112.046 Impfungen

Corona in Hamm: Fast 50 Prozent der Bürger zumindest teilweise geschützt - trotzdem Impf-Probleme

Coronavirus - Impfung gegen Covid-19 mit Pfizer/Biontech
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Fast 50 Prozent der Hammer haben entweder eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten oder sind bereits vollgeimpft respektive genesen und dadurch immunisiert.

Die Corona-Lage in Hamm entspannt sich angesichts sinkender Fallzahlen immer weiter. Einen großen Anteil daran hat der Impffortschritt. Der könnte nun aber an Schwung verlieren.

Hamm - Mit Stand Sonntagabend wurden in Hamm 112.046 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht. 80.032 Erstimpfungen und 32.014 Zweitimpfungen sind gesetzt worden. Nimmt man die 9.846 Genesenen hinzu, bei denen man von einer - zumindest monatelangen - Immunisierung gegen das Virus ausgeht, ist ein beträchtlicher Teil der Hammer inzwischen gut geschützt. Vollgeimpft oder genesen sind aktuell rund 23 Prozent der Stadtbevölkerung. Einen Teilschutz durch die Erstimpfung haben weitere gut 26,5 Prozent. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner180.793 (Stand: 31.12.2020)

Corona in Hamm: Impfungen als Schlüssel für Rückgang der Infektionen

Das sorgte sehr wahrscheinlich bereits im Mai neben der geltenden Bundesnotbremse dafür, dass das Infektionsgeschehen deutlich abnahm - und ab Donnerstag weitere Lockerungen gelten. Zehn Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden verzeichnet - der niedrigste Wert 2021 trotz Rekordinfektionszahlen zu Beginn des Monats. Oberbürgermeister Marc Herter führte das am Montag darauf zurück, dass Hochaltrige und eine Vielzahl der möglichen Risikopatienten bereits geimpft sind.

Alles könnte aber noch besser sein, würde mehr Impfstoff zur Verfügung stehen. Mit Stand von Montag dürfen nach Stadt-Angaben im Impfzentrum keine regulären Erstimpfungen vorgenommen werden. Für die ersten beiden Juni-Wochen seien im Impfzentrum knapp 9.000 Termine für Zweitimpfungen vereinbart worden. Damit komme es zu einer Auslastung von nur rund 50 Prozent.

Betriebsimpfungen als „zweite Luft“ in Hamm

Sollte dies so bleiben wird die Stadt die Räumlichkeiten den Unternehmen für Betriebsimpfungen anbieten. Diese erwarten in den nächsten Tagen Lieferzusagen für die von ihnen bestellten Impfstoffe. Herter nannte diesen Impfweg „die zusätzliche zweite Luft, mit der wir auf noch höhere Zahlen kommen wollen“. Über die Größenordnung ist bislang noch nichts bekannt. Es gebe „einige“ Hammer Betriebe, die ihre Belegschaft impfen lassen wollten, sagte Herter.

Über 112.046 Impfungen wurden bislang in Hamm gegen das Coronavirus verabreicht.

Darunter seien nicht nur Großunternehmen mit eigenen Impfstraßen, sondern auch kleinere Firmen. Zur Zeit werde mit dem Land geklärt, ob das Land oder die Unternehmen die Kosten für eine Inanspruchnahme des Impfzentrums übernehmen müssten, hieß es aus dem Rathaus. „Wenn Betriebe sich bereit erklären, ihre Mitarbeiter zu impfen, dann soll das nicht an der Infrastruktur scheitern“, sagte der OB.

Angesichts der knappen Verfügbarkeit werden anders als zumindest in einem Fall angedacht wohl zunächst keine Familienmitglieder von Beschäftigten mitgeimpft.

Irritationen über Impfpolitik von Bund und Land

Obwohl in Hamm „bei Weitem“ noch nicht alle Berechtigten der Prio-Gruppe 3 geimpft worden sind, wird am kommenden Montag die Impfpriorisierung aufgehoben. Viele Über-60-Jährige seien noch nicht dran gewesen, auch der Öffentliche Dienst wurde noch nicht vom Land NRW aufgerufen. Herter sprach am Montag in dieser Hinsicht von einer „zögerlichen Abwicklung“ durch das Land.

Für Irritationen bei ihm habe auch die Ankündigung eines Impfangebots für 12- bis 16-Jährige gesorgt. „Eine Woche später stellt man dann fest, dass diese Gruppe zusätzlich geimpft werden soll, es aber keinen zusätzlichen Impfstoff geben wird“, sagte der OB. „Von den Herren Spahn und Laumann kam immer wieder der Hinweis, dass im Juni oder Juli mehr Impfstoff-Dosen als Impfwillige da sein werden. Das kann ich noch nicht feststellen.“

Die Politik sei nun gefordert, bis zum Herbst eine hohe Impfquote zu erreichen, um dafür zu sorgen, dass eine mögliche vierte Corona-Welle gar nicht erst genug ungeschützte Virus-Wirte findet.

Corona in Hamm: 500 weitere Chroniker werden geimpft

Immerhin eine erfreuliche Nachricht zu weiteren Impfungen gab es am Montag: In den vergangenen Tagen wurden im Impfzentrum rund 500 chronisch kranke Menschen nach Paragraf 4 geimpft beziehungsweise ein Termin mit ihnen vereinbart. Damit sei diese Gruppe nahezu komplett.

Geimpft werde mit Moderna-Serum, das die Stadt von den Krankenhäusern bekommen habe. Im Impfzentrum seien dann insgesamt mehr als 2 000 Chroniker (Paragraf 3 und 4) geimpft worden – weitere Impfungen erfolgten über Hausärzte.

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