Corona-Not der Hammer Musiker

Sommerspaß fällt aus - Kapelle Petra liefert Livemusik ins Haus

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Die Bühne vor der Lutherkirche (links) bleibt in diesem Sommer leer; der Tourbulli der Kapelle Petra nicht.

Weil es die Corona-Auflage einfach nicht zulassen, fallen nun auch die "Sommerspaß"-Konzerte auf dem Hammer Lutherplatz ins Wasser. Die Kapelle Petra macht aus der Not ihrerseits eine Tugend und sorgt damit schon vorab für Begeisterung.

Hamm – „Schlicht, einfach, unkompliziert“, so sollte auch in diesem Jahr der Sommerspaß in den Sommerferien im Martin-Luther-Viertel stattfinden. Doch Corona macht dem Bühnenprogramm, das in diesem Jahr ihr Zehnjähriges feiern sollte, einen Strich durch die Rechnung. Da durch die Abstandsregelungen die Personenzahl auf etwa 60 bis 70 Zuhörer vor der Bühne beschränkt worden wäre, haben die Veranstalter des 1. Hammer Spaßvereins den Sommerspaß nun abgesagt (wie so viele andere Konzerte auch - hier klicken).

„Wir wüssten nicht, wie wir die Personenzahl an dieser Stelle kontrollieren könnten und ob uns das Ordnungsamt unterstützen würde. Letztlich ist das aber auch egal, denn mit den ganzen Beschränkungen, die noch bis zum 31. August dauern werden, wäre es nicht mehr dieselbe Veranstaltung“, erklärt Dr. Thorsten Frerk, Vorsitzender des Vereins.

Einzeln und getrennt dazustehen, sei das Gegenteil von dem, was man mit dieser Veranstaltung erreichen wolle. Denn bei all dem Spaß könne es nicht so lustig sein, dass es eine gesundheitliche Gefährdung rechtfertige. Eigentlich treten in den Sommerferien jeden Donnerstag verschiedene Bands auf und Menschen finden zusammen, um der Musik die Konzerte zu hören.

Noch weniger Auftrittsmöglichkeiten für Bands

Die bereits gebuchten Bands zeigten Verständnis, so Frerk. Eine solche Situation sei nicht das, was die Musiker kennen und lieben. Einige Besucher äußerten, dass sie traurig über die Absage seien, andere versuchten Vorschläge für Alternativen zu machen, aber man könne eben nicht garantieren, dass sich niemand ansteckt. „Für uns als Veranstalter ist es weniger schlimm, dass der Sommerspaß ausfällt, denn wir müssen damit kein Geld verdienen. Schade ist nur, dass die Musiker so noch weniger Auftrittsmöglichkeiten haben.“

Weltkulturerbe-Tour vor Hammer Haustüren

Die durch die Corona-Auflagen ebenfalls arbeitslos gewordene Kapelle Petra geht indes trotzig ganz neue Wege, um sich im Gespräch zu halten und im besten Fall auch etwas Geld zu verdienen. Ab Samstag, 16. Mai, bietet beliebte Band in ihrer Heimatstadt Hamm und der Umgebung einen "Livemusik-Lieferdienst". Unter dem Titel “Weltkulturerbe-Tour” will das Trio aus seinem Bus heraus überall dort Mini-Konzerte spielen, wo es gewünscht (und bezahlt) wird. Außerdem werde ein Hut aufgestellt, "mit dem wir die lokale Kulturszene unterstützen", heißt es in der Ankündigung.

Für die 15- bis 20-minütigen Privatgastspiele müssen Interessierte einen Parkplatz vor ihrer Haustür frei- und die Corona-Schutzverordnung einhalten und für eine Steckdose sorgen. Und dann spielen "hoffentlich auch das Wetter, die Nachbarn, die Polizei und das Ordnungsamt auch mit", fasst die Kapelle weitere Kriterien zusammen. Immerhin: In den sozialen Medien findet die am Dienstag angekündigte ungewöhnliche Corona-Aktion bereits starken Applaus und viele Mut machende Kommentare.

Wer Interesse hat oder einfach (noch) mehr wissen möchte, bekommt weitere Infos nach einer Mail an info@kapellepetra.de. (Betreff “Rent a Band” oder “Weltkulturerbe”).

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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