Konsequenzen der Stadt am Montag erwartet

Große Corona-Sorgen in Hamm - Schul-Alltag durcheinander gewirbelt

Am Märkischen Gymnasium im Hammer Westen haben Corona-Fälle spürbare Folgen.
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Am Märkischen Gymnasium im Hammer Westen haben Corona-Fälle spürbare Folgen.

[Update] Die Stadt Hamm ist bei der aktuellen Corona-Entwicklung trauriger Spitzenreiter. Das muss und wird Konsequenzen haben. Welcher Art diese sein werden, soll heute abgestimmt und mitgeteilt werden. Gleichzeitig schlägt Corona an einer weiteren Schule heftig ein.

Hamm - Aus Vorsichtsgründen sind am Montag weitere Schüler des Märkischen Gymnasiums (MGH) nach Hause geschickt worden. Wie Schulleiter Florian Rösner im Gespräch mit WA.de bestätigte, befinden sich die Stufen EF, Q1 und Q2 nun zuhause und sollen „Lernen auf Distanz“ üben. Die Sekundarstufe 1 hat bisher weiterhin normalen Präsenzunterricht in der Schule. „Nur die 7d, die sich wegen eines positiven Tests bereits in Quarantäne befindet, wird anders mit Lehrmitteln versorgt“, sagt Rösner. Da viele Lehrer noch auf ihr Testergebnis warten, sind sie von der Schule freigestellt. Das bedeutet, dass der Präsenzunterricht bei diesen Lehrern ausfällt oder digital stattfindet.

Bereits in der vergangenen Woche war der 12. Jahrgang des MGH aufgrund eines Verdachtsfalls nach Hause geschickt worden. Seit dem Ausbruch an der Schule gab es laut Schulleiter Rösner schon zwei Elternbriefe, um Schüler und Lehrer zu informieren. „Heute geht der dritte Elternbrief raus“, so Rösner. Zudem würden Schüler und Eltern über verschiedene Mailinglisten über das aktuelle Geschehen informiert.

Auch an weiteren Hammer Schulen traten in den vergangenen Tagen Infektions- oder Verdachtsfälle auf. In der Konsequenz wurden hunderte Schüler nach Hause geschickt und entweder verpflichtend oder freiwillig getestet. Die Situation wird stadtweit zunehmend unübersichtlich.

Aktuelle Corona-Zahlen aus Hamm am späten Nachmittag

Hamm und Gelsenkirchen haben nicht nur in struktureller und wirtschaftlicher Weise gewisse Gemeinsamkeiten - sie sind in NRW auch führend, was die Corona-Infektionen betrifft. Am Sonntag zog die Lippestadt sogar an der Schalke-Stadt vorbei, verfehlte nur knapp die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (die so genannte 7-Tage-Inzidenz). Diese zu brechen müsste der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes entsprechend spürbare Konsequenzen nach sich ziehen, die über erste eilige Schritte wie das Reduzieren der Kirmes-Besucherzahl und das zwingende Melden von größeren Veranstaltungen hinaus geht.

Mit ziemlicher Sicherheit wird der Wert am heutigen Montag in Hamm übersprungen. Welche Einschränkungen das nach sich zieht, kann und will die Stadt erst am späten Montagnachmittag mitteilen. Vorher laufen nämlich Abstimmungsgespräche mit der Bezirksregierung in Arnsberg und der Landesregierung in Düsseldorf. Die entsprechenden Ergebnisse - vermutlich punktgenaue Ansätze in sensibel ausgesuchten Bereichen - will Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann dann ebenso wie die neuen Corona-Fallzahlen mitteilen. Sobald das geschehen ist, werden wir hier auf WA.de berichten.

Hunsteger hatte allerdings schon am Sonntag gegenüber WA.de klargestellt, dass es keinen radikalen Lockdown geben werde: „Ich will nicht die Stadt dichtmachen, weil sich eine Gruppe von Menschen über die Regeln hinweggesetzt hat.“ Im Fokus steht besonders eine an mehreren Tagen und verschiedenen Orten mit vielen Teilnehmern gefeierte Hochzeit eines Paares aus Hamm; fast 60 Infektionen standen bis Sonntagmittag damit im direkten und indirekten Zusammenhang. Auch in Dortmund, wo ebenfalls gefeiert wurde, sorgte diese inzwischen vielerorts als Superspreader-Event deklarierte Familienfeier für viel Unruhe.

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