Büromitarbeiter bestellten Material für mehr als 3.000 Euro

Laurenz Meyer und die Montblanc-Füller

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CDU-Politiker Laurenz Meyer hat sein Abitur 1968 am Gymnasium Hammonense in Hamm absolviert.

Hamm - Acht Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag hat es der bundesweit bekannte Hammer CDU-Politiker Laurenz Meyer am Mittwoch noch einmal auf die Titelseite der „Bild-Zeitung“ geschafft. Das Boulevard-Blatt wirft dem früheren CDU-Generalsekretär vor, zum Ende seiner Amtszeit verschwenderisch gewirtschaftet zu haben.

Über das persönliche Sachleistungskonto des damaligen Abgeordneten sollen seinerzeit für mehr als 3.000 Euro Luxusschreibgeräte der Marke Montblanc beschafft worden sein. In den letzten neun Monaten vor seinem Ausscheiden aus dem Parlament nach der Bundestagswahl 2009 seien auf diesem Weg 14 Artikel angeschafft worden. 

Im Gespräch mit unserer Zeitung nahm Meyer Stellung zu den Vorwürfen: „Bis vor einer Woche habe ich nichts von diesen Bestellungen gewusst. Ich habe weder selbst etwas bestellt noch habe ich eine der Bestellungen unterschrieben.“ Nachdem er von der Sache erfahren hatte, habe er über die Bundestagsverwaltung die entsprechenden Unterlagen angefordert und inzwischen eingesehen.

"Habe mich nicht persönlich um Bestellung gekümmert" 

Dabei habe er festgestellt, dass zum Teil seine Mitarbeiter im Büro, zum Teil aber auch „andere Leute, die ich nicht einmal kenne“, auf seinen Namen die Luxusartikel geordert hätten. In einem Fall habe sogar jegliche Unterschrift unter der Bestellung gefehlt. „Ich weiß nicht, wie das die Abgeordneten heute handhaben. Zu meiner Zeit habe ich mich nicht persönlich um die Bestellung von Büromaterial gekümmert“, sagte Meyer. 

„Bild“ berichtet, Meyer führe eine Lise von 116 Abgeordneten an, die 2009 in nur zehn Monaten Montblanc-Artikel im Gesamtwert von 68.000 Euro eingekauft hätten. Seit sieben Jahren verlangt das Blatt die Bekanntgabe der Namen dieser Abgeordneten und führt darum mit Bundestagspräsident Norbert Lammert eine juristische Auseinandersetzung. Meyer ist nun der erste und bislang einzige Abgeordnete, der namentlich in diesem Zusammenhang genannt wird. 

Ihm wird auch vorgeworfen, eines der teuren Schreibgeräte im Wert von über 200 Euro für sich selbst behalten zu haben. Den Montblanc-Füllfederhalter habe Meyer zu Hause beim Auspacken der Kisten aus seinem Bundestagsbüro entdeckt, berichtet „Bild“. Wie die Edelfeder in die Kiste gekommen sei, wisse er nicht, habe Meyer gesagt. Nach seinem Kenntnisstand, so Meyer gegenüber unserer Zeitung, habe es seinerzeit bei mehreren weiteren Abgeordneten Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Büromaterial gegeben. 

Die Bundestagsverwaltung habe deshalb den Vertrag mit der Firma gekündigt, die die Montblanc-Artikel geliefert habe. Seit 2010 dürfen Bundestagsabgeordnete keine Montblanc-Artikel mehr einkaufen. Der Ältestenrat des Bundestags hatte das so beschlossen.

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