Till Hoheneder aus Hamm ist Co-Autor von Mike Krügers Biografie

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Hamm - „Mein Gott, Walther“, der Nippel, der durch die Lasche gezogen wird, „Bodo mit dem Bagger“: Mit all diesen Liedern von Mike Krüger ist Till Hoheneder aufgewachsen. Jetzt ist der Hammer Comedian Co-Autor von Krügers Biografie.

„Ich bin mir sicher, dass das auf meine Musik-Comedy nicht nur Einfluss genommen hat, sondern dass die ohne Mikes Lieder gar nicht möglich gewesen wäre“, sagt Hoheneder im WA-Gespräch. Und jetzt ist Till Hoheneder Co-Autor von Mike Krügers Biografie „Das Leben ist oft Plan B.“

„Das war der Wahnsinn, als Mike mich gefragt hat, ob ich an seinem Buch mitschreiben möchte“, erinnert sich Hoheneder an die Zeit vor zwei Jahren. Dass er wollte, war natürlich keine Frage, weil sich damit für ihn so etwas wie ein Kreis schloss. Krüger ist 14 Jahre älter als Hoheneder, der 1965 geboren wurde. Als Vater Hoheneder 1974 die Musik-Kassette mit besagtem „Mein Gott, Walther“ mit nach Hause brachte, war das wohl so etwas wie eine Initialzündung für den damals neunjährigen Till: „Ich konnte alle Lieder auswendig mitsingen, und selbstverständlich habe ich schon damals versucht, Mikes Sprach- und Gesangsweise zu imitieren“, schreibt Hoheneder in dem dreiseitigen Nachwort, um das ihn Krüger gebeten hatte.

"Bundesrepublikanische Spaßgeschichte"

Till Hoheneder kennt sein Vorbild der frühen Jahre natürlich. Nicht nur, weil er an dessen letztem Programm „Is’ das Kunst oder kann das weg?“ mitgeschrieben hat und nicht nur, weil das in den 90er Jahre bundesweit erfolgreiche Musik-Comedy-Duo „Till & Obel“ und Krüger sich immer wieder im Rahmen von Fernseh-Shows begegneten – von der ZDF-Silvestershow 1990 bis zur Mike-Krüger-Show.

Mehr noch: Für Hoheneder reflektiert Krügers Werdegang – in Anlehnung an einen Satz von Roger Willemsen auf dem Cover – „ein Stück bundesrepublikanischer Spaßgeschichte“: Till Hoheneder war dabei, als Krüger in Ilja Richters „Disco“ aufgetreten ist, als er in der „Hitparade“ sang, wenn er selbst in diversen Fernsehshows eingeladen war. Das habe geprägt: „Man erlebt dadurch auch ein bisschen die eigene Geschichte“, sagt der Hammer Entertainer. Und in dem Buch werde mehr als diese Geschichte erzählt: Da komme auf charmante Weise zum Ausdruck, wie Mike Krüger da „hineingestolpert“ sei.

Dem Buch dienen

Und da gebe es Passagen, die durchaus nicht lustig gewesen seien: „Das war ein schmaler Grat, das zu schreiben.“ Jedes Kapitel, das Mike Krüger an Till Hoheneder schickte, sei so etwas wie „Rohmasse“ gewesen: „Dann fängt man an zu tunen, zu lektorieren, zu schmücken.“ Wie das geht, da kennt sich Hoheneder mittlerweile aus. Schließlich war er schon Co-Autor in den Bestsellern von Gaby Köster („Ein Schnupfen hätte auch gereicht“, erschienen 2012) und Atze Schröder („Und dann kam Ute“, 2015) sowie dem nicht ganz ernst gemeinten Lebensratgeber „Der kleine Phrasendrescher“ mit Kester Schlenz (2015).

Da macht man sich auf Dauer einen Namen in der Szene. „Man muss nicht zwangsläufig Bücher schreiben können, wenn man Gags oder Lieder schreiben kann“, sagt Hoheneder, der sich längst darauf konzentriert, erfolgreiche Bühnenprogramme diverser Comedy-Stars mitzuschreiben. Als Co-Autor ist für ihn das Wichtigste: „Das eigene Ego muss draußen bleiben. Ich diene dem Buch.“ Dass dieses Prinzip funktioniert, zeigt auch, dass Till Hoheneder namentlich auf dem Cover genannt wird: „Das ist nicht immer üblich und eine faire Würdigung“, ist er durchaus stolz darauf.

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