Munk, SMTB Scharf und Advansa

Corona: Wie Hammer Firmen das Ende der Dienstreisen trifft

Dortmund als Startrampe: Von diesem und anderen Flughäfen ging es auch für viele Angehörige von Hammer Firmen in die Welt. Mittlerweile haben sich die Gespräche vom Konferenztisch in die digitale Welt verlagert.
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Dortmund als Startrampe: Von diesem und anderen Flughäfen ging es auch für viele Angehörige von Hammer Firmen in die Welt. Mittlerweile haben sich die Gespräche vom Konferenztisch in die digitale Welt verlagert.

Manche Firmen verdienen ihr Geld im Ausland und schicken ihre Mitarbeiter dafür rund um die Welt. Doch seit Ausbruch der Corona-Krise gilt jede Dienstreise als Risiko, einige Länder sind sogar praktisch unzugänglich. Wie gehen Firmen mit diesen Einschränkungen um? Drei Beispiele aus international tätigen Hammer Betrieben.

Hamm – Die Munk GmbH sitzt im Rhyneraner Gewerbepark, hat ihre Kunden aber in aller Welt. Das Unternehmen entwickelt und wartet die Stromversorgung für Industriebetriebe; nicht nur in Deutschland, sondern auch in Australien, Brasilien, China, Indien, Italilen, den Niederlanden, Singapur, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Munk-Monteure seien derzeit nur in Deutschland unterwegs, um Anlagen bei Kunden zu warten, sagt Personal-Chef Armin Kreyenbaum. National sei man bei Weitem noch nicht wieder auf dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie. Und international laufe in Sachen Kundenbesuche derzeit gar nichts. Telefongespräche und Videokonferenzen seien da kein vollständiger Ersatz.

Auch bei der SMT Scharf AG finden Dienstreisen derzeit nur im Bundesgebiet statt. Nach Polen könne man wohl auch fahren, sagt der Vorstandsvorsitzende Hans Joachim Theiß. Aber die großen Kunden sitzen für den Bockum-Höveler Bergbauzulieferer eben in China, Kanada, Russland und Südafrika. Und da gebe es eben immer die Gefahr, dass Mitarbeiter am Reiseziel feststecken.

Wenn man es positiv sehen wolle, spare man derzeit die Reisekosten, sagt Theiß. Dabei würde er die Ingenieure des Unternehmens gerne wieder nach China schicken. Doch das sei eben nicht möglich. Mitarbeiter, die in die Volksrepublik fliegen, müssten dort zwei Wochen in Quarantäne, und nach der Rückkehr in die Bundesrepublik nochmal zwei Wochen isoliert werden. Das gelt auch umgekehrt: Der chinesische SMT-Geschäftsführer sei bei Ausbruch der Pandemie in Deutschland gewesen und habe zunächst nicht nach China zurückreisen können.

Auch bei Advansa geht es derzeit höchstens nach Belgien oder in die Niederlande. Flüge seien tabu, sagt Unternehmenssprecherin Hatice Sürmen. Besonders im Marketingbereich weiche man auf Videokonferenzen aus und könne sich so zumindest sehen und präsentieren. Außerdem werde man im Ausland durch Berater vertreten. So könne man in Asien und Amerika den Kundenkontakt halten.

Munk-Personalchef Kreyenbaum erwartet, dass persönliche Kontakte auch nach Abklingen der Pandemie geringer werden, „aber hoffentlich nicht aussterben“. Hans Joachim Theiss geht nicht davon aus, „dass wir in eine normale wirtschaftliche Lage zurückkehren“.

SMT Scharf habe alle behördlichen Auflagen umgesetzt, die Reaktion der Politik auf die Pandemie halte er aber für überzogen.

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