Trend (noch) nicht angekommen

Carsharing in Hamm: Da ist noch viel Luft nach oben!

„Stadtteilauto“ ist einer der Carsharing-Anbieter in Hamm.
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„Stadtteilauto“ ist einer der Carsharing-Anbieter in Hamm.

Carsharing liegt in Hamm noch nicht im Trend, obwohl seit mehr als 20 Jahren geteilte Autos in der Stadt stehen.

Hamm – Bundesweit ist die Zahl der Carsharing-Fahrzeuge binnen eines Jahres um ein Viertel gewachsen. Das erklärte der Geschäftsführer des Carsharing-Verbands vergangene Woche. In Hamm jedoch hat sich der Trend zum geteilten Auto noch nicht durchgesetzt. Sieben geteilte Autos von zwei Anbietern gibt es. „Da gibt es noch Potenzial“, sagt Till Ammann, Geschäftsführer von Stadtteilauto Münster.

Die Münsteraner haben schon 1999 das erste geteilte Auto in Hamm geparkt. „Das entstand aus der Umweltbewegung heraus“, sagt Ammann. Initiator sei das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (Fuge) gewesen. Heute hat Stadtteilauto Münster fünf Fahrzeuge an vier Hammer Standorten für etwa 50 Kunden mit um die 250 Fahrern, wie Ammann sagt. Dazu kommen zwei Fahrzeuge von Flinkster, dem Carsharing-Anbieter der Deutschen Bahn. Sie stehen am Hauptbahnhof. Dort haben auch die Münsteraner eine Station.

Mobilstation am Bahnhof soll helfen

Wer jedoch am Hammer Hauptbahnhof ankommt, muss schon wissen, dass es hier geteilte Autos gibt – es fehlen Schilder, die darauf hinweisen. Carsten Gniot, leitender Verkehrsplaner bei der Stadt Hamm, erklärt, dass sich das in diesem Jahr ändern soll. Dann entsteht am Bahnhof eine Mobilstation: Sie soll es erleichtern, die Nutzung Bahn, Fahrrad und Auto sinnvoll zu kombinieren. Eventuell werden auch die Standorte der Carsharing-Wagen noch geändert – Gniot hofft, dass die Wagen künftig an der Post parken.

Was beim privaten Carsharing zu beachten ist

Die meisten Fahrzeuge stehen viele Stunden am Tag ungenutzt still. Die Idee von Firmen wie Turo ist es, den Wagen in dieser Zeit anderen Menschen zu vermieten. Foto: Turo/dpa-tmn
Andre Haddad ist Chef von Turo. Foto: Turo/dpa-tmn
Meist noch unerlässlich: Beim privaten Carsharing gibt es häufig eine persönliche Schlüsselübergabe. Foto: SnappCar/dpa-tmn
Die Vermittlung der Privatautos erfolgt in der Regel per Smartphone wie hier bei Drivy. Foto: Gaetan Recly/Drivy/dpa-tmn
Was beim privaten Carsharing zu beachten ist

Befürworter sehen in den geteilten Autos eine Möglichkeit, Parkplätze zu sparen – und den Autoverkehr zu reduzieren. Wie viele private Autos Teilautos ersetzen können, ist nicht klar. Einige Studien gehen davon aus, dass ein Carsharing-Wagen vier private Pkw ersetzt, andere gehen von bis zu zehn Fahrzeugen aus.

Mehr Mut haben, neue Wege zu gehen

Doch ob sich in einer Flächenstadt wie Hamm viele Privatautos ersetzen lassen? Stadtteilauto-Geschäftsführer Ammann erklärt, dass eine dichte Wohnbebauung entscheidend für den Erfolg des Carsharings sei. Insofern dürfte es das Autoteilen erschweren, dass Hamm an vielen Stellen weniger dicht besiedelt ist als andere Städte mit vergleichbarer Einwohnerzahl.

Wachstumsmöglichkeiten sieht Ammann vor allem durch Mobilstationen. Zu diesen und anderen Ideen tauscht er sich mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung aus. „Der Wille ist da, das ist schon mal positiv. Aber man müsste mehr Mut haben, neue Wege zu gehen“, sagt Ammann.

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