Täter ist drogenabhängig

Brutaler Raub: Mann muss nach Straftaten-Serie lange ins Gefängnis - oder doch nicht?

Zwei Männer wurden von dem 25-Jährigen aus Hamm verletzt - einer von ihnen schwer.
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Zwei Männer wurden von dem 25-Jährigen aus Hamm verletzt - einer von ihnen schwer (Symbolbild).

Mit einer Serie von schweren Straftaten hat ein 25-jähriger Mann aus Bockum-Hövel für die nächsten Jahre einen Stammplatz hinter Gittern gebucht. Trotz der verhängten hohen Haftstrafe gab das Dortmunder Landgericht dem jungen Mann aber auch noch eine Perspektive.

Dortmund/Hamm – Um an Geld für Drogen zu gelangen, war dem Angeklagten offensichtlich fast jedes Mittel recht. Führten Drohungen und Einschüchterungen nicht zum gewünschten Erfolg, schreckte er auch vor dem Einsatz brutaler Gewalt nicht zurück.

Zum Beispiel am 12. September 2019. Zusammen mit zwei Komplizen drang er in die Wohnung eines Bekannten an der Adlerstraße ein und schlug dem Mann sofort ins Gesicht. Dann zwang er das Opfer dazu, ihn zum Geldautomaten der Spadaka Bockum-Hövel zu begleiten. Um 22.56 Uhr hob der völlig verängstigte Mann dort 1.000 Euro ab und gab das Geld sofort den brutalen Räubern.

Gehirnerschütterung, Platzwunde: Mann mit Schlägen schwer verletzt

Fast auf den Tag genau ein Jahr später verübte der 25-Jährige einen ganz ähnlichen Überfall auf einen anderen Bekannten in Bockum-Hövel. Dabei wurde das Opfer sogar so schwer verletzt, dass es mit einer Gehirnerschütterung und Platzwunden am Kopf im Krankenhaus behandelt werden musste. Das geraubte Samsung-Handy machte der Angeklagte kurz darauf auf dem Schwarzmarkt zu Geld.

Wann immer der 25-Jährige in den vergangenen Jahren ein bisschen Bargeld in der Tasche hatte, setzte er es kurz darauf auch schon wieder in Drogen zum. Marihuana und Amphetamin sollen seine täglichen Begleiter gewesen sein. So hat es der Angeklagte jedenfalls den Richtern und auch einem psychiatrischen Sachverständigen erzählt.

Mann bekommt Chance auf Drogentherapie

Der gab im Prozess dann auch eine ganz klare Empfehlung ab: Der junge Mann müsse die Chance zu einer umfassenden Drogentherapie bekommen. Denn ohne Behandlung würde er nach jeder Haftentlassung sofort wieder rückfällig werden. Und dann würde der Teufelskreislauf aus Geldnot, Straftaten und erneuter Inhaftierung ganz sicher von vorne beginnen.

Die Richter schlossen sich dieser Bewertung an. Und so kommt es, dass der 25-Jährige trotz der verhängten Haftstrafe von insgesamt acht Jahren und acht Monaten eine begründete Aussicht auf Besserung seiner Lebenssituation besitzt.

„Nur noch“ ein Jahr und zehn Monate im Gefängnis?

Laut Urteil muss er nämlich „nur noch“ ein Jahr und zehn Monate im Gefängnis absitzen. Danach wechselt er in eine geschlossene Entziehungsklinik, wo er mindestens zwei Jahre lang intensiv betreut werden soll.

Absolviert er die dortige Therapie erfolgreich, könnte schon dann der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

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