Globale Graffiti von Kai "Uzey" Wohlgemuth

Corona-Kunstwerke aus Hamm machen weltweit Karriere

Das ist das neueste Kunstwerk von Sprayer Kai Wohlgemuth an der Ostwennemarstraße.
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Das ist das neueste Kunstwerk von Sprayer Kai Wohlgemuth an der Ostwennemarstraße.

Ob ein Hammer Künstler dem weltberühmten britischen Straßenkünstler Banksy jetzt Konkurrenz macht? Ganz so weit ist es für Kai „Uzey“ Wohlgemuth zwar noch nicht, aber zurzeit machen Bilder seiner Corona-bezogenen Graffiti im Hammer Stadtgebiet weltweit die Runde.

Hamm – Egal, ob Italien, die USA, Indien, Portugal oder Ungarn: Zeitungen und Internetportale in den verschiedensten Ländern zeigten zuletzt Bilder von Wohlgemuths Kunstwerken. „Ich bin total geflasht“, sagt der Hammer Künstler, der kaum glauben kann, dass sein Name und seine Graffiti nun in der ganzen Welt bekannt sind. Das am meisten veröffentlichte Bild von Wohlgemuth war kürzlich auch schon im WA zu sehen und zeigt eine Frau mitsamt Schutzmaske und darunter das Superman-Zeichen. Gewidmet ist das Motiv den „echten Helden“, wie der Künstler neben sein Bild schrieb. Gemeint sind alle, die sich in den Corona-Zeiten für die Gesundheit der Menschen einsetzen.

Doch der Reihe nach: Nicht schlecht staunte Stadtkämmerer und Italienfan Markus Kreuz, als er an Ostern in der Online-Ausgabe der größten italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ das Graffiti des Hammer Künstlers Kai Wohlgemuth sah – inmitten einer großen Kunst- und Modeseite. Klar, dass er einen Screenshot davon machte und diesen an Wohlgemuth schickte. Bei Facebook postete Kreuz das auch. Doch das sei noch nicht alles, denn auch andere italienische Zeitungen hätten die Graffiti von Kai Wohlgemuth abgedruckt, wie Kreuz sagt.

Held mit Maske: Wohlgemuths Spiderman schaffte es in die Washington Post. Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt die komplette Seite.

Und es geht sogar noch weiter: Denn von einem anderen Hammer Künstler wurde der Sprayer und Tätowierer aufmerksam gemacht, dass es ein anderes Bild von ihm bis in die „Washington Post“ aus den USA gebracht hat. Zu sehen ist dort jenes Motiv, das neben der Superman-Frau am Radweg entlang des Hellwegs gesprayt wurde. Witziges Detail: Der Spiderman in dem Graffiti trägt eine stylische Schutzmaske – ganz nach dem Motto „Safety first“.

Doch dieses und das bereits erwähnte andere Motiv waren in den vergangenen Tagen auch in Medien anderer Länder zu sehen. Darunter sind Zeitungen und Internetportale aus Portugal, Ungarn und sogar Indien, wie ein Blick in die Suchmaschine von Google verrät.

Das Kunstwerk von Sprayer „Uzey“, also Kai Wohlgemuth, ist unter anderem im Corriere della Sera erschienen. Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt die komplette Seite.

Sprayer und Tätowierer aus dem Lutherviertel

„Das ist so crazy! Es ist einfach der Hammer. Ich weiß gar nicht, wie es so kommen konnte“, zeigt sich Kai Wohlgemuth völlig überrascht von der weltweiten Berichterstattung über seine Graffiti-Kunst – zumal er meist auch mit Namen und seinem Künstlernamen „Uzey“ genannt wird. „Ich fühl mich natürlich total geehrt“, sagt der Sprayer und Tätowierer, dessen Ladenlokal sich im Lutherviertel befindet. Auch sei das eine ganz neue Situation für ihn, denn bislang habe er eine derartige Resonanz auf seine Kunst noch nie erlebt.

Kai "Uzey" Wohlgemuth ist baff erstaunt: "Das ist so crazy! Es ist einfach der Hammer. Ich weiß gar nicht, wie es so kommen konnte."

Aber wie ist das überhaupt zustande gekommen? Nach einer ersten Veröffentlichung im WA ist die Agentur-Fotografin Ina Fassbender auf das Motiv aufmerksam geworden, ihre Bilder landeten schließlich über die AFP (Agence France-Press) auf den Bildschirmen sämtlicher Redaktionen weltweit. Im Anschluss nahm auch die AP (Associated Press) davon Notiz und verbreitete das Kunstwerk ebenso über seine weltweiten Verteiler.

Aber völlig egal, wie die Bilder nun zum weltweiten Renner wurden: Für Kai Wohlgemuth ist es eine Anerkennung der besonderen Art. Insofern hat die Corona-Zeit für den Künstler sogar etwas Positives...

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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