Fragwürdige Endstation

Neuer Fahrplan: Buslinie 6 ins Heessener Dorf hat so ihre Tücken

Bezirksbürgermeister Erzina Brennecke und Bus-Kunde Frank Stankowitz an der Bushaltestelle im Heessener Dorf
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Unglücklich ausgewählt: Frank Stankowitz und Bezirksbürgermeisterin Erzina Brennecke finden, dass die Haltestelle der Linie 6 am Lönsring zum Endpunkt der Linie gemacht werden sollte.

Die neue Buslinie 6, die durchs Heessener Dorf führt, ist eine schräge Nummer – finden zumindest diejenigen, die den Bus benutzen.

Heessen – Mit der Einführung des neuen Fahrplans führen nicht mehr zwei Buslinien (früher die 11 und die 12) durchs Dorf, sondern nur noch eine – die besagte Nummer 6. Die fährt aber nicht nur deutlich seltener, sondern hat auch so ihre Tücken. Das fängt damit an, dass die Linie 6 im neuen Farbleitsystem als „Braune Linie“ ausgewiesen ist. An den Haltestellen ist die 6 allerdings blau hinterlegt. „Ja was denn nun“, fragt Frank Stankowitz, der an der Kleistraße wohnt und ab und zu die Haltestelle am Lönsring nutzt.

Apropos Lönsring: Hier liegt die zweite Tücke verborgen. „Diese Haltestelle ist die östlichste in ganz Heessen“, sagt Stankowitz. Damit wird sie aber nicht auch logischerweise zur Endstation. Nein: die liegt nämlich eine Station weiter am Eckey. Und das heißt: „Wer am Lönsring einsteigt und Richtung Innenstadt fahren will, muss zwar zahlen, steht aber nach nur einer Minute Fahrzeit (so steht es auch im Fahrplan) an der Endstation am Eckey.“ Und muss natürlich wieder aussteigen, weil der Busfahrer dort zehn Minuten Pause macht, bevor die neue Runde beginnt. Die Alternative: „Man geht vom Lönsring zum Eckey – etwa zehn Minuten – und steigt erst dort ein, um zumindest das Fahrgeld zu sparen“, sagt Stankowitz. Das sei aber vor allem für die vielen Senioren eine Zumutung, vermutlich aber auch für Schüler und Berufstätige.

Auch Bezirksbürgermeisterin Erzina Brennecke musste jetzt bei einem Ortstermin eingestehen, dass diese Situation zumindest unglücklich ist. „Ich werde das weitergeben und hoffe, dass es eine Lösung gibt.“ Logischer, so sagte auch sie, sei es, den Lönsring als Endstation zu nehmen.

„Einfach die Endhaltestelle vorverlegen“

Frank Stankowitz, der von etlichen Nachbarn und Anwohnern auf das Problem angesprochen wurde, macht folgenden Lösungsvorschlag: „Einfach die Endhaltestelle und den neuen Fahrtbeginn in die Innenstadt um eine Haltestelle vom Eckey zum Lönsring vorverlegen. So haben auch Anwohner im hinteren Bereich des Heessener Dorfes die Möglichkeit, ohne Probleme mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Der Bus kann für die rund zehnminütige Pause dort gut parken. Platz ist ausreichend vorhanden.“

Und noch etwas sei im Heessener Dorf deutlich geworden: Laut neuem Nahverkehrsplan komme es (angeblich) überall zu Verbesserungen, sagt Stankowitz. „Das trifft auf das Heessener Dorf in keiner Weise zu. Eine direkte Verbindung zur Gartenstadt und zum Kaufland an der Münsterstraße gibt es nicht mehr. Dafür muss man am Heessener Markt umsteigen. Aber Umsteigen soll ja laut neuem Nahverkehrsplan eigentlich vermieden werden“, sagt er.

Auch optische Tücke im neuen Fahrplan

Optisch berge der neue Fahrplan für die Linie sechs ebenfalls eine Tücke. Im Liniennetzplan wird der Eindruck erweckt, die Haltestelle „Barbara-Klinik“ liege weiter östlich als der „Lönsring“. In Wirklichkeit sei es genau umgekehrt.

Und was die Verbindungen, die die Linie 6 jetzt leistet, angeht, sei eine deutliche Verschlechterung zu früher festzustellen, sagt der Heessener. Er hat ausgerechnet, dass die Linien 11 und 12 vorher 29 Verbindungen in die Innenstadt ermöglicht hätten, jetzt sind es nur noch 18 (minus 38 Prozent). An Samstagen hatten die Linien 11 und 12 immerhin noch 23 und an Sonntagen 12 Verbindungen in die Stadt. Jetzt sind es nur noch 14 am Samstag (minus 39 Prozent) und sechs am Sonntag, was einem Minus von 50 Prozent entspricht.

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