Nur Sanierung im Funpark oder doch großer Bewegungspark?

Echte Chance für neuen Skaterpark in Werries

 Skateanlage im Funpark am Wellenbad in Hamm Werries
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Nichts los. Die Skateanlage im Funpark ist in die Jahre gekommen: Soll die Anlage saniert werden oder soll eine größere, neue Anlage an einem anderen Ort im Bezirk entstehen?

Wenn es Skate-Bedingungen geht, gleicht der Stadtbezirk Uentrop eher einer Wüste. Was soll dagegen gemacht werden? Alte Anlage sanieren oder neue, moderne bauen? Oder kommt es ganz anders?

Werries – Die Skateranlage im Funpark bedarf einer Sanierung. Sie ist so wie sie ist eigentlich kaum mehr zu gebrauchen. Darin ist sich eine Reihe von Skatern einig: Die Anlage ist in die Jahre gekommen, der Asphalt zu grob, der Standort zu feucht ... und jetzt? Wie sich in diesem Jahr zeigte: Es gibt nicht nur eine, sondern zwei Gruppen, die unabhängig voneinander ihre Vorschläge voranbringen wollen, um die Skatebedingungen im Stadtbezirk zu verbessern. Nach Ansicht der SPD würde eine neue Anlage an einem geeigneteren Standort für beide Gruppen optimal sein, anstatt einer Sanierung des Altbestandes. Die Stadtverwaltung hat jetzt sowohl den neuen Vorschlag zu einem Outdoorhandballfeld als auch zu einer Skateranlage am Bolzplatz am Alten Uentroper Weg zu prüfen. (Lesen Sie auch: Idee vom ersten öffentlichen Outdoorhandballfeld der Stadt.)

Skateanlage im Funpark in Werries

Rund 30 Kinder und Jugendliche machten auf Einladung des Stadtteilzentrums bei einem Ortstermin im Frühling 2019 Vorschläge für den Funpark am Wellenbad. Unter anderem ging es um die stark in die Jahre gekommene, kleine Skateranlage. Mit Unterstützung des Stadtteilzentrums stellten sie einen Bürgerantrag für eine Sanierung. Die Kosten wären im vergleich zu einer neuen Anlage sehr viel geringer.

Vorschlag: Neubau Skateanlage in Werries

Ein Jahr später präsentierte eine rund 20-köpfige Gruppe junger Skater um den 16-jährigen Phil Alester Ideen für einen kompletten Neubau abseits des Funparks auf einer Teilfläche des Bolzplatzes am Alten Uentroper Weg. Dazu holte sich die Skateboardinitiative, wie sie sich nennt, den ehemaligen Skateboardprofi Oliver Kahl ins Boot. Sie formulierte eine Bürgeranregung für einen Skater- und Bewegungspark in Werries, übergab eine Unterschriftenliste und legte Skizzen vor.

Zwei Vorschläge zur Prüfung

Zwei Vorschläge! Was nun? Zur jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Uentrop kam die Bürgeranregung der Skateboardinitiative auf die Tagesordnung. Die Verwaltung soll den Vorschlag prüfen. Doch die Christdemokraten haben Zweifel, ob das der richtige Weg ist. Sie erinnerten an Jugendliche, die längst ihre Ideen eingebracht haben und für die bereits Prozesse zur Umsetzung angestoßen worden sind.

Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch (CDU) verwies auf den älteren Bürgerantrag zum Funpark, der nach und nach abgearbeitet werden soll. Bei den Vorschlägen der Jugendlichen ging es unter anderem auch um die Überarbeitung des Beachvolleyballfeldes und die Schaffung eines legalen Sprayerangebots. Beides ist bereits umgesetzt worden. „Die Bezirksvertretung hat das Anliegen zu einer Erneuerung der Skateranlage positiv aufgenommen“, sagte er. Für den kommenden städtischen Haushalt sollten Gelder bereitgestellt werden. Sie hätten das den Jugendlichen zugesagt, erklärte er. Er habe damit ein Problem, ihnen zu sagen, ihre Vorstellungen würden jetzt woanders umgesetzt. Pförtzsch verlas dazu eine Stellungnahme aus dem Stadtteilzentrum, dass sich klar für den älteren Antrag aussprach.

Beide Gruppen in Werries vereinen

Die Sozialdemokraten erkennen dagegen eine Chance, für alle Skater eine optimale Lösung herbeizuführen. SPD-Bezirksvertreter Rudolf Haase machte dem Team des Stadtteilzentrums keinen Vorwurf, die Skaterinitiative vorher nicht gekannt zu haben. Vielmehr sei es jetzt Aufgabe der Einrichtung, beide Gruppen zusammenzuführen. Die Jugendlichen aus dem Funpark hätten doch gar nicht gewusst, dass sie eine Alternative gehabt hätten. Dass sie jetzt verprellt würden, wenn ein Neubau entstehe, sei nicht richtig, meinte Haase. Beide Gruppen würden „Erstklassiges“ bekommen.

Die Sozialdemokraten widersprachen auch der Darstellung, es gebe keine große Skaterszene im Bezirk. Die könne auch mangels funktionstüchtiger Anlage im Bezirk nicht erkannt werden, meinte SPD-Ratsherr Stefan Heitkemper. Neben den rund 20 jungen Menschen der Skaterinitiative macht er einen großen Bedarf in den Familien aus. In fast allen Haushalten gebe es Skateboards, Skateroller und/oder entsprechende Fahrräder. Anlagen wie der Lippepark seien immer wieder überlaufen.

SPD: Geld im Haushalt der Stadt Hamm einstellen

Insofern hat es Heitkemper nicht verwundert, dass er im jüngsten Wahlkampf zum Thema Skateranlage „so viele positive“ Rückmeldungen bekommen habe, „wie zu keinem anderen Vorschlag“. Er rief dazu auf, dass Anliegen der Skater „gemeinsam nach vorne zu bringen“ und – an die Adresse der Stadtverwaltung und Politiker – Geld dafür in den Haushalt 2022 einzustellen.

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