Bürgergemeinschaft kämpft weiter für Weetfeld

WEETFELD ▪ „Dranbleiben wie ein Terrier“, dafür stehe die Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft, stellte Pfarrer Matthias Eichel bei der Begrüßung der knapp 40 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus der Friedenskirche fest. Seit zehn Jahren kämpft der Verein gegen das geplante Industriegebiet „Inlogparc“. In dieser Zeit habe die Gemeinschaft ein Zeichen für Beharrlichkeit und Kontinuität gesetzt, so Eichel.

Diese Konstanz spiegelt sich auch im Vorstand wider: Seit Bestehen der Gemeinschaft habe es nur ein, zwei Veränderungen gegeben, sagte der 1. Vorsitzende Rudolf Franke-Herold. Dass die Mitglieder auf ihren Vorstand bauen und auch die bevorstehenden Jahre mit ihm angehen wollen, machten die Wahlen deutlich, bei denen Franke-Herold, sein Vertreter Heinz Haeske, Schatzmeister Helmut Wind sowie Schriftführerin Elke Herold in ihren Ämtern von den Wahlberechtigten bestätigt wurden.

Dass man genauso aktiv und mit Einsatz die Ziele weiterverfolgen wolle, machte der 1. Vorsitzende deutlich: „Wir sind früher voller Tatendrang gewesen und sind es jetzt auch“, sagte er. Von den 1999 veranschlagten 280 Hektar Fläche für den Inlogparc sei heute nicht mehr die Rede, so Franke-Herold. „Übrig sind nicht einmal mehr zehn Prozent. Das ist ein großartiger Erfolg und ein klares Zeichen dafür, dass sich bürgergemeinschaftliches Engagement lohnt.“

Im Dezember stand für die Bürgergemeinschaft ein bedeutender Moment an, als sie nach Akteneinsicht fristgerecht Klage gegen den Bebauungsplan beim Oberverwaltungsgericht Münster einreichte. „Wir haben damit deutlich gemacht, dass wir bereit sind, unser Vorhaben durchzuziehen“, so Franke-Herold. In zwei bis drei Jahren wisse man aber erst Bescheid, was die Klage ergeben habe. Dennoch bewirke sie, dass es so etwas wie Planungssicherheit für das Industriegebiet nicht gebe, führte der Vorsitzende aus. „Jedes Jahr, in dem keine Ansiedlung stattfindet, ist ein Gewinn für Mensch und Natur.“

Die Feststellung, dass die Klage keine aufschiebende Wirkung habe, sorgte bei den Mitgliedern für Erregung. Sollten sich in der Zwischenzeit Firmen ansiedeln wollen, müsse die Möglichkeit überprüft werden, ob gegen die Baugenehmigungen geklagt werden könne, sagte Franke-Herold.

Musikalisch begleitet wurde die Versammlung von Henrik Perlbach, der am Klavier unter anderem Beethovens „Mondscheinsonate“ vortrug. ▪ gri

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