Start mit Verzögerung

Planung für Impfzentrum in Hamm aus Düsseldorf torpediert

Oberbürgermeister Marc Herter stellte die Plakate zur Corona-Impfkampagne in Hamm persönlich vor.
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Oberbürgermeister Marc Herter stellte die Plakate zur Impfkampagne persönlich vor.

Es ist schon eine mittelgroße Bombe, die am Mittwochmorgen im NRW-Gesundheitsministerium gezündet wurde. Sie strahlte bis nach Hamm und direkt ins Rathaus hinein.

Hamm - Der Impfstart in den Impfzentren wird um eine Woche nach hinten auf den 8. Februar verschoben, in den Krankenhäusern wird das Impfen ab sofort ausgesetzt. Oberbürgermeister Marc Herter hatte gerade die Planungen und Abläufe für den Impfbeginn im Impfzentrum an der Friedensschule vorgestellt, als die Meldung im Rathaus eintraf. (News zum Coronavirus in Hamm)

„Das ist ein Schlag ins Kontor. Wir haben dafür keinerlei Verständnis“, sagte das Stadtoberhaupt in Richtung Landesregierung. Immerhin wird das Impfzentrum seit dem 15. Dezember - wie vom Land gefordert - vorgehalten. „Ich kann nur hoffen, dass wir mit dem neuen Impfstart dann um so schneller große Kapazitäten an Impfstoff erhalten werden und mit allen Impflinien und voller Tageszahl beginnen können“, so Herter. 

Impfzentrum Hamm - dieses Prozedere ist vorgesehen:

  • Personen aus Hamm, die mindestens 80 Jahre alt sind, werden per Infobrief von OB Marc Herter (hier klicken!) und einem zweiten von Gesundheitsminister Laumann (hier klicken!) auf den Impfstart im Impfzentrum an der Friedensschule hingewiesen. 11.500 Briefe sind auf dem Weg, die letzten werden voraussichtlich mit der Tagespost am Donnerstag eintreffen. Ein Teil der Angeschriebenen ist bereits im Zuge der Impfkampagne in den Senioreneinrichtungen geimpft worden. Tatsächlich geht die Stadt von etwa 9000 Menschen über 80 aus, die nicht in einem Heim leben und somit für die Impfung an der Friedensschule in Frage kommen.

    Die Impftermine werden ab Montag, 25. Januar, von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) vergeben. Dies ist zum einen über die kostenlose Telefonnummer 0800-116-117-02 möglich. Es ist mit einem erheblichen Andrang und langen Wartezeiten in der Warteschleife zu rechnen. Herter empfiehlt, am ersten Tag nicht direkt morgens um 8 Uhr zum Telefon zu greifen.
    Besser und einfacher geht es, wenn sich Impfwillige über die Internetseite www.116117.de registrieren und einen Termin sichern. Notfalls, so der Oberbürgermeister, sollten Angehörige oder Nachbarn hierbei Unterstützung leisten. Wichtig: Es gibt keine Frist, bis zu der sich über 80-Jährige melden müssen. Sie gehören in den nächsten Wochen und Monaten immer zu dem Personenkreis, dem höchste Priorität eingeräumt wird. Die Stadt rechnet mit einer sehr hohen Impfbereitschaft bei den Senioren.

    Ab dem ursprünglich 1. Februar sollten in den ersten beiden Wochen zunächst zwei der sechs Impfstraßen in Betrieb genommen werden. Zwölf Impftermine sollten pro Stunde und pro Impfstraße abgearbeitet werden. Pro Woche sollten 924 Hammer geimpft werden. In den ersten beiden Wochen sollte zunächst nur von 14 bis 20 Uhr geimpft werden.
    Vermutlich, so der Stand am Mittwochmittag, wird es dabei auch bleiben, wenn am 8. Februar mit dem Impfen begonnen wird. „Wir hoffen, dass wir möglichst schnell in eine Ausweitung gehen können. Wir müssen auf Tempo beim Impfen kommen“, so der Oberbürgermeister.

    Begleitet wird die Inbetriebnahme des Impfzentrums von einer Plakat-Kampagne. Hammer Prominente wie der Künstler Otmar Alt, Ex-Oberbürgermeisterin Sabine Zech oder Ehrenbürger Manfred Hemmer - alle über 80 - werben mit ihrem Konterfei fürs Impfen. Ursprünglich sollten die Plakate - 120 im Din-A1-Format und 14 große Wände - in der nächsten Woche aufgestellt werden.
„Hammer Gesichter“ werben für das Impfen gegen Corona.

Impfzentrum in Hamm - die wichtigsten Fakten:

  • Das Impfzentrum soll künftig im Vollbetrieb täglich im Zwei-Schicht-Betrieb von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein.
  • 6 „Impfstraßen“ wurden in der vorderen der Dreifachsporthallen gemeinsam von der Stadt, der KVWL und den Zentralhallen eingerichtet.
  • 600 Impfungen am Tag sollen möglich sein, das entspricht 18.000 Impfungen im Monat.
  • Begleitpersonen dürfen dabei sein, werden aber nur dann mitgeimpft, wenn sie ebenfalls einen Termin haben.
  • Menschen mit Symptomen wie Fieber werden strikt von allen anderen getrennt, um Ansteckungswege zu verhindern. Die Fiebermessung findet verpflichtend nach der Ankunft statt.
  • Im Foyer werden die persönlichen Daten der Impfkandidaten geprüft. Personalausweis und Krankenversicherungskarte sollten deshalb mitgebracht werden. 
  • Vor der Impfung gibt es ein Aufklärungsgespräch mit einem Arzt zum allgemeinen Befinden und möglichen Allergien. Danach geht es in eine Impfkabine, wo die Spritze gesetzt wird. 
  • Die Impfungen werden durch Ärzte der KVWL vorgenommen.
  • An einem der sechs Schalter kann sich der Impfling „auschecken“. Es werden die Originalunterlagen ausgehändigt. Diese müssen zum zweiten Impftermin nach exakt drei Wochen mitgebracht werden.
  • Geimpfte werden im Anschluss für 30 Minuten in einem Ruheraum beobachtet; damit soll gewährleistet werden, dass sie den Impfstoff gut vertragen. In diesem Bereich wird kostenfreies Wlan angeboten.
  • Nach höchstens 60 Minuten soll die gesamte Prozedur vorüber sein.
  • Ein klares Park- und Verkehrskonzept soll die Belastung für die Anwohner und die Schüler im Umfeld so niedrig wie möglich halten. Wichtig: Dieses greift schon seit mehreren Wochen.

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