Umweg für Radler und Fußgänger an der Fährstraße

Baufällige Brücke auf beliebtem Radweg wird neu gebaut

Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer an der Fährstraße in Hamm-Heessen
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Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer an der Fährstraße wird abgerissen und neu gebaut.

Es ist die vielleicht am meisten von Radlern befahrene Holzbrücke im Bezirk, vielleicht sogar in ganz Hamm – und sie wird ab kommenden Montag gesperrt, abgerissen und neu gebaut. Die Umleitung für Radfahrer und Fußgänger ist ein paar Meter länger, aber er ist wenigstens ganz schön. Abriss und Neubau haben dabei einen Vorlauf von fast genau zwei Jahren.

Hamm - Im Oktober 2018 lenkte die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung den Blick auf den wichtigen Verkehrsweg. Ihre Anfrage ging von Nachfragen der Heessener aus: Bürger hätten sich über den Zustand der Brücke beschwert und die Verkehrssicherheit gerügt, heißt es, insbesondere bei nasser Witterung sei die Holzbrücke nicht mehr verkehrssicher befahrbar und es sei bereits zu Unfällen gekommen. Frage: „Ist nach der Einschätzung der Stadtverwaltung die Holzbrücke derzeit verkehrssicher befahrbar?“

„Das Bauwerk ist verkehrssicher“, meißelte die Verwaltung in Stein und beschrieb die zwei bis drei Mal vorgenommene Prüfung und Wartung der Brücke – räumte aber auch ein, dass bei Nässe Rutschgefahr bestehe. Und schob die Verantwortung den Radfahrern zu: Die Beschilderung, die auf die Gefahr winweise, sei „durch den Verkehrsteilnehmer zu beachten.“ Und: „Der Verkehrsteilnehmer muss seine Fahrweise an die bestehenden Bedingungen anpassen.“ Der letzte Satz der Verwaltung hätte man man da aber doch als Anerkennung eines Handlungsbedarfes lesen können: „Darüber hinaus wird die Erneuerung des Bauwerkes in die Haushaltsplanung für 2020 eingebracht.“

Brücke ist „stark geschädigt“

Im März diesen Jahres war es so weit, jetzt schätzte die Stadt die Holzbrücke für Radfahrer an der Fährstraße „als stark geschädigt“ ein. Die Längsträger seien „ausgeprägt gerissen“, die Geländer stünden aus dem Lot, seien verbogen und überdies ebenfalls gerissen. Der Bohlenbelag sei durchgehend verwittert und weise ebenfalls Risse auf. Und, siehe da, Warnhinweise reichen nicht mehr: „Durch die Verwitterung der Belagsbohlen kam es infolge der stark rutschigen Oberfläche bereits trotz Warnbeschilderung zu teils schweren Unfällen von Radfahrern.“

Die vorhandene Beschilderung mit Kennzeichnung einer Gefahrenstelle, dass bei Nässe Rutschgefahr besteht, ist durch den Verkehrsteilnehmer zu beachten. Der Verkehrsteilnehmer muss seine Fahrweise an die bestehenden Bedingungen anpassen.

Stellungnahme der Verwaltung im Oktober 2018

Ungünstig auf die Unfallsituation wirkten sich die Breite zwischen den Geländern von zwei Metern und die ungünstige Lage der Brücke im Wegeverlauf aus – das soll heißen: Die Radler müssen in einer Linkskurve auf die Brücke und in einer Rechtskurve wieder herunter, und beide Kurvenbewegungen erhöhen die Gefahr, wegzurutschen. Die Verwaltung kommt zu dem Schluss: Die Brücke ist nicht mehr zu retten.

Durch die Verwitterung der Belagsbohlen kam es infolge der stark rutschigen Oberfläche bereits trotz Warnbeschilderung zu teils schweren Unfällen von Radfahrern.  

Stellungnahme der Verwaltung 16 Monate später

Das Stichwort: Ersatzneubau. Die Stadt plant, das neue Bauwerk in der Lage an den Wegverlauf anzupassen und die Breite zwischen den Geländern entsprechend der gültigen Vorschriften auf vier Meter zu erhöhen. Und das Material Holz ist raus aus den Planungen. Auf Widerlager aus Stahlspundwänden wird ein Überbau aus Stahlträgern errichtet – und darauf kommt ein Belag: GFK-Bohlen. Die Abkürzung steht für „Glasfaserverstärkten Kunststoff“ und hat nichts mit Bäumen zu tun. Spannweite der Brücke: 9,70 Meter. Kosten: 165000 Euro.

Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer an der Fährstraße wird abgerissen und neu gebaut.

Brücke wird ab Montag gesperrt

Am kommenden Montag, 14. September, beginnen die Arbeiten an der Fußgänger- und Radfahrerbrücke direkt an der Fährstraße, die übrigens über den Mühlengraben führt. Diese Stelle ist für die Verkehrsteilnehmer nicht mehr passierbar, und die Stadt hat eine Umleitung gefunden: Sie führt über die Schlossstraße und den Fährweg. Der Fährweg verläuft vom Bootshaus aus unter der Brücke der Fährstraße her Richtung Schloss und die Schlossstraße. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende November abgeschlossen. Für die Dauer der Arbeiten ist der Weg gesperrt.

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