Corona-Impfung: Kontakte von Schwangeren müssen warten

Wann werden Angehörige von Schwangeren geimpft? Diese Frage stellt sich auch in Hamm. (Symbolbild)
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Wann werden Angehörige von Schwangeren geimpft? Diese Frage stellt sich auch in Hamm. (Symbolbild)

Anders als in Kreisen und Städten in der Umgebung – etwa im Kreis Unna – werden in Hamm noch keine Kontaktpersonen von Schwangeren geimpft.

Hamm – Zwar ist jene Gruppe in der Impfverordnung des Bundes aufgeführt, im Impf-Erlass des Landes aber nicht priorisiert – wodurch bisher kein Impfstoff extra für diese Betroffenen bereitgestellt wurde. „Momentan sollen die Impfstoffe ausschließlich an die Gruppe der über 79-Jährigen verimpft werden“, erklärt Stadtsprecher Tom Herberg. „Sollten Impfstoffe übrig sein oder Termine frei werden, dann kommen Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen dran. Bei dieser priorisierten Gruppe haben wir noch Menschen auf der Warteliste, die momentan Vorrang laut Erlass haben.“ Deshalb müssten die Kontaktpersonen von Schwangeren warten. (News zum Coronavirus in Hamm)

In anderen Städten könne das anders sein, weil dort etwa weniger Ältere oder chronisch erkrankte Menschen geimpft werden müssten. „Sollten wir die über 79-Jährigen und Chroniker durchgeimpft haben, deutlich mehr Impfstoff erhalten oder sich eine andere Erlass-Lage ergeben, würden wir natürlich auch Kontaktpersonen von Schwangeren impfen“, betont Herberg. Begleitpersonen von Schwangeren sollten sich grundsätzlich immer bei der Gynäkologin der Schwangeren melden, die nach Angaben des Gesundheitsministeriums zuständig ist.

Am Impfzentrum abgewiesen

Angesichts der Nennung in der Bundesverordnung und in etlichen Medienberichten hatten bereits zahlreiche Betroffene aus Hamm versucht, Impftermine zu bekommen. Gynäkologen stellten entsprechende Bescheinigungen aus. Ein Leser wurde trotz eines solchen Schreibens und schon vereinbarten Termins am Ostermontag am Impfzentrum abgewiesen. Er sei irrtümlicherweise als Chroniker eingruppiert worden und habe nur deshalb den Termin erhalten, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Besonders ärgerlich: Wegen seines Alters hätte sich der Mann rund um Ostern in die Astrazeneca-Liste eintragen lassen können, tat das in der Annahme der anstehenden Impfung aber nicht. Jetzt muss er warten, bis weitere Impftermine für über 60-Jährige vergeben werden.

Abseits der Terminvergabe holpert es offenbar auch bei der Information. Ein werdender Vater wurde zwischen Stadt, Impfzentrum, Hausarzt und KVWL hin und her verwiesen, ohne eigener Aussage zufolge mitgeteilt bekommen zu haben, dass er ohnehin noch warten muss.

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