Vegan-Koch und Corona-Leugner

Bücher von Attila Hildmann auf roter Liste? Das sagen Anbieter

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Bekannt wurde Attila Hildmann mit veganen Kochbüchern. Inzwischen ist er zum Helden der Verschwörungszene geworden.

Einst wurde der heute umstrittene rechtsradikale Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann mit Kochbüchern bekannt. Und die gab es natürlich auch in Hamm zu leihen und zu kaufen. Wir wollten wissen, ob die hiesigen Anbieter diese wohl am liebsten los würden.

  • Attila Hildmann ist seit der Coronavirus-Pandemie mit rechtsradikalen Verschwörungstheorien aufgefallen.
  • Zuvor ist der Koch aus Berlin mit veganen Koch- und Fitnessbüchern zum Bestseller-Autoren geworden.
  • Anbieter aus Hamm haben sich nun zu seinen Büchern in ihren Regalen geäußert.

Hamm – Der Schutz derNatur und des (tierischen) Lebens auf der einen Seite, Verschwörungstheorien, rechtsradikale und antisemitische Einstellungen auf der anderen: Wie das zusammengehen kann, zeigt Attila Hildmann auf erschreckende Weise.

Der 39-jährige Berliner ist Bestseller-Autor veganer Kochbücher; sein jüngstes ist 2016 erschienen. Mittlerweile macht Attila Hildmann als rechtsradikaler Aggressor von sich reden, gegen den Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermitteln, nachdem er gegen Personen des öffentlichen Lebens Folter- und Todesandrohungen ausgesprochen haben soll. 

Die Bücherkette Hugendubel (etwa 150 Filialen in Deutschland) bietet keine Hildmann-Bücher mehr an, schickt Bestände an den Verlag zurück. Auch Supermärkte distanzieren sich auf diese Weise von dem Mann. Zu krude und gefährdend sind seine Ansichten.

Die Nutzer der Hammer Stadtbüchereien mögen das kaum glauben, wenn sie Hildmanns Bücher mit seinem – damals noch harmlos wirkenden – Konterfei aus den Regalen ziehen. Zehn Titel sind in dem Hammer Kulturinstitut verfügbar – und das soll sich nach Auskunft der stellvertretenden Institutsleiterin Gisela Köhler auch nicht ändern, auch wenn sie persönlich über Hildmanns aktuelle Gesinnung erschrocken ist: „Unser Haus ermöglicht freien Zugang zu Informationen jedweder Art, solange darin keine strafrechtlich relevanten Dinge thematisiert werden, oder wenn darin unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Abrede gestellt wird.“

Hildmann-Bücher "seit Jahren" nicht nachgefragt

Bei Buchhändlerin Margret Holota wurden Hildmann-Titel „seit Jahren“ nicht nachgefragt, teilte sie auf WA-Anfrage mit. Sie seien zwar vereinzelt noch lieferbar, aber der Becker-Joest-Volk-Verlag, in dem seine Titel erschienen sind, habe sich bereits 2015 von ihm gelöst.

Auch Buchhändlerin Luise Harms hat Hildmann-Titel nicht vorrätig, sie würde sie aber auf Kundenwunsch bestellen, denn: „Ich bin kein Zensor.“ Sie geht davon aus, dass mündige Bürger selbst ein politisches Bewusstsein haben und entscheiden, wen sie unterstützen wollen und wen nicht. Sie verkaufe Bücher, solange es sich nicht um rechtsradikale Inhalte oder indizierte Schriften handelt.

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