Zahlen und Infos für Juni 2020 eingetroffen

Corona-Drama treibt Arbeitslosigkeit in Hamm weiter nach oben

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Die Auswirkungen der Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie waren auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt Hamm auch im Juni deutlich zu spüren.

Hamm - Nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur stieg die Zahl der Arbeitslosen in Hamm nochmals um 116 oder 1,3 Prozent auf 8940. Diese Zunahme fiel aber deutlich geringer aus als noch in den Vormonaten. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf jetzt 9,5 Prozent. Vor einem Jahr waren es fast 1500 Arbeitslose weniger bei einer Quote von nur 8,0 Prozent.

Im Juni kamen in Hamm nur noch 39 geprüfte Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen für fast 900 potenziell betroffene Arbeitnehmer hinzu. Seit dem Beginn des Shutdown haben damit insgesamt 1447 Unternehmen aus nahezu allen Branchen Arbeitsausfälle für rund 17.600 potenziell betroffene Arbeitnehmer angezeigt. Das ist rund doppelt so viel wie während der Wirtschafts- und Finanzkrise im gesamten Jahr 2009.

Inzwischen seien die weitaus meisten Anzeigen geprüft und erfasst, heißt es im Bericht für Juni. Das Hauptaugenmerk der liege jetzt auf der Prüfung der Abrechnungslisten und der Auszahlung des Kurzarbeitergeldes. Damit zeigt sich dann die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit. Erst nach Ablauf von drei Monaten ist diese bekannt, da Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit abrechnen.

So bewertet der Chef der Arbeitsagentur Hamm die Zahlen:

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemiemaßnahmen auf den heimischen Arbeitsmarkt haben sich abgeschwächt. Zwar gab es saisonuntypisch den dritten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Folge, doch sind die Zuwachsraten kleiner geworden – sogar niedriger als im Juni letzten Jahres. Doch weiterhin finden Arbeitslose aktuell nur schwer eine neue Beschäftigung“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm. „Die Kurzarbeit dürfte ihren Höhepunkt erreicht haben. Jetzt geht es nicht mehr um die Masse der Anzeigen, sondern um die schnelle und zuverlässige Abrechnung und Auszahlung. Zahlen zur realisierten Kurzarbeit liegen noch nicht vor“.

Mit einer Prognose ist der Agenturchef zurückhaltend: „Von Normalität am Arbeitsmarkt sind wir noch weit entfernt. Saisonal wäre es üblich, dass die Arbeitslosigkeit im Juni abnimmt. Jetzt hat außerdem gerade die Hauptferienzeit begonnen. Kurzfristig ist daher leider nicht mit positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt zu rechnen.“ - WA

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