Guter Start nach Lockdown versickert

Hotspot-Situation reißt Gut Sternholz Glücksgefühle weg

Die Corona-Krise trifft die Sauna-Anlage Gut Sternholz in Hamm-Haaren hart.
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Die Corona-Krise trifft die Sauna-Anlage Gut Sternholz in Hamm-Haaren hart.

Einen sechsmonatigen Lockdown hat Gut Sternholz gemeistert. Aber nur ein Monat nach der gut vorbereiteten Wiedereröffnung hat der regional bedeutende Sauna-, Wellness- und Hotelbetrieb in Hamm unverschuldet einen Dämpfer bekommen.

Hamm – Bei der zweiten Corona-Welle wurde Hamm zum ersten Hotspot im Land. Der Osten der Großstadt ist aber während der Krise bislang unauffällig geblieben - und das ländliche Haaren erst recht. Mit den ersten bundesweiten Meldungen über den starken Anstieg der Infiziertenzahl reichte aber die Tatsache aus, zu Hamm zu gehören, und schon gehörte man zum Corona-Hotspot. Die Folge: Ein Teil der Sauna-Gäste blieb weg und bleibt zurückhaltend. Gut Sternholz setzt „Zuversicht“, wie es Geschäftsführerin Bärbel Kaiser sagt, und sein Hygienekonzept dagegen.

Nach einer halbjährigen, Corona-bedingten Schließung und intensiver Vorbereitung öffnete der große Wellness-Betrieb am 15. September wieder. „Er ist überraschend gut angelaufen“ sagt Kaiser. „Wir haben uns total gefreut. Wir hatten mit weniger Gästen gerechnet.“ Der gelungene Neustart setzte sich zunächst fort.

Abseits davon kam es zu anderen Entwicklungen: Nur zwei Tage später wechselte der Trend und nahmen die Zahlen der Corona-Infizierten in der Stadt Hamm einen rasanten Anstieg, der nach einer Woche bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Als vom Hotspot Hamm die Rede war, machten sich gleich die Folgen in Haaren bemerkbar. „Wir hatten am ersten Tag 50 Prozent weniger Gäste. Das ist hart für uns“, sagt die Geschäftsführerin. Damit steht Gut Sternholz nicht allein in Hamm. „Hart für die ganze Branche.“

Hotspot trifft Gut Sternholz hart: Schutz ist besonders wichtig

Was das in absoluten Zahlen heißt, möchte sie nicht sagen. Das ist mit Verweis auf den Wettbewerb und die Konkurrenz durchaus üblich. Zur Verdeutlichung der Situation reichen Relationen aus. Denen liegt eine Corona-bedingte Ausgangslage zugrunde. Um das Hygienekonzept mitsamt Mindestabständen einzuhalten, ist die erlaubte, maximale Gästezahl von vornherein um 50 Prozent halbiert. Und trotzdem: „Wir sind mit den Wochenenden schon sehr zufrieden gewesen“, sagt sie über die Gästezahlen.

Von einem Tag auf den nächsten bremste die Meldung vom Corona-Hotspot die positive Entwicklung. 30 Prozent weniger Tagesgäste verbuchte Gut Sternholz in den ersten Tagen. „Das war schwierig“, sagt die Geschäftsführerin. Seitdem sich bundesweit weitere Hotspots aufgetan haben, spürt man auf Gut Sternholz einen leichten Aufwind.

Bärbel Kaiser erkennt Chancen für eine weitere Steigerung. Das macht sie an dem „sehr guten“ Hygienekonzept und an der Akzeptanz der Gäste fest, zum Beispiel für die Abstandsregeln, Maskenpflicht und Platzkarten. Gäste wie Mitarbeiter sollen gleichermaßen geschützt werden.

Hotspot trifft Gut Sternholz hart: Mitarbeiter werden getestet

Um auf Nummer sicher zu gehen, investiert Gut Sternholz in Coronatests. Regelmäßig und anlassbezogen sollen die Beschäftigten des Hauses auf das Virus getestet werden. Ergebnisse gibt es noch nicht. „Das läuft gerade an“, sagt sie. Den Saunabetrieb an sich bezeichnet sie als sicher. Abgesehen davon, dass der Saunabesuch gesund sei, abhärte und gerade für die kältere Jahreszeit zu empfehlen sei, biete er einen thermischen Schutz. Bei etwa 80 Grad habe das Coronavirus keine Chance.

Rund 80 Mitarbeiter hat der Wellnessstandort, davon etwas mehr als die Hälfte in Teil- und Vollzeit fest angestellt. Alle sind wieder „an Bord“. „Das macht mich glücklich“, sagt Kaiser. Kein Mitarbeiter wurde während des halbjährigen Lockdowns entlassen. Sie befanden sich in Kurzarbeit. Die bisherige Personalstärke ist angesichts des gesteigerten Hygieneaufwandes erforderlich.

Hotspot trifft Gut Sternholz hart: Prognose ist unmöglich

Volle Beschäftigung bei halbierter maximaler Gästezahl? Wie lange kann das wirtschaftlich gut gehen? „Das ist für mich eine offene Frage“, sagt sie. Eine Antwort macht sie abhängig vom weiteren Verlauf des Hotspots Hamm und wie sich die Krise im Winter entwickelt. Eine Prognose ist unmöglich zu machen. Zu kurz sei auch die Zeitspanne seit der Wiedereröffnung, um sagen zu können, was „weniger Minus mache“: wieder schließen oder unter Corona-Auflagen weiter so?

„Im Grunde bin ich positiv eingestellt“, sagt sie. Und wer weiß - vielleicht entwickeln sich die Gästezahlen noch so wie beim Hotel. Die acht Zimmer seien gut gebucht, sagt sie. Jetzt, in den Herbstferien, stellt sei eine verstärkte Nachfrage fest. „Haben wir dann mal eine Stornierung, ist das Zimmer nach einer halben Stunde schon wieder weg. Das macht Spaß, das in dieser Zeit zu beobachten.“

Empfang zur Eröffnung Hotel Gut Sternholz

Empfang zur Eröffnung Hotel Gut Sternholz
Empfang zur Eröffnung Hotel Gut Sternholz
Empfang zur Eröffnung Hotel Gut Sternholz
Empfang zur Eröffnung Hotel Gut Sternholz
Empfang zur Eröffnung Hotel Gut Sternholz

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