Studie

„Grüne" Geldgeschäfte: Commerzbank Hamm macht nachhaltige Angebote

Kontoauszüge sollen der Vergangenheit angehören: Kirsten Sonnhof-Nix wirbt für das elektronische Postfach.
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Kontoauszüge sollen der Vergangenheit angehören: Commerzbank-Bereichsleiterin Kirsten Sonnhof-Nix wirbt für Online-Auszüge.

Bei Geldgeschäften stehen Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund – in der Regel. Wie es da aber mit dem Thema Nachhaltigkeit aussieht, wollte die Commerzbank herausfinden.

Hamm – Bundesweit wurden im Mai über 2 700 Personen über 18 Jahren befragt, davon rund 450 in Nordrhein-Westfalen. Die regionalen Ergebnisse stellte Kirsten Sonnhof-Nix, als Marktbereichsleiterin zuständig für die Commerzbank-Filialen in Hamm, Ahlen und Beckum, jetzt vor.

Demnach will sich ein Drittel der Befragten in NRW künftig mehr dem Thema Nachhaltigkeit widmen, jeder Fünfte habe bereits energieeffizient modernisiert oder gebaut. Im persönlichen Umfeld achten 55 Prozent immer oder häufig auf Nachhaltigkeit, beim Kreditinstitut und Finanzdienstleister seien es aber nur 13 Prozent.

Bisher nur 10 Prozent nachhaltige Geldanlagen

Das spiegelt sich in den Details: 69 Prozent vermeiden laut Umfrage bereits Plastiktüten, -flaschen und Umverpackungen (CO2-Reduktion circa 3 Kilogramm), 44 Prozent würden „bewusst“ reisen (weniger Flüge oder Kreuzfahrten, CO2-Reduktion 680 Kilogramm bei Vermeidung einer Flugreise). 21 Prozent hätten bereits energieeffizient gebaut oder modernisiert (770 Kilogramm CO2-Reduktion bei Wärmedämmung und moderner Heizung). In nachhaltige beziehungsweise ethisch einwandfreie Geldanlagen zu investieren, setzen aber nur 10 Prozent um, immerhin 22 Prozent planen es.

Da setzt laut Sonnhof-Nix die Beratung bei der Commerzbank an – nicht nur zu kfw-Krediten, sondern beispielsweise auch zur „grünen“ Baufinanzierung, für die es einen Finanzierungsvorteil von 0,1 Prozent gebe. Das höre sich wenig an, summiere sich aber bei jahrzehntelangen Laufzeiten. Nachhaltigkeit sei bereits seit 2013 auch bei der Beratung zur „sauberen“ Geldanlage ein Thema, speziell unter Umweltaspekten, zur Ökobilanz und sozialen Faktoren – Dinge, die laut EU-Richtlinie ab 2021 ohnehin verpflichtend werden.

Platz 59 im weltweiten Index der nachhaltigsten Unternehmen

In ihren Gebäuden hat die Commerzbank die CO2-Emissionen laut Sonnhof-Nix bereits um 70 Prozent reduziert. Nach und nach würden die Filialen beispielsweise auf LED-Beleuchtung und moderne Heizanlagen umgestellt. Strom werde ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen bezogen und es seien bereits 670 .000 Quadratmeter Wald aufgeforstet worden – unter anderem im Sauerland. Das habe der Commerzbank Platz 59 im Index der weltweit 100 nachhaltigsten Unternehmen eingebracht.
Die Mitarbeiter – rund 20 in Hamm – erhalten monatlich einen Zuschuss von 20 Euro, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, angeboten wird auch das E-Bike-Leasing.

Auch die Kunden sollen mitgenommen werden auf dem Weg zur Nachhaltigkeit: Der Empfehlung, auf das wenig umweltfreundliche Thermopapier bei Ausdrucken von Kontoauszügen zu verzichten und sich stattdessen ein elektronisches Postfach einzurichten, seien gerade unter dem Eindruck der Pandemie immer mehr Kunden gefolgt: Die Nutzung der Commerzbank-App sei seit Januar um 12 Prozent gestiegen, rund die Hälfte nutze Online-Banking, das Bezahlen per EC-Karte habe um 49 Prozent zugenommen.

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