Neue Laternen in Hammer Straßen

Bürger sauer: Nicht informiert, zahlen müssen sie trotzdem

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Die neue Beleuchtung sorgt für Kritik bei den Anwohnern des Landwehrwegs im Hammer Norden.

Hamm-Norden/Herringen - „Der Bürger zahlt, die Stadt spart.“ So lautet die Kritik von Anliegern zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung auf dem Landwehrweg und auf dem Meereweg. Denn die war kostenpflichtig für die Grundstücksbesitzer. Informiert wurden sie im Vorfeld jedoch nicht.

Sechs Leuchten hat die Stadt Hamm im vergangenen Jahr auf dem Landwehrweg ausgetauscht. Gleichzeitig wurden die neuen Leuchten versetzt. Alleine die Stadt profitiere von der Erneuerung der Straßenbeleuchtung durch die Einsparung von Stromkosten bis zu 80 Prozent. Diese Ersparnis sollte an die Grundstücksbesitzer weitergegeben werden, zum Beispiel durch eine Verringerung der Grundsteuer, fordert ein Anlieger, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er stehe mit dieser Kritik nicht alleine da, sagt er.

Die Einsparung sei ein schöner Nebeneffekt, macht Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage des WA deutlich. Doch die Erneuerung der Straßenbeleuchtung sei schon alleine aus dem Grund notwendig gewesen, weil es keine Ersatzteile mehr für die 60 Jahre alten Straßenlaternen gebe. Bei einer Erneuerung nehme man dann natürlich die energiesparendste Variante.

Man sei im Vorfeld nicht darüber unterrichtet worden, dass die Maßnahme stattfindet und dass dafür auch Anliegerbeiträge fällig werden, bemängelt der Anwohner weiter. Ausdrücklich teilt die Verwaltung dort mit, dass die Anwohner bei „kleineren Baumaßnahmen“, wie Erneuerung der Fahrbahn und der Straßenbeleuchtung, schriftlich informiert würden, insbesondere über die Gesamtkosten und den Finanzierungsanteil der Anlieger. Das sei in diesem Fall jedoch nicht erfolgt, sagt der Anlieger.

„Es gab keine Information. Das ist richtig“, räumt Stadtsprecher Herberg ein. „Das ist uns wahrscheinlich durchgegangen“, sagt er. Woran das lag, sei jetzt nicht mehr herauszufinden. Eigentlich würden die betroffenen Anlieger im Vorfeld unterrichtet, und man wolle alles tun, um das in Zukunft wieder zu leisten, sagt er.

80-prozentige Kostenbeteiligung

Auch am Meereweg in Pelkum sind neue Straßenlaternen aufgestellt worden.

Betroffen sind auch Anwohner des Meerewegs in Pelkum, wo vor wenigen Tagen damit begonnen wurde, drei der alten Straßenleuchten auszutauschen. Wie Detlev Bensch, Vorsitzender der dortigen Siedlergemeinschaft, berichtete, müssten alle Anwohner zahlen, die bis zu 50 Meter von einer neuen Laterne entfernt ihre Grundstücke haben. Bei einer rund 2000 Euro teuren Leuchte und einer 80-prozentigen Kostenbeteiligung kämen da schnell mehrere hundert Euro für einzelne Anwohner zusammen.

Was auch Bensch aber besonders ärgert: Von Seiten der Verwaltung habe es im Vorfeld keinerlei Informationen gegeben. „Sie hätte uns wenigstens darauf hinweisen müssen, dass da Kosten auf die Anwohner zukommen“, so Bensch, der gleichzeitig Vorsitzender des Kreisverbandes Hamm im Verband Wohneigentum ist. Grundstückseigentümer, die dem Verband angeschlossen sind, erwägten eine Klage und wollten Widerspruch gegen die Kostenbeteiligung einlegen.

Dass die Anlieger über diese Maßnahme nicht informiert wurden, hat allerdings seinen Grund: Denn bei dem in dieser Woche erfolgten Austausch von drei Laternen aus den 1960er Jahren handelt es sich nur um den ersten Bauabschnitt.

Im Laufe des Jahres werde man, so Stadtsprecher Tom Herberg, auf dem Meereweg noch bis zu vier weitere neue LED-Laternen aufstellen. Die jetzigen Leuchten seien 65 Meter voneinander entfernt. Das sei aber nicht mehr zeitgemäß, sagte er. Im Vorfeld dieser Maßnahme werde man die Anwohner anschreiben und darüber informieren, was durch den Austausch beziehungsweise die Erneuerung der Laternen auf sie zukommen wird.

Weitere Straßenlaternen geplant

Für das Jahr 2019 hat die Verwaltung im Stadtbezirk Bockum-Hövel auch die Erneuerung der Straßenbeleuchtung auf der Radbodstraße, dem Nordenstiftsweg und der Warendorfer Straße angekündigt. Gegebenenfalls könnten noch weitere Straßen hinzukommen, teilte der Stadtsprecher mit. Die Erneuerung der Beleuchtung auf dem Landwehrweg war erforderlich geworden, weil die alten Laternen aus dem Jahr 1958 stammten und verschlissen waren.

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