Hammerin Barbara Hans verlässt „Spiegel“ - Mobbing-Vorwürfe

Die Chefredakteurin von Spiegel Online, Barbara Hans, spricht bei den Medientagen München 2017.
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Barbara Hans bei den Medientagen München 2017. Die aus Hamm stammende Journalistin war über Jahre Teil der Chefredaktion des Spiegel.

Barbara Hans – aus Hamm stammende Chefredakteurin des Magazins „Der Spiegel“ – verlässt das Medienunternehmen. Um sie und den Umgang mit ihr hatte es in der jüngeren Vergangenheit einige Diskussionen gegeben.

Hamburg/Hamm – Die 40-Jährige verlässt das Hamburger Nachrichtenmagazin zum 30. April. Nach einer Pressemitteilung entschieden das Steffen Klusmann als Vorsitzender der Chefredaktion und Hans „gemeinsam und im besten gegenseitigen Einvernehmen“. Über den Weggang hatten verschiedene Medien in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert.

Das Wirtschaftsmagazin Meedia hatte im Januar über einen offenen Brief zahlreicher Spiegel-Mitarbeiter berichtet, den diese an die Chefredaktion geschrieben hatten. Über 130 Redakteure drückten ihre Solidarität mit Hans aus und beklagten sich über den Umgang mit der Chefredakteurin. Die Rede war sogar von „Mobbing“. Jetzt ist es zur Trennung gekommen.

Barbara Hans sagt zum Abschied: „Mit Freude und Stolz blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre Spiegel. Es war eine intensive und extrem produktive Zeit als Redakteurin, Reporterin, Chefredakteurin. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen für alles, was wir gemeinsam erreicht haben: für einen Journalismus, der so erfolgreich ist wie nie zuvor, für Reichweiten- und Plusrekorde.“

Barbara Hans: Abi am Beisenkamp, unterwegs für den WA

Nach ihrem Abitur am Beisenkamp-Gymnasium sammelte Barbara Hans zu Beginn der 2000er Jahre ihre ersten journalistischen Erfahrungen als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion des Westfälischen Anzeigers. Sie studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Kommunikationswissenschaft, Politik und Kulturwissenschaft und erwarb Abschlüsse in Münster, Hamburg und Sussex, Großbritannien. Ihre Dissertation schrieb sie 2016 an der Uni Hamburg über politische Inszenierungen und das Vertrauen in Politik und Medien.

Sie volontierte bei Spiegel Online und dem Spiegel und arbeitete danach als Redakteurin, Reporterin und Ressortleiterin, bevor sie 2014 in die Chefredaktion von Spiegel Online berufen wurde. 2016 wurde sie Chefredakteurin von Spiegel Online. Seit Januar 2019 gehörte sie der fusionierten Chefredaktion des Spiegel an. Medienberichten zufolge ging Hans Ende 2018 in Mutterschutz. Im Sommer 2019 kehrte sie zunächst schrittweise in die Redaktion zurück, ab Herbst 2019 war sie nach eigenen Angaben wieder voll im Einsatz.

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