Seit Jahren eine Forderung in Hamm-Osten

Chaos am Verkehrsknoten: Optimierungsbedarf auf St.-Georgs-Platz

Fußweg, Radweg? CDU und Grüne fordern eine eindeutige Wegeführung auch auf der Südseite des St.-Georgs-Platz in Hamm-Osten
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Fußweg, Radweg oder beides? Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch (von links), Grünen-Bezirksvertreter Jörg Wedekind, CDU-Ratsfrau Monika Schnieders-Pförtzsch und CDU-Bezirksvertreter Bastian Gottfried fordern eine eindeutige Wegeführung auch auf der Südseite des St.-Georgs-Platzes.

Ein Radweg, der als Fußweg genutzt wird, eine Fahrspur ohne großen Nutzen, eine merkwürdige Bushaltestelle ... Optimierungsbedarf erkennen CDU und Grüne beim St. Georgs-Platz in Hamm-Osten.

Hamm-Osten – Als den Knotenpunkt schlechthin in Hamm-Osten bezeichnet CDU-Ratsfrau Monika Schnieders-Pförtzsch den St.-Georgs-Platz. Als kniffligen Knoten empfindet sie auch einen Teil der Wegeführung. Den Knoten zu zerschlagen, hat sich die CDU in Uentrop vor Jahren vorgenommen. Bislang ohne Erfolg. Die Christdemokraten nehmen nun einen erneuten Anlauf und beantragen mit den Grünen, einen Fußweg parallel zum Radweg am Schnittpunkt mit der Ludwig-Teleky-Straße und dem Alten Uentroper Weg anzulegen. Zudem solle der gesamte St.-Georgs-Platz überplant werden.

Eine Kreisellösung konnte sich Christian Maßmann vom Tiefbauamt seinerzeit vorstellen: „Den bekommen wir aber in den nächsten hundert Jahren nicht finanziert.“ Grund waren die begrenzten Haushaltsmittel. Die Stadtverwaltung bezeichnete die Wegeführung schon mal als bewährt und sicher und erkannte keinen Verbesserungsbedarf. Der liegt allerdings für die CDU und Grünen auf der Hand.

Fußweg auf Südseite des St.-Georgs-Platzes in Hamm-Osten

Monika Schnieders-Pförtzsch kann sich gut an die damalige Ablehnung erinnern und den Verweis, dass es zunächst nur Gelder für die Ostenallee gebe. 2017 wurde die Verkehrsader saniert. Am nördlichen Rand des St.-Georgs-Platzes entstanden getrennte Fuß- und Radwege. Verkehrsinseln machen das Überqueren der jeweils zweispurigen Fahrbahnen sicherer.

Das fehlt auf der Südseite. Der rund 40 Meter lange Radweg am Rand des Platzes sowie zwischen Teleky-Straße und Alter Uentroper Weg wird auch von Fußgängern benutzt, dabei sollen sie den Platz eigentlich mittig überqueren. Das könne für gefährliche Situationen sorgen, sagt sie.

Fußweg auf Südseite des St.-Georgs-Platzes in Hamm-Osten

Der Fußweg basiert auf Trampelpfaden, die 1963 ausgebaut wurden. Je nachdem, wo Fußgänger hinwollen, müssen sie einen Umweg in Kauf nehmen, meint Schnieders-Pförtzsch. Dafür müssten gegebenenfalls die separate Autospur und Einbahnstraße zwischen den beiden Seiten des Platzes aufgegeben werden.

CDU-Bezirksvertreter Bastian Gottfried fordert eine klare Wegeführung wie auf der Nordseite des Platzes. Im Einmündungsbereich zur Teleky-Straße ist bereits eine abmarkierte Fläche. Dort könne eine Querungshilfe gebaut werden, meint er. Auf der Seite zur ZUE hin müsste erst Platz geschaffen werden. Von einer Querungshilfe an dieser Stelle verspreche er sich, dass der vom Alten Uentroper Weg kommende Verkehr gebremst werde. Für Radfahrer, die die Straße überqueren, wäre das sicherer.

Übergang Radweg am St.-Georgs-Platzes in Hamm-Osten

Mit vergleichsweise wenig Aufwand könnte laut Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch der Übergang für Radfahrer über die Ludwig-Teleky-Straße verbessert werden. Dafür müsste nur der abgesenkte Bordstein versetzt werden. Das könne vielleicht mit der anstehenden Fahrbahnerneuerung der Straße erfolgen, meint er.

Kompletten St.-Georgs-Platzes in Hamm-Osten überplanen

Die Überplanung des Platzes und die Optimierung der Verkehrsführung müsste nach Ansicht von CDU und Grünen mehrere Bereiche umfassen. Die Ost-West-Verbindung für Autos am südlichen Rand des Platzes wird vor allem als Parkplatz verwendet.

Den Bezirksvertretern erschließt sich allerdings nicht der Sinn dieser Verbindung. Sie halten sie für verzichtbar. Stattdessen könnte aus ihrer Sicht die Grünfläche vergrößert werden. Das würde der Kirchengemeinde zugutekommen, die ihr Pfarrfest auf dem Platz feiert. Die Parkplatzsituation im Umfeld soll überdacht werden.

Bushaltestelle St.-Georgs-Platz in Hamm-Osten prüfen

Vier Bushaltestellen sind im Umfeld, eine westlich des Platzes. Sie ist noch nicht behindertengerecht ausgebaut, auch einen Unterstand gibt es nicht. Diese Ausstattung böte sich nach Ansicht von CDU und Grünen wegen der Nähe zur Kirche an.

Grünen-Bezirksvertreter Jörg Wedekind stellt mehrere Mängel fest. Der Radweg führt vor dem Wartebereich der Haltestelle her. Fahrgäste müssen ihn also beim Ein- und Aussteigen queren. Hinter der Haltestelle sind Privatparkplätze eines Mehrfamilienhauses ausgeschildert. Autos fahren so über den Wartebereich. Ob das so überhaupt erlaubt sei, solle geprüft werden, sagt Wedekind.

Umgestaltung St.-Georgs-Platz in Hamm-Osten

Als „akut“ bezeichnet Schnieders-Pförtzsch den Bau eines Fußwegs auf der Südseite des Platzes. Dazu beantragen CDU und Grüne, Gelder in den Haushalt 2022/23 einzustellen. Die Verwaltung soll den St.-Georgs-Platz konzeptionell überarbeiten. Das dürfte dauern. Die Erfahrung haben die Bezirksvertreter schon gemacht. „Nur bis heute ist nichts passiert“, sagt Schnieders-Pförtzsch. „Wir bleiben dran“.

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