ausgangssperre kontrollieren.

Allgemeinverfügung zunächst bis 10. Mai gültig

Kontaktloser Sport - also Joggen, Rennradfahren, Skaten außerhalb von Anlagen - bleibt erlaubt. Ansammeln dürfen sich die einzelnen Sportler aber nicht. Die Kleinschwimmhallen werden wieder gesperrt, sodass der Schwimmunterricht für Anfänger - erst kürzlich wieder angelaufen - erneut ausgesetzt wird.

Beerdigungen sind erneut auf 25 Teilnehmer begrenzt.

Die Allgemeinverfügung der Stadt ist zunächst bis zum 10. Mai begrenzt.

Drastischer Anstieg der Infektionszahlen in Hamm

Herter begründete die drastischen Schritte mit dem krassen Anstieg der Corona-Infektionszahlen. Am Montag wurden 48 Neuinfektionen bekannt, 19 positive Schnelltest-Ergebnisse wurden verifiziert. Das führte dazu, dass die Zahl der akut Infizierten auf 735 stieg. Allein in der vergangenen Woche hatte es 400 Neuinfektionen gegeben.

„Wir haben inzwischen und erstmalig in den vergangenen drei Monaten eine Anzahl von 43 Personen in den Krankenhäusern und acht auf den Intensivstationen. Die Lage ist ernst, sehr ernst“, erklärte Herter dazu. Weniger als 10 Prozent der Intensivbetten sind aktuell frei (6 von 69). 13,04 Prozent der Patienten sind Corona-Infizierte. Die Kliniken stünden wieder vor der Frage, ob Operationen verschoben werden können, so Herter.

Schulen weiter im Distanzunterricht, Kitas bleiben offen

In Anbetracht der aktuellen Entwicklung sei es „völlig richtig“ gewesen, betonte Herter, am Wochenende für Montag zu entscheiden, dass der größte Teil der Schülerschaft weiter im Distanzunterricht verbleibt.

Die Kitas bleiben weiter offen - zumindest solange das Land nicht anders entscheidet. Herter stellte trotzdem den pandemiebedingten Notbetrieb fest und bat die Eltern darum, möglichst eine andere Betreuung für ihre Kinder zu organisieren. „Sie würden damit den Einrichtungen sehr, sehr helfen“, sagte der OB. „Um Familien in dieser herausfordernden Zeit zumindest finanziell zu entlasten, wurden sowohl die Kita-Gebühren als auch die Beiträge für die schulische Betreuung für den Monat Mai ausgesetzt – unabhängig davon, wann die Einrichtungen in den Regelbetrieb zurückkehren.“

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