Energische Bankkundin rettet fast 30.000 Euro

Brutaler Raubversuch vor Heessener Volksbank kein Zufall

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In Dortmund war Prozessauftakt gegen ein mutmaßliches Räuber-Trio aus Hamm.

Hamm/Dortmund – Wegen eines brutalen Raubversuchs auf eine Tankstellenangestellte aus Heessen stehen drei junge Männer aus Hamm vor dem Dortmunder Landgericht.

Nach einem gemeinsam gefassten Plan soll das Trio ihrem ahnungslosen Opfer vor der Volksbank-Filiale an der Amtsstraße aufgelauert haben, um es zu berauben. Als die Angestellte mit fast 30.000 Euro Wochenendeinnahmen in einem Stoffbeutel vor der Bank erschien, soll der mutmaßliche Haupttäter aus dem Auto gestürmt sein und versucht haben, ihr den Beutel zu entreißen. Um ihren Widerstand zu brechen, schlug der 21-jährige laut Anklage der Frau ins Gesicht und stieß sie zu Boden.

Tatsächlich jedoch misslang der Raubversuch, weil es der couragierten Angestellten gelungen war, den Beutel mit dem wertvollen Inhalt in den Vorraum der Bank zu werfen. Schnell ergriff der gescheiterte Räuber die Flucht, als zwei Bankangestellte der Kundin zu Hilfe eilten.

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Passantin mit Pfefferspraydose bedroht

Auf seiner Flucht bedrohte er mit einer Pfefferspraydose eine Passantin, die ihn auf dem Fahrrad verfolgt hatte. Im Auto flüchtete dann das erfolglose Trio, wurde Wochen später festgenommen.

Zum Prozessauftakt zeigten sich alle drei Männer geständig. Rechtsanwalt Mathias Meyer, der den eigentlichen Haupttäter verteidigt, betonte, dass die Tat seinem Mandanten außerordentlich leid tue. Er werde sein gespartes Geld und Zuwendungen seiner Verwandten nehmen, um der überfallenen Frau ein angemessenes Schmerzensgeld von 1000 bis 1500 Euro zu zahlen, habe jetzt im Gerichtstermin bereits 500 Euro in bar dabei.

Bis zu vier Jahre Strafe für Haupttäter möglich

Wichtig sei ihm, dass er niemals vorgehabt habe, die im übrigen leere Pfefferspraydose einzusetzen. Auf seiner Flucht habe er aus Angst die Dose der Radfahrerin lediglich vorgezeigt.

In einem Rechtsgespräch zwischen Richtern, Verteidigern und Staatsanwaltschaft wurde versucht, die im Raum stehenden Strafen für den versuchten Raub auszuloten. Die Staatsanwaltschaft hält eine Strafe von drei bis vier Jahren für den Haupttäter für angemessen, seine beiden Komplizen sollen zu Freiheitsstrafen von zwei bis drei Jahren verurteilt werden.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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