Bundesverdienstkreuz für gebürtige Hammerin

Margarete Schröer wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt. ▪
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Margarete Schröer wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt. ▪

HAMM/ORTENBURG ▪ Zum Altwerden hat Margarete Schröer (70) keine Zeit. Die Hammerin, die seit 1995 im niederbayerischen Ortenburg lebt, hat ihr ganzes Leben der Betreuung und Erziehung von Pflegekindern gewidmet. Jetzt wurde ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft und „Mütterlichkeit“ mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland im Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern in Landshut gewürdigt. „Es macht Spaß, mit Kindern umzugehen, dabei bleibt man jung und kann gleichzeitig den jungen Menschen noch einen Start ins Leben geben“, sagte Schröer im WA-Gespräch bescheiden.

In seiner Laudatio stellte Staatsminister Helmut Brunner heraus: „Ihre Verdienste besitzen einen hohen Stellenwert. Durch Ihr langjähriges umfassendes Wirken, vor allem auch im Hinblick auf behinderte Pflegekinder, haben Sie ein hohes Maß an sozialem und persönlichem Engagement bewiesen.“ Dabei war es Margarete Schröer nicht in die Wiege gelegt, sich um „fremde Kinder“ zu kümmern, hat sie doch selbst Tochter und Sohn, heute erwachsen, pflegte aufopferungsvoll ihre Mutter und ihren dementen Vater und war auch beruflich engagiert.

Sie kam 1940 in Braam-Ostwennemar am Niliesberg zur Welt, besuchte Grund- und Hauptschule in Werries und ließ sich dann in der ländlichen Hauswirtschaft ausbilden. „Aber das war nicht mein Ding“, erzählt sie. Später arbeitete sie im Haushalt, war Kassenaufsicht in der Kaufhalle in Hamm, hatte eine Heißmangel in Werries und ließ sich zur Bürokauffrau umschulen. Als ihre Eltern krank wurden, stand für Schröer fest: „Ich bleibe Zuhause, um mich um meine Familie zu kümmern.“ 1958 hatte sie geheiratet, 1959 und und 1964 kamen ihre Kinder zur Welt. Kurzzeitig hatte Margarete Schröer trotz ihrer vielen Arbeit immer wieder Pflegekinder bei sich aufgenommen. 1978 kam Marcel, ein behinderter Junge, der heute noch bei ihr lebt und der sie voll als Mutter anerkannt hat.

Bei einer Kur zum Jahreswechsel 1988/89 in Bad Füssing stellten sich die Lebensweichen für Margarete Schröer neu. Als ihr der Posten einer Hausdame angeboten wurde, griff sie zu, denn ihre Ehe stand vor dem Aus. Ihre Kinder rieten ihr: „Mach‘ den Schritt jetzt, vielleicht ist es irgendwann zu spät.“ Und natürlich war Marcel dabei.

Im Laufe der Jahre – sie war 1991 nach Ortenburg umgezogen – stand sie immer wieder dem Kreisjugendamt Passau als Pflegeperson zur Verfügung. Sie hatte nicht nur selbst Pflegekinder, sondern engagierte sich auch in Adoptiv- und Pflegeelterngruppen und ist eine überaus geschätzte Ratgeberin.

Als das Hammer Forum die kleine Ala in Aschau in einer Klinik operieren ließ, war es für Margarete Schröer selbstverständlich, sich auch hier zu engagieren. „So stehe ich immer noch mit dem Hammer Forum in Kontakt und werde auch weiter helfen, wenn ich gebraucht werde.“ ▪ ms

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