Attacke in der Hohe Straße

Brutaler Tod in Stadtmitte: Hammer soll lange büßen

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Hier starb das Opfer. Das Bild zeigt die Ermittler bei der Spurensuche.

Hamm/Dortmund - Wegen Totschlags an einem Freund und Geschäftspartner soll ein Hammer für zwölf Jahre ins Gefängnis.

Diese Strafe fordert Staatsanwältin Sanda Lücke nach Abschluss der mehrwöchigen Beweisaufnahme vor dem Dortmunder Schwurgericht. Verteidiger Nils Schiering aus Hamm plädierte für seinen Mandanten auf Freispruch, da es aus seiner Sicht Zweifel an dessen Täterschaft gibt.

Die Vertreterin der Anklage zeigte sich jedoch von der Schuld des Angeklagten an dem brutalen Tod seines gleichaltrige Opfers überzeugt. Aus Wut darüber, dass er immer wieder wegen ausstehender Geldzahlungen hingehalten worden war, habe er in der Tatnacht bei einem Zusammentreffen in einem Hinterhof an der Hohen Straße zu einem zufällig herum liegenden Ziegelstein gegriffen und sein Gegenüber mit mehreren wuchtigen Schlägen gegen den Kopf getötet.

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"An Tötungsabsicht besteht kein Zweifel"

„An der Tötungsabsicht besteht keinerlei Zweifel, auch hatte der Angeklagte weder Alkohol noch Drogen konsumiert. Er wusste genau, was er tat“, erläuterte Lücke ihren Strafantrag. Auch das Spurenbild am Tatort und der Kleidung des Angeklagten spreche eine eindeutige Sprache. Hier seien nicht nur Schleifspuren analysiert worden, sondern auch Spritzspuren, die durch die massiven Verletzungen im Verlaufe der Tat entstanden seien.

Der Angeklagte selbst hatte angegeben, dass er den sterbenden in seinem Blut liegend gefunden habe. Beim Herumdrehen des Körpers habe er sich die Blutspuren an Jacke und Hose zugezogen.

Tötungsdelikt in der Hammer Stadtmitte

Angeklagter verzichtet auf Kommentar

Aus Sicht von Verteidiger Schiering ist das Spurenbild nicht eindeutig mit der Täterschaft des Hammers zu erklären. Auch sei das mögliche Motiv nicht überzeugend. Der Getötete habe bereits seit längerem Schulden bei seinem Mandanten gehabt, auch andere Bekannte aus dem Umfeld des Getöteten hätten Geldforderungen gestellt.

Der Angeklagte selbst verzichtete auf einen letzten Kommentar. Immer wieder hatte er während der Beweisaufnahme und zuletzt auch während des Schlussvortrages der Staatsanwältin missbilligend und wütend mit dem Kopf geschüttelt.

Das Urteil wird am Freitag verkündet.

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