Brutaler Überfall auf Spielhalle: Angeklagte nach Urteil erleichtert

Diese Spielhalle auf der Wilhelmstraße war im Mai 2020 überfallen worden.
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Diese Spielhalle auf der Wilhelmstraße wurde im Mai 2020 überfallen.

Im Prozess um den brutalen Überfall auf eine Spielhalle in Hamm hat das Dortmunder Landgericht die Urteile gesprochen. Beide Angeklagten und ihre Familien konnten erleichtert aufatmen.

Dortmund/Hamm - Die beiden 23 und 24 Jahre alten Freunde hatten gleich am ersten Tag volle Geständnisse abgelegt und sich für ihre Tat entschuldigt. Dieser Umstand, und vor allem auch die Tatsache, dass sie die beiden Opfer finanziell entschädigt hatten, wurde von den Richtern nun äußerst strafmildernd bewertet. Die jungen Männer hatten die Spielhalle an der Wilhelmstraße am 24. Mai überfallen.

Mit den verhängten Haftstrafen von drei Jahren und zehn Monaten beziehungsweise vier Jahren können beide mehr als zufrieden sein. Der Unterschied erklärt sich damit, dass der 23-Jährige bereits wegen Raubes vorbestraft war.

Urteil nach Überfall auf Spielhalle: Haftbefehle außer Vollzug

Richtig erleichtert schauten die Angeklagten und ihre Familien dann, als die Vorsitzende Richterin Kerstin Paschke einen weiteren Beschluss verkündete: Beide Haftbefehle wurden außer Vollzug gesetzt. Das bedeutet, dass die Angeklagten noch am Montag nach Hause zu ihren Familien durften und für den Rest der Haftstrafe erst in einigen Wochen wieder zur Verfügung stehen müssen.

In ihrem letzten Wort vor der Urteilsberatung hatten die Angeklagten noch einmal um Verzeihung gebeten. „Ich wünschte, ich könnte alles ungeschehen machen, es tut mir von Herzen leid“, hatte der 24-Jährige den Richtern mit in die Beratung gegeben. Und sein Freund ergänzte: „Ich entschuldige mich auch bei meiner Familie. So was geht überhaupt nicht.“

Urteil nach Überfall auf Spielhalle: ziemlich brutales Vorgehen

Bei dem Überfall am 24. Mai hatten die Täter die anwesende Spielhallen-Aufsicht und einen Kunden brutal getreten, geschlagen und mit einem Messer bedroht. Dann hatten sie mehr als 760 Euro Bargeld aus der Kasse genommen und die beiden völlig verängstigten Opfer im Raucherbereich im Innenhof der Spielhalle eingesperrt.

Die Angestellte der Spielhalle hatte vor Gericht zwar das von den Angeklagten bereitgestellte Schmerzensgeld von 4500 Euro, nicht aber die Entschuldigung der Männer angenommen. „Sie hätte ja auch einfach nur das Geld nehmen können, sie mussten mich nicht so schlagen“, hatte die Frau erklärt.

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