Nach heftigem Unfall: Erste grüne Bushaltestelle in Hamm

+
Wiederaufbau mit besonderer Note: Das Buswartehäuschen an der Werler Straße bekommt eine Dachbegrünung.

Ein kleines Naturparadies mit sattem Grün, Blüten und Rückzugsmöglichkeit entsteht in Hamm am Rande der Werler Straße – allerdings nicht für Menschen. Die Örtlichkeit hatte erst vor wenigen Monaten dicke Schlagzeilen gemacht.

Hamm-Süden –  Bienen, Insekten und andere kleine Lebewesen werden nämlich künftig auf dem Buswartehäuschen vor der Westfalen-Tankstelle ein schönes Plätzchen finden. Damit wird es nun in Hamm die erste begrünte Bushaltestelle geben.

Zur Erinnerung: Mitte März war ein Lkw-Fahrer bei einem spektakulären Unfall in das Wartehäuschen gefahren und hatte dieses sowie einen Briefkasten und Teile der Tankstelle zerstört. Nachdem Fahrgäste seither auf eine Unterstellmöglichkeit vor Ort verzichten mussten, ist nun Bewegung in die Sache hineingekommen. Deutlich wird dies an der Absperrung des Bereichs, in dessen Mitte derzeit ein Loch klafft.

„Wir werden am 21. Juli ein neues Buswartehäuschen aufstellen“, erklärte Roland Petermann von der Dortmunder Firma Ruhfus, die diese Haltestelle – wie auch einige andere in Hamm – betreibt. Angeliefert wird sie nächste Woche Dienstag mit einem Schwerlasttransporter und wird daher beim Entladen per Kran sicherlich viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Klimaschutz im „Kleinen“ im Hammer Süden

„An die Werler Straße wird dann ein ganz neues Modell kommen“, kündigte Petermann an. Highlight ist natürlich das begrünte Dach, das die zuvor üblichen Blechdächer ersetzen wird und den Klimaschutz im „Kleinen“ fördern soll. Interessant auch: Das neue Buswartehäuschen wird mitsamt einer Betonplatte angeliefert.

Damit sich der Bereich allerdings dem Muster des Bürgersteigs anpasst, wird das Betonfundament schließlich noch gepflastert, wie Roland Petermann von Ruhfus – einer Firma für Außenwerbung – auf WA-Anfrage sagte. Zuvor müsse allerdings noch für die Beleuchtung ein Stromanschluss verlegt werden.

Lkw-Unfall nicht der erste an der Stelle

Wann genau das Buswartehäuschen dann freigegeben wird, ist noch unklar. Es könne sein, dass es nach dem Aufstellen noch ein paar Tage dauere, so Petermann. Spätestens Ende Juli haben Fahrgäste dann aber wieder vor der Westfalen-Tankstelle ein Dach über dem Kopf. Zu den Kosten des neuen Buswartehäuschens machte Petermann keine Angaben. Nur so viel: Die alten Modelle haben um die 10.000 Euro gekostet, die neuen seien deutlich teurer.

Der Lkw-Unfall, bei dem glücklicherweise niemand schwer verletzt wurde, war nicht der erste an der Stelle. Schon zuvor sei die Bushaltestelle bei einem Unfall beschädigt worden, erinnerte Roland Petermann an die wenig erfreuliche Historie des Standorts. Mögliche Erklärung: Der Bereich befindet sich am Ende der im Jahr 2006 gebauten Umleitung der Werler Straße – und die ist in Fahrtrichtung Stadtmitte kurvig und abschüssig.

Grüne Häuschen: Die Idee stammt aus Utrecht

Die Idee für begrünte Buswartehäuschen stammt aus der niederländischen Stadt Utrecht. Mittlerweile gibt es dort schon über 300 dieser Öko-Dächer. Ziel ist, Raum für Bienen, Insekten und andere kleine Lebewesen zu schaffen und damit einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Auch die Politik diskutierte das Thema bereits. Denn angesichts von immer weniger Naturflächen in Stadtgebieten, sind diese Öko-Dächer ein willkommener Beitrag zum Klimaschutz im „Kleinen“. Netter Nebeneffekt: Die begrünten Buswartehäuschen tragen zur Verschönerung des Stadtbildes bei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare