Brummton am Lokal "Kayra" löst sich in Luft auf

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Von außen hat sich an der Abluftanlage wenig geändert, aber der Brummton ist verschwunden.

Hamm - Es war ein Dauerton, der nach Ansicht von Anliegern krank macht. Seit Eröffnung des türkischen Restaurants „Kayra“ an der Südstraße sorgte die Entlüftungsanlage für zweierlei: für Entlüftung und für einen ununterbrochenen, deutlich wahrnehmbaren Brummton.

Für Anwohner der Königstraße war dieser Ton zu den Küchenzeiten der Gastronomie zwischen 16 und 22 Uhr derart unerträglich, dass sie nicht mehr auf ihren Balkonen sitzen wollten. Ordnungsamt und Umweltamt beschäftigten sich mit dem Fall, wurden im Sinne des Interessenausgleichs zwischen Anliegern und Betreiber tätig, und nun herrscht wieder Ruhe und Frieden. Das freut die Anwohner. „Wir wollen nicht nur meckern, sondern umgekehrt auch Rückmeldung geben, wenn sich die Situation gebessert hat“, sagt Renate Dorweiler, die sich durch den Dauerton erheblich beeinträchtigt gefühlt hatte. „Jetzt können wir die verbleibenden Abende wieder draußen genießen.“

Der Brummton am türkischen Restaurant Kayra ist verschwunden.

Die Messungen durch die Stadt Hamm förderten Abweichungen von den erlaubten Höchstwerten zutage, und die waren für die Anlieger von großer Wirkung. Erlaubt sind tagsüber 60 Dezibel (dB) am Gerät selbst und ab 22 Uhr 45 dB. Laut Hersteller hätte der Wert an der Anlage 58 dB betragen sollen. Tatsächlich wurden aber 64 dB gemessen. Die Forschung geht davon aus, dass eine empfundene Verdopplung der Lautstärke etwa einer Pegeländerung zwischen 6 dB und 10 dB entspricht.

Entscheidend für das Hörempfinden und die Belastung ist letztlich aber das, was noch beim Hörer ankommt. Nach Herstellerangaben der Lüftungsanlage hätten dies bei entsprechender Entfernung zu den Wohnräumen und Balkonen etwa 44 dB sein sollen. Zum Vergleich: Laut einschlägigen Tabellen kommt ein Staubsauger in 1 Meter Entfernung mit 70 dB an, ein Fernseher bei „Zimmerlautstärke“ bei gleichem Abstand mit 60 dB, ein Rasenmäher in 10 Meter Entfernung ebenfalls mit 60 dB sowie eine normale Unterhaltung in 1 Meter Abstand mit 40 bis 50 dB. Der reine Wert bei den Anliegern hätte theoretisch also dem eines normalen Gesprächs entsprochen – allerdings einem Dauerquatschen von 16 bis 22 Uhr.

Inzwischen haben die Restaurantbetreiber – auch sichtbar – nachgebessert. „Die Maßnahmen scheinen gefruchtet zu haben“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Am Dienstag seien Mitarbeiter der Verwaltung vor Ort gewesen und hätten neue Messungen durchgeführt. Ergebnis: 56 Dezibel am Gerät, also deutlich weniger als bei der ersten Messung und unter dem Grenzwert, der bis 22 Uhr gilt. Bei den Anliegern kommt es gut an, dass nun kein nervenaufreibender Brummton mehr ankommt.

Lesen Sie hier den Hintergrund:

Anwohner der Südstraße: „Dieser Ton macht aggressiv“

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