Spannende Infos zum tatsächlichen Ausmaß der Kurzarbeit

Corona und Ferienzeit bringen Hamm viele neue Arbeitslose

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Corona und Ferienzeit haben die Arbeitslosigkeit in Hamm weiter deutlich steigen lassen. Der aktuelle Bericht für Juli 2020 gibt auch erste Informationen zum tatsächlichen Ausmaß der Kurzarbeit.

Hamm - Die Pandemie-Maßnahmen und die Hauptferienzeit haben den Arbeitsmarkt in der Stadt Hamm im Juli stark belastet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg deutlich um 351 oder 3,9 Prozent auf 9291. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 Punkte auf jetzt 9,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es 1750 Arbeitslose weniger bei einer Quote von nur 8,0 Prozent. Diese Zahlen nennt der am Donnerstag veröffentlichte aktuelle Bericht der Arbeitsagentur. Auch differenzierte Informationen zur Kurzarbeit finden sich darin:

Im Juli kamen in Hamm nur noch 11 geprüfte Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen für weniger als 700 potentiell betroffene Arbeitnehmer hinzu. Seit dem Beginn des Shutdown haben damit insgesamt fast 1500 Unternehmen aus nahezu allen Branchen Arbeitsausfälle für rund 18.500 potentiell betroffene Arbeitnehmer angezeigt. Das ist rund doppelt so viel wie während der Wirtschafts- und Finanzkrise im gesamten Jahr 2009.

Erste Kurzarbeit-Hochrechnungen für März

Inzwischen seien die weitaus meisten Anzeigen geprüft und erfasst, heißt es. Das Hauptaugenmerk der liegt jetzt auf der Prüfung der Abrechnungslisten und der Auszahlung des Kurzarbeitergeldes. Damit zeigt sich dann die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit. Erst nach Ablauf von drei Monaten ist diese bekannt, da Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit abrechnen.

Für März liegen inzwischen Hochrechnungen für den gesamten Agenturbezirk (Stadt Hamm und Kreis Unna) vor. Danach wurde für den ersten Monat in der Corona-Phase Kurzarbeitergeld an 1778 Betriebe für 11.765 Arbeitnehmer ausgezahlt. Das ist gemessen an den in den damaligen Anzeigen genannten Personenzahlen eine tatsächliche Inanspruchnahme von nur 35,0 Prozent. Trotzdem sei die Zahl auf einem historisch hohen Niveau, heißt es in der Bewertung.

Die Bewertung des Chefs der Arbeitsagentur:

„Im Juli kommt auf dem Arbeitsmarkt vieles zusammen. Die Corona-Folgen und die saisonalen Faktoren wie die Sommerferien und die Neumeldungen von Ausbildungs- und Schulabsolventen sorgen in Summe für einen deutlichen Anstieg der Gesamtarbeitslosigkeit in der Stadt Hamm. Dieser ist bei den unter 25-Jährigen mit 15,3 Prozent am höchsten, doch werden gerade die Jüngeren nach der Sommerpause wieder die besten Chancen auf Beschäftigung haben“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm. „Der aktuelle Zuwachs bei der Kurzarbeit ist nur gering, doch sie ist schon auf einem historisch hohen Niveau. Wir arbeiten mit Hochdruck an der schnellen und zuverlässigen Abrechnung und Auszahlung. Eine erste Hochrechnung zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit in der Frühphase der Pandemie liegt inzwischen vor. Danach wurden in Hamm und Kreis Unna für März nur gut ein Drittel der zuvor angezeigten Arbeitsausfälle beantragt und abgerechnet.“

Der Agenturchef gibt einen kleinen Ausblick: „Die Prognose für August ist schon wegen der anhaltenden Ferienzeit negativ. Und auch danach bleibt die Entwicklung des Arbeitsmarktes stark abhängig von Infektionszahlen, wirtschaftlicher Entwicklung und politischen Entscheidungen.“ - WA

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