Corona-Regel trifft Hamm besonders hart

Hamms OB Hunsteger wettert gegen Beherbergungsverbot: „Dummes Zeug!“

Thomas Hunsteger-Petermann Oberbürgermeister in Hamm mit Corona-Maske
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Stocksauer: Thomas Hunsteger-Petermann hält mit seiner Meinung zum Beherbergungsverbot nicht hinterm Berg.

Auch wenn die Fallzahlen leicht sinken, behält das Coronavirus die Stadt Hamm im Würgegriff. Vor allem Urlauber sind frustriert.

Hamm - Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann kochte am Mittwochabend so ziemlich die Galle über, als die Meldungen vom Beherbergungsverbot und dem maximal 48 Stunden alten Corona-Entlastungstest für Menschen aus Hotspot-Regionen die Runde machte. Zumindest der NRW-Teil des Sauerlands scheint eine Anlaufstelle für Herbsturlauber aus Hamm zu bleiben.

Wo bekomme ich binnen 48 Stunden einen Coronatest? Dies ist am Donnerstag eine der häufigsten Fragen sein, die an die Corona-Hotline (02381/176444) gerichtet wird. Die Stadt bat potenzielle Anrufer um Zurückhaltung. Alles was man zu dem Thema sagen könne, habe die Stadt bereits auf der Internetseite hamm.de/corona zusammengestellt (erster Punkt unter „Die neuesten Corona-Regelungen und Einschränkungen im Überblick“). „Klar – und wichtig – ist, dass wir als Stadt keine Urlaubs-Coronatests anbieten“, ergänzte Stadtsprecher Lukas Huster. Ob gegebebenenfalls mehr gesagt werden könne, wenn es tatsächlich entsprechende Regelungen (die das Land wird treffen müssen) gibt, liege an der dann vorliegenden genauen Regelung.

Corona in Hamm und Urlaub: Kritik an „Kollektivstrafe“

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann ging am Mittwochabend indes verbal in die Vollen. „Ich halte das für ziemlich dummes Zeug“, sagte das noch amtierende Stadtoberhaupt zu den im Raum stehenden Beherbergungsverboten. Er sprach von „Kleinstaaterei“, dem „völlig falschen Weg“ und einer „Kollektivstrafe“. Auch andere Mitglieder des Städtetags sähen das so. Die Auswertung von Coronatests dauere derzeit zwei bis vier Tage. Wenn die Vorgaben der Reiseländer überhaupt einen Sinn ergeben könnten, dann müssten Schnelltests anerkannt werden, so Hunsteger.

Entschädigungsfragen blieben ebenfalls ungeklärt. Können Hammer ihre Reisen nunmehr kostenfrei stornieren? Am Abend hatte es darauf keine Antwort der Verbraucherzentrale mehr gegeben.

Corona in Hamm und Urlaub: Fieberzentrum könnte Lösung sein

Eine Lösung in der Testfrage könnte der Aufbau eines Fieberzentrums durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) an der Alfred-Fischer-Halle sein. Seit rund zwei Wochen ist dies Thema, zuletzt hatte die KV gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass vorerst aber kein Zentrum in Hamm geplant sei. Die Stadt jedoch steht auf einem anderen Standpunkt: Gespräche mit der KV liefen weiterhin. „Das Ganze ist noch nicht fix, aber auch noch nicht vom Tisch“, so Stadtsprecher Lukas Huster am Mittwoch.

Zwei Beispiele aus Hamm belegen die Probleme, die Hammer Reisende seit einiger Zeit umtreibt:

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