Stimmung gereizt

Corona in Hamm: 60 „Querdenker“ demonstrieren - mehrere Anzeigen und ein Strafverfahren

Auf dem Parkplatz neben der Westpress Arena versammelten sich die selbst erklärten „Querdenker“.
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Auf dem Parkplatz neben der Westpress Arena versammelten sich die selbst erklärten „Querdenker“.

Am Freitagabend haben in Hamm erneut rund 60 selbst erklärte „Querdenker“ an der Westpress Arena gegen die aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus protestiert. Die Polizei und der KOD ahndeten mehrere Verstöße gegen die Auflagen, die Stimmung war gereizt.

Hamm - Etliche Veranstaltungsteilnehmer kamen wie bei den zurückliegenden Kundgebungen von außerhalb Hamms. Viele Besucher waren phasenweise mehr damit beschäftigt, die Kontrollen der Ordnungskräfte – Polizei und KOD ließen sich Atteste zur Maskenbefreiung von Teilnehmern zeigen – zu beobachten und zu kommentieren, als den Beiträgen zuzuhören. Die Stimmung war hitzig.

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.397 (2016)

Corona in Hamm: AfD-Mann tritt bei „Querdenker“-Demo auf

Als Redner trat unter anderem der AfD-Fraktionsvorsitzende Pierre Jung auf. Umstehende Passanten, Nachbarn und anhaltende Radfahrer schüttelten mehrfach den Kopf über die verbreiteten Aussagen der einzelnen Redner und hatten kein Verständnis; eine kleine Gruppe Gegendemonstranten versammelte sich auf dem gegenüberliegenden Parkplatz.

Die Polizei bilanzierte nach der Demo drei Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Zwei Personen seien von der Versammlung ausgeschlossen worden.

Wegen „strafrechtlich relevanter Äußerungen“ ist zudem laut Polizei ein Verfahren gegen einen Versammlungsteilnehmer eingeleitet worden. Worum es sich dabei genau handelt, wurde am Freitagabend nicht mehr mitgeteilt.

„Querdenker“-Demo in Hamm: OB Herter spricht von „Herabsetzung der Demokratie“

Oberbürgermeister Marc Herter äußerte sich ebenfalls zu den wiederkehrenden Aktionen der selbst erklärten „Querdenker“. „Unterschiedliche Meinungen müssen immer möglich bleiben, nicht aber ‚alternative Wahrheiten‘“, sagte er.

„Die Demokratie muss unterschiedliche Meinungen auch und gerade im Hinblick auf die Corona-Maßnahmen aushalten. Der Streit über den besten Weg, eine solche Krise zu meistern, ist sogar notwendig. Darum geht es hier nicht, sondern um die Verneinung medizinischer Fakten, die Verhöhnung von Todesopfern der Pandemie, die Verbreitung von Verschwörungstheorien und die Herabsetzung der Demokratie.“

Herter: „Das muss in Zukunft durch die Polizei unterbunden werden.“

Auch zu den durchgeführten Demonstrationen und einem Autokorso durch Wohngebieten hat der OB eine klare Meinung. „Was gar nicht geht: Die eigene Weltsicht laut und aggressiv den Menschen in ihren eigenen vier Wänden aufzuzwingen. Das muss unterbunden werden. Das muss in Zukunft durch die Polizei unterbunden werden.“

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