„Nina“-Probleme am bundesweiten Warntag

20 Minuten „Alarmstimmung“: Allein in Hamm heulten heute 38 Sirenen

Egal ob Terroranschläge oder Naturkatastrophen wie Hochwasser, Hitzewellen und Erdbeben: Wenn Gefahr droht, soll die Bevölkerung so schnell wie möglich informiert werden, auch in Hamm. Ein groß angelegter Testlauf sollte das heute laut und deutlich machen.

Hamm – Grundsätzlich setzen die Behörden auf ein ganzes Arsenal von Warnmitteln: von der altbekannten Sirene bis zur Spezial-App „Nina“. Heute wurde erstmals alles deutschlandweit erprobt. Fragen und Antworten dazu:

Was passiert am Warntag?

Am heutigen Donnerstag begann um 11 Uhr ein bundesweiter Probealarm. Alle vorhandenen Warnmittel wurden nach und nach getestet. Dazu gehören zum Beispiel Warn-Apps, Nachrichten über Radio und Fernsehen, aber auch Sirenen. Um 11.20 Uhr sollte es Entwarnung geben. Nach Angaben der Hammer Feuerwehr gab es bei der Warnapp „Nina“ offenbar teilweise Probleme mit der Zustellung. Da die Warnmeldungen für den Warntag jedoch zentral ausgelöst und verteilt werden, habe die Hammer Feuerwehr „darauf keinen Einfluss“. Die Stadt will im Lauf des Tages Bilanz ziehen.

Warum ist der Warntag am 10. September?

Im größten Teil des Landes ist schon wieder Schule, so dass man davon ausging, möglichst viele Menschen zu erreichen. Der Warntag soll künftig jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Werden überall auch Sirenen heulen?

Welche Warnmittel jeweils genau zum Einsatz kamen, entschieden die örtlichen Behörden. In Hamm ertönten über die Sirenen die Signale „Entwarnung“ (1 Minute anhaltender Dauerton), „Warnung bei Gefahren“ (1 Minute auf- und abschwellender Heulton) und abschließend wieder für 1 Minute das Signal „Entwarnung“ . Zwischen den Signalen war jeweils fünf Minuten Abstand.

Die Sirenen stammen ja teils noch aus der Zeit es Zweiten Weltkriegs. Warum sind die heute immer noch nötig?

Sirenen gelten vor allem nachts als zuverlässiges Warnmittel. Ihr Heulton holt die Menschen aus dem Schlaf, wenn Fernseher, Radio und Handy ausgestellt sind.

Wozu braucht man dann noch andere Warnmittel?

Sirenen können nur kundtun, dass Gefahr im Verzug ist, aber nicht welche. Über Lautsprecherfahrzeuge kann man die Bevölkerung viel konkreter warnen. Und über die App „Nina“, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kommt die Warnung sogar direkt auf das Handy.

Wie funktioniert diese App?

„Nina“ wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn entwickelt und ist mit dem sogenannten Modularen Warnsystem verknüpft. Das ist das satellitengestützte Warnsystem des Bundes, das Warnungen des BBK und lokale Warnungen der Leitstellen verbreitet. „Nina" empfängt aber auch Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserwarnungen. Andere Warn-Apps sind BIWAPP (Bürger-Info und Warn-App), „Katwarn“ sowie diverse regionale Warn-Apps.

„Mithilfe der Sirenen, aber auch durch die Warn-App Nina können wir die Menschen in Hamm schnell bei drohende Gefahr und größeren Schadenereignissen warnen. Nur wenn die Bürgerinnen und Bürger ausreichend informiert sind, können sie sich und anderen in Gefahrensituationen helfen“

Markus Kreuz, Feuerwehrdezernent

Welchen Sinn hat der Warntag?

„Es hat sich gezeigt, dass Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurückgreifen“, sagt Christoph Unger, Präsident des BBK. Deshalb sei es sinnvoll, so etwas einzuüben. Außerdem gebe es eine zunehmende Zahl von Naturkatastrophen, zum Beispiel die Hitzewellen von 2018 und 2019, Terroranschläge wie in Halle oder Hanau oder aktuell die Corona-Pandemie. Diese Ereignisse hätten gezeigt, dass ein Warnsystem wichtig sei.

Gibt es eine allgemeine Empfehlung, wie man sich im Ernstfall verhalten soll?

Das BBK sagt dazu: „Mit jeder Warnung erhalten Sie in der Regel Informationen zur Gefahr und Empfehlungen, was Sie zu Ihrem Schutz tun können. Generell gilt: Bewahren Sie Ruhe, informieren Sie sich über die Medien und unterrichten Sie gegebenenfalls Ihre Nachbarn.“

Neben aktuellen Warnungen sind unter www.bbk.bund.de (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) wichtige Verhaltensregeln und Tipps zum richtigen Handeln bei Katastrophen zusammengefasst.

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek

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