„Clean-Fog“-Team will ganz Deutschland säubern

Virenfrei dank Nebel-Kanonen: die Ghostbusters aus Ostwennemar

Das Team von Clean Fog vernebelt Räume mit einer speziellen Mixtur auf Chlordioxid-Basis.
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Fast 100 Prozent keimfrei: Das Team von Clean Fog vernebelt Räume mit einer speziellen Mixtur auf Chlordioxid-Basis.

Fünf Männer aus Hamm desinfizieren mit Nebel-Kanonen „bewaffnet“ Räume aller Art. Ihr Basislager? Steht in Ostwennemar. Sogar ein bekanntes TV-Gesicht hat das Team in seinen Reihen. Das ganz große Rad soll gedreht werden.

Hamm - Ist doch alles schon mal dagewesen: Ein paar schrille Typen basteln sich aus Baumarkt-Utensilien eine Art Flammenwerfer, gehen damit auf Geisterjagd und retten am Ende die Menschheit. „Ghostbusters“ hießen die abgedrehten Overallträger im US-Filmklassiker aus dem Jahr 1984, der bis heute übrigens zu den zehn erfolgreichsten Filmen aller Zeiten zählt. Im beschaulichen Ostwennemar erlebt der Blockbuster nun auf mehrere Weise eine Fortsetzung.

Da wäre zunächst einmal Cem Öztabakci: Der Ganzkörper-tätowierte Muskelprotz aus Hamm ist zwar (noch) kein Hollywoodstar, seit 2015 aber immer wieder als Film-Bösewicht in deutschen Kino-/Fernsehfilmen und Netflix-Serien („Der letzte Bulle“, „Dogs of Berlin“, „Ein Fall für 2“) zu sehen.

Öztabakci ist quasi Hauptdarsteller und Regisseur bei den neuen „Ghostbusters“ aus Ostwennemar. Für seine taufrische Mission hat der 1,98-Meter-Koloss das Killer-Image neu interpretiert und ist nun als „Weißer Riese“ und seriöser Saubermann unterwegs. Zusammen mit einer Crew aus Bekannten und Geschäftsleuten, allesamt aus Hamm, geht es nun (unter anderem) dem Coronavirus an den Kragen. Und anders als im Film, sind diese mikroskopisch kleinen „Geister“ real und gleichsam brandgefährlich.

Ghostbusters aus Ostwennemar: spezielle Mixtur auf Chlordioxid-Basis

Wurde zuletzt öffentlich viel über Luftfilteranlagen gesprochen und diskutiert, so geht es hier nun um ein hocheffizientes Desinfektionsverfahren, mit dem Viren und Keime aller Art ins Jenseits befördert werden. Dabei verwenden Öztabakci und Co. für ihre Zwecke optimierte Geräte und Kompressoren, die mit einer speziellen Mixtur auf Chlordioxid-Basis befüllt werden und mit denen im Kaltnebelverfahren Räume bearbeitet werden. „Clean Fog“ haben sie ihr vor drei Monaten gegründetes Startup getauft und kalkulieren nunmehr mit einem Millionenpublikum.

Zwar ist die Idee, Räume für Desinfektionszwecke mit Chemikalien zu vernebeln, nicht neu. Neu ist allerdings der Stoff, mit dem die Ostwennemarer ihre Goldgräbermission angetreten haben. Entwickelt von einer Firma am Bodensee (Innova Solutions GmbH, Friedrichshafen), haben sie sich zunächst einmal die Vertriebsrechte für ganz Nordrhein-Westfalen gesichert.

Ghostbusters aus Ostwennemar: 99,999 Prozent aller Viren im Visier

99,999 Prozent aller Viren und Keime werden eliminiert. Das schafft kein anderes Mittel“, sagen die Neugründer und präsentieren zum Beweis Zertifikate der Uni Graz und vom Verbund für Angewandte Hygiene (VAH). Damit aber nicht genug: Quasi überall beziehungsweise in allen Räumlichkeiten könne ihr Verfahren angewandt werden. In Krankenhäusern, Arztpraxen, Großküchen, Hotels, Autos, Wohnmobilen oder auch bei einem Mieterwechsel oder Hausverkauf.

20 bis 30 Minuten „foggen“, also einnebeln, genügten bei kleinen Räumen, um diese keimfrei zu machen, erzählen sie. Anschließend müsse nur noch gelüftet werden, und nach kurzer Zeit sei die Räumlichkeit wieder nutzbar. Rückstände blieben keine.

Zudem würden auch alle Gerüche entfernt. So hätten sie neulich das Auto eines Kettenrauchers mit ihrer Methode behandelt, berichten die Clean-Fogger. „Der Wagen roch danach wie ein Nichtraucherauto. Wirklich erstaunlich“, sagen sie. Dabei sei eine Desinfektion auch bequem bezahlbar. „Einen Opel Astra machen wir für 39 Euro.“

Ghostbusters aus Ostwennemar: Nichts im Raum nimmt Schaden

Ein weiterer Vorteil sei, dass nichts aus einer Räumlichkeit entfernt werden müsse. Weder Möbelstück noch Teppiche müssten weggeräumt werden. Selbst Computer oder sensible Elektrogerätschaften würden keinen Schaden nehmen. Auch das sei bei „ihrem“ Chlordioxid-Verfahren einzigartig.

Einsatz im Katastrophengebiet

Die Unwetterkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz hat auch die Clean-Fogger nicht kalt gelassen. „Wir werden auf jeden Fall helfen“, kündigen die Hammer an. Wenn die größten Schäden beseitigt sind, würden sie eine Woche lang ein Zwei-Mann-Team für Schimmelbeseitigungen abstellen. Kostenlos und inklusive aller nötigen Materalien.

„Wir gehen dorthin, wo wir gebraucht werden. Sei es in Privathäusern oder in öffentlichen Gebäuden von der Schule bis zum Kindergarten“, so Jürgen Christiani, einer der Firmengründer. Derzeit liefen erste Gespräche mit dem Land und der Stadt, um einen solchen Einsatz zu planen.

Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Regelmäßige Schulungen sind Teil des Programms. Die letzte wurde vor zwei Wochen absolviert und ging über fünf Tage. Hierbei ging es allein darum, die zu behandelnden Räume richtig beurteilen zu können. Raumgröße, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Keim/Virenbelastung seien einige der Parameter, nach denen sich die Auswahl des passenden Geräts, die Konzentration des Mittels und die richtige Zeit der Anwendung ermittelt lasse. In Kürze werde am Kreuzkamp in Ostwennemar das Materiallager entstehen. Langfristig soll das Projekt das existenzsichernde Standbein eines jeden der Gründer sein. Denkbar sei, ein Franchise-System quer übers Bundesland zu installieren.

Internet: www.cleanfog.de, Mail: info@cleanfog.de, Telefon 0172-2303975

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