Alter Uentroper Weg

Polizei-Einsatz in der ZUE: Flüchtlinge „wollen raus“ - Diskussion über Quarantäne

An der Pforte der Einrichtung hatten sich zwischenzeitlich rund 30 bis 40 Bewohner versammelt, die nicht mehr einverstanden mit der für sie verhängten Quarantäne waren.
+
An der Pforte der Einrichtung hatten sich zwischenzeitlich rund 30 bis 40 Bewohner versammelt, die nicht mehr einverstanden mit der für sie verhängten Quarantäne waren.

[Update] Am Mittwochnachmittag eilte die Polizei Hamm mit mehreren Streifenwagen zur Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) am Alten Uentroper Weg. Der Grund: Ärger wegen der andauernden Quarantäne für die Flüchtlingsunterkunft.

Hamm - Wie ein Polizeisprecher auf WA-Anfrage mitteilte, sind 30 bis 40 Bewohner nicht mehr mit der aktuell geltenden Quarantäne für die komplette Einrichtung einverstanden. Aktuell würden Gespräche zwischen Bewohnern, Stadt Hamm und der für die Einrichtung zuständigen Bezirksregierung Arnsberg geführt, um die Situation zu beruhigen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Körperverletzungsdelikt ruft auch Polizei auf den Plan

Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen zu der Einrichtung geeilt, weil es während der Diskussionen zu einer Körperverletzung unter den involvierten Bewohnern gekommen ist. Aufgrund des unübersichtlichen Geländes und der Zahl der potenziell beteiligten Personen, rückte die Polizei mit einem größeren Aufgebot aus.

Der Polizeisprecher betonte, dass die Lage entspannt sei. Der Einsatz läuft allerdings noch.

Mit mehreren Streifenwagen war die Polizei am Mittwochnachmittag an den Alten Uentroper Weg geeilt.

Der Sprecher der Bezirksregierung, Christoph Söbbeler, teilte auf Anfrage mit, dass die Gruppe vor allem aus Menschen besteht, die nicht als Infizierte oder als Kontaktpersonen gelten. „Sie tun sich schwer, die Quarantäne-Situation durchzuhalten. Das ist erst einmal zutiefst menschlich und nachvollziehbar frustrierend“, sagte Söbbeler.

Am Mittwochmittag seien dann einige Personen zur Pforte gegangen und hätten angegeben, raus zu wollen. „Das konnten die Mitarbeiter vor Ort nicht akzeptieren und das war auch nicht verhandelbar“, sagte Söbbeler. Der ohnehin an der ZUE eingesetzte Sicherheitsdienst habe dann zur Unterstützung die Polizei hinzugezogen.

ZUE steht nach wie vor unter Quarantäne

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) am Alten Uentroper Weg gelten noch 57 Bewohner und vier Mitarbeiter als mit dem Coronavirus infiziert. Das Gelände steht nach wie vor komplett unter Quarantäne, allerdings dürfen Genesene ihre Häuser verlassen und innerhalb der Umzäunung an die frische Luft. Das teilte die Stadt mit.

Am 14. Mai wurden insgesamt 69 Mitarbeiter und 125 Bewohner per Schnelltest negativ getestet. Zudem wurde am Montag bei 104 Mitarbeitern und 210 Bewohnern ein PCR-Test durchgeführt. Hiervon liegen der Stadt allerdings noch keine Ergebnisse vor. Nach Ende der Quarantäne sollen auch die Impfungen in der ZUE starten.

Angespannte Lage in der Flüchtlingsunterkunft

Die Corona-Fälle in der ZUE und die daraus resultierende Quarantäne hatten Anfang Mai bereits kurzfristig zu Unfrieden auf den Fluren des ehemaligen Kasernen-Komplexes geführt. In einer Nacht waren die Unterbringungsverhältnisse sehr angespannt.

Auf Videoaufnahmen war zu erkennen, dass mehrere Männer mit ihren Matratzen in einem hell erleuchteten Flur schliefen. Auf einer anderen Aufnahme war ein Mann weinend und wimmernd in einer offensichtlichen emotionalen Ausnahmesituation zu sehen.

Schon am nächsten Morgen hatte die Bezirksregierung für Abhilfe gesorgt und mehr Platz für die unter Quarantäne stehenden Bewohner geschaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion