„Johnson&Johnson schon immer schlecht“

Corona in St. Bonifatius: Weitere Fälle - Ärzte sehen Alarmsignal

Zwei weitere Mitarbeiter aus dem Seniorenzentrum St. Bonifatius in Hamm sind mit dem Coronavirus infiziert. Damit gibt es nunmehr 34 Betroffene. Hammer Ärzte haben zu dem Geschehen eine sehr klare Meinung.

Hamm - Nach dem Corona-Ausbruch im Seniorenzentrum St. Bonifatius appellieren Hammer Ärzte an ältere Menschen in der Stadt, sich rechtzeitig um eine Impfauffrischung zu kümmern. Ebenso sollten sich Personen, die das Vakzin von Johnson&Johnson erhalten haben, bereits vier Wochen nach dem Impftermin eine Boosterimpfung abholen. Ansonsten könnten im Herbst und Winter wieder unschöne Konsequenzen für alle in der Stadt drohen. Ein Überblick. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona-Ausbruch in Hamm: Lage in St. Bonifatius

Nachdem am Dienstag bereits 27 Fälle unter den Bewohnern des Seniorenzentrums und weitere fünf unter Mitarbeitern bekannt geworden waren, kamen am Mittwoch zwei weitere unter Mitarbeitern hinzu. Die Betroffenen waren zuvor per Schnelltest positiv getestet worden; am Mittwoch herrschte dann Gewissheit durch ebenfalls positive PCR-Tests. Bei vier Bewohnern standen die PCR-Ergebnisse am Mittwoch noch aus – auch bei ihnen ist aber mit einer Bestätigung der positiven Schnelltestergebnisse zu rechnen.

Ein Großteil der Ausbrüche in der Westener Senioreneinrichtung wurde am Wochenende festgestellt. Da hatten auch die Booster-Impfungen für die Bewohner vorgenommen werden sollen. Keiner der jetzt nachgewiesenen Fälle sei bereits zwei Wochen zuvor dreifach geimpft gewesen, teilte ein Sprecher der Verwaltung mit.

Corona-Ausbruch in Hamm: Stichwort Impfauffrischung

Wer geimpft ist, hat einen besseren Schutz vor schweren Infektionsverläufen. Das sollte auch auf die Bewohner von St. Bonifatius zutreffen, die überwiegend doppelt geimpft gewesen sind. An der Lage in den Krankenhäusern änderte sich am Mittwoch offenbar nichts. Sieben Bewohner wurden stationär behandelt, einer davon auf einer Intensivstation.

Johnson&Johnson war schon immer schlecht – abgesehen vom Einmalimpfen.

Prof. Dr. Dirk Böcker, Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Dirk Böcker, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Ärztlicher Direktor am St. Marienhospital empfahl am Mittwoch allen über 70-Jährigen sowie chronisch Kranken, sich sechs Monate nach der Zweitimpfung um eine Auffrischung zu bemühen. Gleiches gelte für Personen (insbesondere über 50 Jahre), die mit Johnson&Johnson geimpft wurden. „Johnson&Johnson war schon immer schlecht – abgesehen vom Einmalimpfen“, so der Mediziner. Schon bei der ersten Coronavariante habe das Vakzin nicht so zuverlässig gewirkt wie die übrigen. Nun wisse man aber, dass es gegen die Delta-Variante wenig ausrichten könne. „Und Delta haben wir mittlerweile in 95 Prozent der Fälle“, so Böcker.

Corona-Ausbruch in Hamm: So funktioniert’s mit der Booster-Impfung

Auch Dr. Matthias Bohle, Sprecher der Hammer Ärzte, plädierte für Impfauffrischungen. Die Impfwilligen müssten selbst aktiv werden und Kontakt zum Hausarzt aufnehmen. Anders herum funktioniere es nicht. Schon jetzt sei der Aufwand enorm hoch. Es gehe um hunderte von Impfungen pro Praxis. „Wir brauchen zudem einen Vorlauf von zwei Wochen“, sagte Bohle. Impfwillige müssten in Gruppen zusammengefasst werden.

Am Impfcontainer der Stadt (für aktuelle Infos hier klicken) sind ebenfalls (ohne Anmeldung) Booster-Impfungen möglich.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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