Noch ein paar Monate mehr

Burghügel Mark: Die Baustelle bleibt eine Baustelle bleibt eine Baustelle...

Der Mauerring auf dem Burghügel ist bis auf einige Restarbeiten fertiggestellt.
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Noch nicht das Tor ins Mittelalter, sondern noch zu einer Baustelle: Der Mauerring auf dem Burghügel ist bis auf einige Restarbeiten fertiggestellt. Am Aufgang muss sichtlich noch Hand angelegt werden.

Termine für den Abschluss der Bauarbeiten auf dem Burghügel Mark in Hamm gab es schon viele. Sie sind also mit Vorsicht zu genießen. Das zeigt sich jetzt schon wieder.

Hamm - Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch nahm es Ende November mit Humor, als er den Bezirksvertretern die Fertigstellung für April/Mai ankündigte. „Wenn es Juni/Juli wird, wird das eine gute Zeit“, sagte er über den neuen Zeitplan der Stadtverwaltung und verschaffte damit noch etwas Luft. Monate später: Auch das von Pförtzsch weiter geöffnete, zweite Zeitfenster schließt sich langsam. Ende Juli hat der Burghügel zwar seine auf Punktfundamenten ruhende, daher scheinbar schwebende Ringmauer, aber den gewünschten wehrhaften Anblick symbolisiert sie angesichts der Baustellenszenerie nur abschnittweise. Bauzäune versperren nach wie vor den Weg von der Vorburg zur sogenannten Hochmotte. So wird es noch eine Weile bleiben. „Die Fertigstellung der gesamten Anlage ist für September 2021 avisiert“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Vergleich mit dem Berliner Flughafen (BER) hat sich schon mal aufgedrängt. Sollte aber der neuerliche Zeitplan eingehalten werden, kommt die vollständige Umsetzung des Rahmenkonzeptes für den Burghügel nur mit zweijähriger Verzögerung – beim BER waren es neun. Allerdings sind die Gründe in der Mark andere.

Umfangreiche archäologische Untersuchungen hatte die Stadt schon beim symbolischen Spatenstich im April 2019 angedeutet. Und so kam es dann auch. Die Ausschreibungen stellten sich als aufwendig heraus. Dann ergab sich noch die Sanierung des zur 750-Jahrfeier erbauten Denkmals auf dem Burghügel. Das 1976 entstandene Mauerwerk macht den einstigen Standort des Palas oder Wohn-/Wehrturms kenntlich. Außerdem kam noch die Aufarbeitung des Weges rund um den Hügel hinzu.

Baustelle Burghügel Mark: Witterung und Lieferzeiten

Die jüngsten Verzögerungen begründet die Stadt mit den Witterungsbedingungen im Frühjahr und „vor allem“ mit den „derzeit erheblichen Lieferzeiten für Baumaterialien“, sagt Herberg mit Verweis auf den Naturstein und den Stahl. Davon ist eine ganze Menge verbaut worden. Auch bei der Lieferung von Sitzblöcken habe man teilweise längere Wartezeiten gehabt. So hat die Stadtverwaltung genauso mit den aktuellen Problemen in der Branche zu kämpfen, wie andere auch auf den Baustellen.

„Insgesamt sind die Firmen stark ausgelastet“, sagt Herberg. „Bei zusätzlichen Arbeiten besteht in der Regel eine Wartezeit von sechs bis acht Wochen. Zudem haben die beauftragten Firmen zur Zeit Betriebsferien.“

Die Arbeiten an der Mauer auf dem Burghügel sind weitgehend, „bis auf einige Restarbeiten“, abgeschlossen. Der Ring ist aber, wie geplant, nicht komplett geschlossen. Zum Schutz von Bäumen, auch einem Naturdenkmal, ist er an zwei Stellen unterbrochen. Der Rundweg entlang der Mauer ist aber fortgesetzt, wenn auch an einer Stelle aus Platzgründen ohne Handlauf.

Die „Wiege“ und das Konzept

Der Burghügel Mark gilt als die „Wiege der Stadt Hamm“. Graf Adolf I. gründete sie im Jahr 1226. Die Burg war sein Stammsitz. Sie ist heute nur noch als Bodendenkmal vorhanden. Die Gräfte umschließt die einstige Vorburg und den Burghügel, die Motte. Das ist eine Burg auf einem künstlich geschaffenen Erdhügel, auf dem in der Regel ein turmartiges Gebäude stand.

Mit der Umsetzung des 2016 vorgestellten Gestaltungskonzeptes soll der kulturhistorisch bedeutsame Ort verdeutlicht werden. Kernstücke des Konzeptes sind die neue, bereits vor zwei Jahren gebaute Brücke zwischen Vorburg und Burghügel und der Mauerring. 750.000 Euro soll die Umsetzung des Konzeptes nach ursprünglicher Kalkulation kosten. Davon fließen rund 675.000 Euro aus dem Konjunkturpaket III. 75.000 Euro sind städtischer Anteil.

Baustelle Burghügel Mark: Stahlträger in Hügel gerammt

Was oben auf dem Hügel bereits fertig ist, lässt sich vom Rande der Baustelle nur eingeschränkt betrachten. Von dort fällt vor allem der noch unfertige Eingangsbereich auf. Stahlträger sind neben der Treppe in den Hügel gerammt. Der Schotter erweckt den Eindruck, dass Material in Bewegung geraten ist. Immerhin muss der seinerzeit aufgeschüttete Hügel eine schwere Last aus Stein und Stahl tragen. Die Stadt erkennt aber keinen Anlass zur Sorge. „Statische Probleme bestehen nicht“, sagt der Stadtsprecher.

Die stehenden Stahlträger auf dem Weg hinauf zur Ringmauer passen vielmehr zum bereits verbauten Material. „Die Treppe am Aufgang wird mit einer einseitigen Wange ausgestattet, die an den Stahlträgern befestigt wird“, sagt er. Ein Handlauf bilde später den Abschluss.

Der Bauzaun verhindert nicht, dass der Burghügel schon vor der Freigabe betreten wird. Das war schon im März 2019 der Fall. Unbekannte hatten einen erheblichen Schaden angerichtet und einen Bagger mit roher Gewalt unbrauchbar gemacht. Der Vandalismus auf der Baustelle blieb bislang ein Einzelfall. Probleme mit „wilden“ Treffpunkten seien der Stadt unbekannt, sagt der Stadtsprecher über die Beobachtungen am Burghügel.

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