Kein Bass, kein Spaß

Ausfall der „Partynacht“ tut Schützen in Westtünnen doppelt weh

Mickie Krause zählte zu den Stargästen der Tünner Partynacht.
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Mickie Krause zählte zu den Stargästen der Tünner Partynacht.

1000 Besucher wurden zur „Tünner Partynacht" am 24. April erwartet, um ausgelassen und unbeschwert zu feiern. Achim Petry hatte sich als Stargast angesagt. Die Vorfreude war riesig. Doch statt grölender Fans, lauter Bässen und Spaß herrscht rund um die Von-Thünen-Halle eine lähmende Stille. Die 13. Auflage der Partynacht muss ausfallen.

Westtünnen – Das ist erst der Auftakt für eine schwere Zeit des Schützenvereins mit seiner großen Eventhalle. Rene Kiese erinnert sich, wie er 2008 mit der Idee einer Partynacht mit einem teuren Top-Act als Lockvogel an den Vorstand herantrat. Es sollte der Ersatz für den Tanz in den Mai sein, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr angenommen wurde. Die Meinungen waren unterschiedlich. Von Begeisterung über Skepsis bin zur Ablehnung wegen des finanziellen Risikos war alles dabei.

Doch das Risiko zahlte sich aus. Die Party war ein Volltreffer. Olaf Henning heizte als Stargast ein. Die folgenden elf Veranstaltungen waren zwar stets mit einer langen und intensiven Vorbereitungszeit verbunden, in Bezug auf den Kartenverkauf wurde die Partynacht aber zum Selbstläufer. Die Feten waren ausverkauft und trugen erheblich dazu bei, dass die Von-Thünen-Halle für den Verein rentabler wurde.

Partynacht endete fast im Disaster

Dabei wäre alles fast mit einem Desaster angefangen. Das Management von Olaf Henning hatte ihn für einen Abend doppelt verplant. „Wäre uns das nicht eine Woche vorher aufgefallen, hätten wir am Abend mit 600 Fans vergeblich gewartet“, erzählt Kiese. Innerhalb kürzester Zeit verschob der Schützenverein die Partynacht um eine Woche. Mit Olaf Henning, mit allen Fans und mit einer ausgelassenen Stimmung. Wie sehr die Tünner ihre Partynacht lieben, zeigte sich 2017.

Die Organisatoren hatten zur 10.Auflage mit Mickie Krause und Olaf Henning, dem Mann der ersten Stunde, zwei Top-Acts verpflichtet. Die war rappelvoll. Es sollte die letzte Auflage der Partynacht sein. Da hatten die Organisatoren aber die Rechnung ohne die Fans gemacht. Auf deren Flehen hin, ließ sich der Vorstand des Schützenvereins überreden und das Event nicht sterben. Als dann auch die Verkaufspläne der Halle scheiterten, war klar: Die Fête darf nicht sterben. Seit dem 21.April steht fest: Sie ist gestorben – für dieses Jahr.

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Vor Absage viel Zeit und Geld investiert

„Das tut weh“, gibt Rene Kiese zu. Finanziell sowieso, aber auch emotional. „Wir haben ja auch bereits viel Zeit und Arbeit investiert, damit wir gemeinsam feiern können. Wir hoffen nun, dass wir das im nächsten Jahr nachholen können. Als Termin haben wir den 21. April 2021 ins Auge gefasst.“ Der Stargast wird dann aber nicht Achim Petry sein. Verraten wird der Name des Künstlers allerdings noch nicht.

In Bezug auf die Schützenhalle kann der Verein im Moment nur vorsichtig agieren. Weitere geplante Renovierungsmaßnahmen werden noch verschoben, da ohne Einnahmen die Rücklagen benötigt werden, um die laufenden Kosten stemmen zu können. Sämtliche Veranstaltungen in näherer Zukunft sind abgesagt, ob im Spätsommer oder Herbst wieder gefeiert werden kann, ist fraglich. Und im nächsten Jahr? „Anfragen für Vermietungen kommen derzeit so gut wie gar nicht.“

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