Corona-Einfluss auf Westfalen-Kaserne

Ausbildung auf Abstand: In Kaserne gelten ganz besondere Regeln

Die Grundausbildung bei der Bundeswehr ist in Zeiten von Corona ausgesetzt.
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Die Grundausbildung bei der Bundeswehr ist in Zeiten von Corona ausgesetzt.

Gähnende Leere auf dem zentralen Parkplatz der Westfalen-Kaserne. Das dort stationierte Aufklärungsbataillon 7 ist Corona geschuldet im Homeoffice.

Ahlen/Hamm – Rund 40 Soldaten halten umschichtig, seit etwa zwei Wochen, als Präsenzkräfte die Stellung. „Die Führung der Brigade hat entschieden, dass nicht zwingend benötigtes Personal bis auf Weiteres seinen Dienst von zu Hause aus versieht“, erklärt Oberstleutnant Timo Gadow, Kommandeur des Aufklärungsbataillons.

So ist die Grundausbildung derzeit gänzlich eingestellt. „Wir wollen sie in 14 Tagen, nach der aktuellen Lage, wieder aufnehmen, dann geht es nur unter ganz besonderen Maßnahmen“, stellt Oberstleutnant Timo Gadow dar. Die Ausbildung in Theorie und Praxis „werde nur auf Abstand“ stattfinden. So werden die Unterrichte nötigenfalls in mehreren Wiederholungen erteilt. Auch in den Unterkünften sollen kontaktmindernde Voraussetzungen geschafft werden. Für das Gros des Bataillons gilt das Homeoffice.

Dabei bleibt die Einsatzbereitschaft uneingeschränkt erhalten. Das wirkt der Ausbreitung des neuen Virus entgegen. „Gut ist, dass wir so auch die zahlreichen Pendlerbewegungen in einem Umkreis von bis zu 150 Kilometern vermeiden“, macht der Kommandeur deutlich. Nur die unabdingbaren Einrichtungen arbeiten im Zwei-Schicht-System. „Wir achten sorgfältig darauf, dass sich die Gruppen nicht begegnen“, erklärt Oberstleutnant Gadow.

Übergaben nie Auge in Auge

Übergaben erfolgen ausnahmslos telefonisch oder per E-Mail. Das betrifft insgesamt etwa 820 Soldaten einschließlich Rekruten. So läuft der Dienstbetrieb eingeschränkt weiter. Die Auslandseinsätze dagegen werden noch aufwendiger. „Wir entsenden demnächst einen Feldnachrichtenzug nach Afghanistan“, so der Bataillonskommandeur. Um hier sicherzugehen, gehen die Soldaten vorher zwei Wochen in Quarantäne. „Dafür hat die Bundeswehr ein umgerüstetes Hotel in der Nähe des Flughafens in Köln angemietet.“

Die Desinfektionsmöglichkeit an den Gebäudezugängen der Kaserne gibt es schon länger. „Für die Truppenküche wurden allerdings die Hygienevorschriften verschärft“, erklärt Oberleutnant Astrid Michelske. Sie ist für die Pressearbeit im Bataillon zuständig. Wie im Supermarkt geht es auch hier um Abstand. Dabei dürfen immer nur zwei Personen gleichzeitig in der Ausgabe stehen. „Leider haben wir auch größere Veranstaltungen wie das Gelöbnis oder den ‚Tag der Bundeswehr‘ und alle Schülerbetriebspraktika bis Ende Juni abgesagt“, führt sie aus. Ebenso wie zahlreiche Übungen der Panzerbrigade zunächst einmal gestrichen sind.

Peter Schniederjürgen

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