Ärger wegen Plakaten

AfD ätzt gegen Wahlplakat-Frühstart anderer Parteien - Stadt bleibt entspannt

Die „Wesselmänner“ werden zumeist zentral für alle Parteien zusammen aufgebaut. Für die kleineren Plakate sind die Vertreter vor Ort zuständig.
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Die „Wesselmänner“ werden zumeist zentral für alle Parteien zusammen aufgebaut. Für die kleineren Plakate sind die Vertreter vor Ort zuständig.

Einen Frühstart in den Wahlkampf zur Bundestagswahl haben am Wochenende gleich mehrere Parteien hingelegt. Dafür gibt es Kritik, aber auch Verständnis.

Hamm – Schon am Samstag lächelten die Papp-Versionen von SPD-Kandidat Michael Thews und CDU-Pendant Arnd Hilwig von etlichen Laternenmasten den Autofahrer entgegen. Auch Bilder ihrer Spitzenkandidaten waren zu sehen. Spätestens am Sonntag hingen dann auch erste Plakate von FDP und Grünen. Dabei durften die Werbeschilder für die Wahl am 26. September eigentlich erst am Montag aufgehängt werden.

Wahlplakate in Hamm: AfD spricht von Wettbewerbsverzerrung

Wettbewerbsverzerrung und ein hastiges Ergaunern von lukrativen Werbeplätzen warf deshalb jetzt die AfD den anderen Parteien vor. Entspannter sieht die Stadt den Frühstart in Sache Wahlwerbung. „Wir werden das nicht direkt sanktionieren, sondern noch einmal auf die Parteien zugehen und daran erinnern, wann der Friststart ist“, erklärte Stadtsprecher Lukas Huster auf WA-Anfrage. Auch bei vorangegangenen Wahlen hätten Parteien schon am Wochenende plakatiert.

„Menschlich kann man das verstehen. Das sind ja zumeist Ehrenamtler, die da am Wochenende unterwegs sind und nicht nicht extra Urlaub nehmen.“ Grundsätzlich habe die Fristsetzung funktioniert, niemand sei groß ausgerissen und habe schon in der vergangenen Woche die Wahlwerbung aufgehängt. „Trotzdem werden wir darauf hinweisen, dass sich alle daran zu halten haben, wann es losgeht.“

Frühstart im Wahlkampf: Parteien argumentieren unterschiedlich

FDP-Chef Ingo Müller folgte der Argumentation Husters. „Ich bin da relativ tiefenentspannt. Wir haben die Plakate am Sonntag aufgehängt, weil wir Montag arbeiten mussten. Schließlich sind wir alle nur ehrenamtlich unterwegs“, sagte er.

Wolfgang Ruthe, der Kreisverbandssprecher der Grünen, erklärte, seine Partei habe mit Blick auf die Frist bewusst erst ab 22 Uhr am Sonntagabend und in der Nacht die Wahlplakate angebracht. Dass auch ein Großflächenplakat der Grünen – ein sogenannter „Wesselmann“ – ebenfalls schon früher stand, liege nicht in der Verantwortung der Partei vor Ort. Tatsächlich werden die überdimensionalen Plakate aller Parteien zumeist zentral von der Firma Wesselmann aufgestellt, die in Deutschland absoluter Marktführer für diese Großformate ist.

Im SPD-Unterbezirk seien die Plakate am Freitagabend an die Verteiler ausgegeben worden, sagt Geschäftsführer Florian Westerwalbesloh. „Ich glaube in Anbetracht der vielen Laternen wird jeder seinen Platz finden. Die Menge der Plakate ist auch deutlich geringer als bei der Kommunalwahl“, so Westerwalbesloh. „Niemand wird da diskriminiert.“

Die CDU sei schlicht davon ausgegangen, dass ohnehin bereits am Wochenende plakatiert werden dürfe, erklärte Kreisverbandsgeschäftsführer Werner Thies.

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