Viele Quarantäne-Fälle

Corona und Quarantäne: Hammer Schulen gehen die Lehrer aus

Corona in Hamm: An der Realschule Heessen ist die Situation besonders prekär.
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Lehrer daheim: An der Realschule Heessen ist die Situation besonders prekär.

Nach den Schülern müssen nun auch immer mehr Lehrer in Quarantäne. An der Realschule Heessen und der Anne-Frank-Schule ist nach Corona-Fällen jeweils knapp die Hälfte des Kollegiums nach Hause geschickt worden. Die Schulen bemühen sich, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Hamm – Elf Hammer Schulen haben mittlerweile Klassen oder ganze Stufen in Quarantäne geschickt. Am Mittwoch waren 44 Schüler als infiziert gemeldet, einer mehr als am Dienstag. Ein Schüler des Eduard-Spranger-Berufskollegs und eine Integrationskraft an der Anne-Frank-Schule wurden am Donnerstag als Neuinfizierte gemeldet. Nach bisherigem Kenntnisstand waren Schulen bisher in keinem Fall Ansteckungsorte.

An der Wilhelm-Busch-Schule ist zwar ein Schüler infiziert, war im fraglichen Zeitraum aber nicht im Unterricht, weshalb keine Quarantäne notwendig ist. Gleiches gilt für die 5. Klasse der Friedensschule; dort ist allerdings wegen eines Falls in der 10. Klasse die gesamte Stufe zuhause.

Insgesamt dürften jetzt deutlich mehr als die am Dienstag gemeldeten 800 Schüler in Quarantäne sein. Genaue Zahlen gab es von der Stadt am Donnerstag nicht. Auch Zahlen über Lehrer in Quarantäne lagen zunächst weder der Stadt noch der Arnsberger Bezirksregierung vor.

Corona an Schulen in Hamm: Lage in Heessen besonders prekär

An der Realschule Heessen waren zwei Schüler positiv auf Corona getestet worden. Nicht nur die Schüler und ihre Klassen wurden nach Hause geschickt, auch alle Lehrer, die dort Unterricht geben. Zehn Lehrkräfte fehlen Schulleiter Jörg Westhoff deshalb. Sie liefern von zuhause aus Unterrichtsmaterial, die Kollegen, die noch zur Schule kommen können, übernehmen den Vertretungsunterricht. Eine erhebliche Mehrbelastung sei das, sagt Westfhoff. Doch vor allem für die Fünft- und Sechstklässler müsse es verlässlichen Präsenzunterricht geben. Ältere Schüler könne man da schon eher in den Distanzunterricht schicken.

Heftig hat es auch die Anne-Frank-Schule erwischt. Nachdem dort gestern eine Integrationskraft positiv getestet wurde, müssen nicht nur Schüler, sondern auch 17 Lehrer in Quarantäne. Schulleiter Bernhard Hölker setzt ebenfalls auf reduzierten Präsenz- und erweiterten Distanzunterricht. Seit den Sommerferien arbeite die Schule mit der Lernplattform IServ, sagt Hölker. „Im Rahmen des Möglichen“ halte er das für einen brauchbaren Ersatz.

Corona an Schulen in Hamm: Tägliche Systempflege als Problem

IServ hätte auch der Heessener Schulleiter Westhoff gerne. Dort arbeitet man noch mit einer anderen Lernplattform, wolle aber gerne umsteigen, sagt er. Die Stadt bietet IServ all ihren Schulen an, ist an der Realschule aber noch nicht so weit. Die Installation an einer Schule brauche eine gewisse Zeit, sagte ein Stadtsprecher.

Grundsätzlich übernimmt die Stadt Ersteinrichtung und technische Unterstützung bei größeren Problemen. Für die tägliche Pflege des Systems sind die Schulen dann selbst verantwortlich. Während es an weiterführenden Schulen häufig Informatiklehrer gebe, die sich dann engagieren, so der Stadtsprecher, fehlten gerade an Grundschulen oft Lehrkräfte mit entsprechenden Vorkenntnissen. Gehemmt werde das Engagement auch, weil die Lehrer vom Land kein Stundenkontingent für die Systempflege zugebilligt bekämen.

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