So ist der Stand

Warten auf Startsignal: 90 Hausärzte in Hamm bereiten sich auf Corona-Impfungen vor

Vor dem ersten Piks gibt es noch viele Fragen: Die Hausärzte sollen im April in die Corona-Vorbeugung einsteigen.
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Vor dem ersten Piks gibt es noch viele Fragen: Die Hausärzte sollen im April in die Corona-Vorbeugung einsteigen.

Die Hammer Hausärzte warten auf das Startsignal zur Corona-Impfung in ihren Praxen. Wann und unter welchen Bedingungen es losgehen könnte, war am Mittwoch aber noch völlig unklar. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die einzelnen Praxen zunächst ihre eigenen Patienten impfen und auch die Terminvergabe selbst übernehmen werden.

Hamm – Die Gesundheitsministerien des Bundes und der Länder hatten sich am Mittwoch für Impfungen in Arztpraxen ab Anfang April ausgesprochen. Die Entscheidung darüber soll aber erst in einer Bund-Länder-Runde am 22. März getroffen werden. Doch solange es keine Durchführungsbestimmungen für die Impfungen gegen das Coronavirus gebe, könne man sich auch nicht richtig darauf vorbereiten, sagte Dr. Matthias Bohle als Sprecher der Ärzte. An Hamm die 90 Praxen in Hamm seien bereit zu impfen, bis auf wenige Ausnahmen seien alle Allgemeinmediziner und Internisten dabei. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Parallelbetrieb nicht durchzuführen

Für die eigene Praxis in der Stadtmitte hat Bohle auch schon Vorstellungen: Parallel zum normal Praxisbetrieb ließen sich die Corona-Impfungen nicht durchführen. Für zusätzliche Patienten reiche der Platz einfach nicht aus. Er will aufs Wochenende ausweichen, setzt auf Verstärkung durch pensionierte Kollegen und überlegt, einen Wartebereich im Hof einzurichten.

Sein Werrieser Kollege Dr. Burckhardt Auge erinnert daran, dass man nicht nur Platz für die Impfwilligen brauche, sondern auch für die frisch Geimpften. Gut eine Viertelstunde solle jeder, der die Impfung bekommen habe, noch an oder in der Praxis bleiben, um Nebenwirkungen abzuwarten. Impfen würde Auge aber nicht am Wochenende, sondern im Anschluss an die regulären Öffnungszeiten.

Corona in Hamm: Arzt empfiehlt, Termin im Impfzentrum zu nutzen

Darüber macht sich auch der Höveler Internist Lorenz Ahlbrand Gedanken. Der Praxisbetrieb sei durch die Infektionssprechstunde bereits deutlich aufgestockt, weitere Kapazitäten für Impfen müsse man „erstmal aus dem Hut zaubern“. Er werde immer wieder von Patienten gefragt, ob sie bei ihm geimpft werden könnten, sagte Ahlbrand. Er wolle das auch gerne anbieten, empfehle allen, die einen Termin im Impfzentrum haben, den dort auch wahrzunehmen.

Alle drei Ärzte erwarten, ihre Patienten mit dem Impfstoff von Astrazeneca zu impfen. Ahlbrand rät Patienten auch dringend, sich mit den Präparaten impfen zu lassen, die zur Verfügung stehen, statt auf etwas vermeintlich Besseres zu warten. Es gehe jetzt darum, einen möglichst großen Impfeffekt für alle zu erreichen.

Und welche Impfreihenfolge gilt in den Praxen? Zuerst werde man die eigenen Patienten impfen, sagte Bohle, Ob Ärzte dabei von der Prioritätenliste des Robert-Koch-Instituts abweichen können, war am Mittwoch unklar. Grundsätzlich, sagte Ahlbrand, müsse das Impfen in den Praxen „gerecht vor sich gehen“. Die Termine, hieß es von der Kassenärztlichen Vereinigung, würden wohl nicht wieder zentral vergeben.

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