Isolations-Routine

Corona-Ausbruch bei Westfleisch: Nur noch 58 in Quarantäne - und nicht mehr in Hamm

Der Corona-Ausbruch bei Westfleisch ist weit weniger dramatisch als zunächst angenommen. Das Schlachtunternehmen hatte längst reagiert - und ein seit Monaten erprobtes und bewährtes Isolations-Verfahren angewandt.

Hamm – Der Corona-Ausbruch bei Westfleisch ist weit weniger dramatisch als es am Mittwochabend zunächst den Anschein hatte. Zwar gibt es in dem Uentroper Schlachtbetrieb inzwischen 39 bestätigte Coronafälle, die Zahl der unter Quarantäne gestellten Personen wurde aber von ursprünglich 360 auf nunmehr 58 Personen nach unten korrigiert. Das bestätigte Stadtsprecher Detlef Burrichter am Abend. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.397 (2016)

Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Hamm: „Infektionsketten umgehend durchbrechen“

Alle Betroffenen – sowohl die 39 Infizierten als auch die 58 Kontaktpersonen der 1. Kategorie – befanden sich da schon nicht mehr in Hamm. Das Schlachtunternehmen wandte für sie ein offenbar seit Monaten erprobtes und bewährtes Verfahren an. Die insgesamt 97 Mitarbeiter wurden in von Westfleisch eigens für Corona-Fälle angemietete Wohnobjekte in NRW umquartiert. Dort werden sie von dem Unternehmen versorgt und von der Außenwelt isoliert. Auf das Einhalten der Quarantäne-Vorschriften achtet ein von Westfleisch engagierter Securitydienst.

Wie sich ebenfalls aufklärte, hatte es in den letzten Tagen auch kein klassisches Ausbruchsgeschehen gegeben. Die 39 bestätigten Coronafälle seien in den vergangenen 14 Tagen festgestellt worden, erklärte ein Westfleisch-Sprecher. Jeweils nach Bekanntwerden eines Falls sei die Isolations-Routine gestartet und die Mitarbeiter seien in die Corona-Quartiere verlegt worden. Gleiches gelte für die Kontaktpersonen, die ebenfalls allesamt bei Westfleisch beschäftigt sind. Sie wurden in anderen Westfleisch-Objekten außerhalb der Stadtgrenzen untergebracht. „Die Betroffenen werden von uns sofort isoliert. Das Wichtigste ist, dass wir mögliche Infektionsketten umgehend durchbrechen“, so Unternehmenssprecher Philipp Ley.

Nur 58 statt 360 Personen sind nach Infektionen bei Westfleisch in Quarantäne.

Bei der Stadt wurde man am Mittwoch deshalb auf das Geschehen aufmerksam, weil die betroffenen Westfleisch-Mitarbeiter an drei Wohnadressen in Hamm gemeldet waren und sind. Diese befinden sich nach WA-Informationen in Uentrop, dem Hammer Westen und in Heessen. Laut Melderegister leben dort insgesamt 360 Personen. In einem der Objekte gibt es zudem Gemeinschaftsräume und eine Gemeinschaftsküche.

Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Hamm: Stadt sprach Quarantäne für 360 Bewohner aus

Weil zu befürchten war, dass hier – ähnlich wie in der bulgarischen Community vor zweieinhalb Wochen – ein potenziell sehr großer Infektionsherd aufkommen könnte, reagierte die Stadt am Mittwoch umgehend und sprach für alle 360 Bewohner eine Quarantäne aus.

Gestern wurden die echten Wohnverhältnisse von Stadtmitarbeitern überprüft. Am Abend stand schließlich fest, dass es für den größten Teil der dort Lebenden Entwarnung geben konnte. Westfleisch hatte an den Adressen lediglich einen Teil der Wohnungen für seine Mitarbeiter angemietet. Zu den übrigen Bewohnern hatten diese keinen innigen Kontakt, sie waren lediglich Nachbarn und arbeiteten auch nicht für das Schlachtunternehmen.

Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Hamm: Großteil der positiv Getesteten stammt auf Rumänien

Die 39 positiv Getesteten und ihre 58 Kontaktpersonen stammen zum ganz überwiegenden Teil aus Rumänien. Der größte Teil von ihnen lebt an den drei Hammer Wohnanschriften. Es handele sich in der Regel um Single-Personen, teils auch um Pärchen und in seltenen Fällen um Familien, teilte Unternehmenssprecher Ley weiterhin mit. Die Betroffenen wohnten in von Westfleisch angemieteten Wohnungen – mal zu dritt, zu viert oder zu fünft zusammen. Um das Infektionsrisiko für den Betrieb zu minimieren, arbeiteten sie im Schlachthof in Teams zusammen und würden auch gemeinsam zur Arbeit fahren.

Die betroffenen Mitarbeiter arbeiten zum größten Teil in einem Team zusammen, hieß es sowohl von der Stadt als auch von Westfleisch. Weitergehende Maßnahmen auch im Unternehmen seien nicht nötig. Der Betrieb in dem Schlachthof in Uentrop lief am Donnerstag normal weiter.

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek

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