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Zweiter Recyclinghof: Neuer Vorschlag für alternativen Standort

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Von: Cedric Sporkert

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Nördlich der Fläche, jenseits der Bahn-Linie, liegt der Kaufland-Markt im Hammer Süden (oberer Bildrand).
Nördlich der Fläche, jenseits der Bahn-Linie, liegt der Kaufland-Markt im Hammer Süden (oberer Bildrand). © Hans Blossey

In die Diskussion um den von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort für einen zweiten Recyclinghof auf der Fläche „Im Ried“ bringt die Hammer CDU eine aus ihrer Sicht „wirkungsvolle Alternative“ ein.

Hamm - Die Christdemokraten schlagen vor, drei bis vier dezentrale Klein-Annahmestellen für Abfälle vor allem aus privaten Haushalten in den Bezirken zu errichten.

„Dort können dann die unterschiedlichen Abfallsorten abgegeben und vom ASH zur weiteren Verwertung zum zentralen Recyclinghof am Lausbach transportiert werden. Keine großen Bauten oder Hallen – lediglich bürgerfreundliche dezentrale Kleinannahmestellen“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Arnd Hilwig. Ein entsprechender Vorschlag soll dem Rat am 13. Dezember unterbreitet werden.

CDU: Aktuelle Pläne zum Scheitern verurteilt

Die von Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) und Umweltdezernent Volker Burgard (Grüne) favorisierten Pläne für den zweiten Recyclinghof „Im Ried“ seien aus Sicht der CDU zum Scheitern verurteilt, begründet die Oppositionspartei ihre Initiative. Angesichts der damit verbundenen Umwelt- und Stadtentwicklungsprobleme habe das Projekt keine Chance.

„In dem von der Stadtverwaltung beauftragten Gutachten wird von den 33 untersuchten Standorten überhaupt nur ,Im Ried‘ für möglich gehalten. Aber selbst dieser Standort kommt ja wegen der zu befürchtenden Verkehrsprobleme und Lärmbelästigung nicht in Frage. Die Proteste der Bürger sind in der Sache völlig verständlich und nachvollziehbar“, meint Hilwig.

Große Anlieferungen weiter zum Lausbach

Vorzüge der dezentralen Konzeption seien schnellere Erreichbarkeit, geringeres Verkehrsaufkommen und deutlich kleinere Standortflächen. Auch Grünabfälle sollen an den Kleinannahmestellen in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden können, findet die CDU. Für Grünabfälle solle zudem überlegt werden, ob zusätzlich die bisherige Sammelstelle an den Zentralhallen im Frühjahr und Herbst temporär geöffnet werden kann. Größere Anlieferungen jeglicher Art sollten ausschließlich am zentralen Recyclinghof angenommen werden.

Hilwig hält dieses Konzept für die kostengünstigere Möglichkeit, mit Blick auf die Kosten für den zweiten Recyclinghof, die bei rund 5 Millionen Euro liegen sollen und teils durch eine geringe Erhöhung der Abfallgebühren aufgefangen werden sollen. Wie teuer die Kleinannahmestellen letztlich wären, vermochte die CDU nicht mitzuteilen. Auch potenzielle Standorte benannte sie nicht.

Stadteigene Flächen müssten hierfür noch einmal in den Blick genommen werden, genauso wie aufgegebene landwirtschaftliche Betriebsflächen. Die Benennung von konkreten Standorten sei dann Aufgabe der Stadt. „Der Auftrag geht klar an die Verwaltung und ihren aus unserer Sicht überflüssigen Dezernenten für Umwelt. Das was da bisher geliefert wurde, stellt nicht zufrieden“, meint Hilwig.

Verwaltung reagiert auf Kritik der BI

In einer ersten Reaktion auf den CDU-Vorschlag verweist die Verwaltung darauf, 2018 einstimmig mit der Suche nach einem Standort für lediglich einen zusätzlichen Recyclinghof beauftragt worden zu sein. „Weitere Beschlüsse gab es nicht und erscheinen wirtschaftlich wenig sinnvoll - unter anderem aufgrund eines hohen Personalaufkommens, zusätzlicher Fahrten durchs Stadtgebiet et cetera.“

Die Verwaltung hat darüber hinaus am Donnerstag eine dritten Ergänzung der Beschlussvorlage für den Rat veröffentlicht. Darin reagiert die Stadt auf ein Schreiben der Bürgerinitiative gegen den Recyclinghof, das von Anwalt Roman Deppenkemper verfasst worden ist und in dem dieser der Verwaltung grundlegende Fehlannahmen und beabsichtigte Intransparenz vorwirft (ausführlicher Bericht folgt).

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