Buchsbaum-Kahlschlag in Hamm: Auch Kirchen klagen

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Seit einigen Jahren bereitet sich auch in Hamm das Buchsbaum-Triebsterben aus.

Hamm  - Fast alle Buchsbäume in Hamm sind dem Zünsler zum Opfer gefallen. Nun sind die Sträucher kaum noch zu bekommen – und fehlen in den Ostergottesdiensten.

Für Hobbygärtner ist der Buchsbaumzünsler das Feindbild schlechthin: Die Schmetterlingslarve frisst die Gewächse kahl und hat sie inzwischen aus zahlreichen Gärten verdrängt. Im Fachhandel gibt es die Sträucher deshalb nur noch bedingt. Und das wird zum Problem für die Kirche: Bisher war der Buchsbaum zur Osterzeit fester Bestandteil der Gottesdienste. Die ersten Gemeinden sehen sich bereits nach Ersatz um.

Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. Erinnert wird an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo die Einwohner ihm mit Palmblättern zujubelten. Da Palmen in unseren Breiten eher selten zu finden sind, griff man in katholischen Gemeinden gerne auf den Buchsbaum zurück.

Die Gläubigen konnten Sträußchen im Gottesdienst segnen lassen und mit nach Hause nehmen, wo die Pflänzchen dann über Monate Kreuze oder Heiligenbilder zierten.

Buchbaumzünsler

In manchen Gemeinden bringen die Gottesdienstbesucher den Buchsbaum selbst mit. Im Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten besorgten dagegen bisher die Gemeinden das Grünzeug. Und damit sei es jetzt vorbei, sagt Pfarrer Bernd Mönkebüscher. Man komme einfach nicht mehr an den Buchsbaum heran.

In Gartencentern ist die Pflanze tatsächlich nicht mehr selbstverständlich: Der Verkauf lohne sich nicht mehr, heißt es auf WA-Anfrage in einem Hammer Betrieb. Ein anderer führt die Pflanze zwar noch, die Nachfrage sei aber zurückgegangen.

Der Buchsbaum stirbt - das sind gute Alternativen

Im Hammer Osten bittet man die Gläubigen nun per Pfarrbrief, am Palmsonntag Palmzweige mitzubringen. Dabei sagt Mönkebüscher, dass sich der Buchsbaum nur eingebürgert habe, weil es mit den Palmzweigen so schwierig sei. Tatsächlich: In den Gartenmärkten gehören Palmzweige nicht zum Programm.

Drohen also Gottesdienste ohne Buchsbaum und Palmzweige? In der Pfarrei St. Franziskus von Assisi im Hammer Süden sieht Pfarrer Ralf Dunker die Lage nicht so dramatisch: Mitbringen dürften die Gläubigen Zweige jeglicher Art. In den Kindergärten würden überdies Palmstöcke mit bunten Bändern gebastelt.

Alternativen für Aschermittwochskreuz

Mit dem Palmsonntagsgottesdienst endet das Buchsbaumproblem übrigens nicht. Dem Brauch zufolge verbrenne man die alten Buchsbaumsträußlein zur Karnevalszeit, sagt Dunker. Mit der Asche zeichne man dann am Aschermittwoch das Kreuz auf die Stirn der Gläubigen. Doch auch das dürfte mit anderen Zweigen funktionieren.

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