Breitbandausbau im Stadtgebiet: Die Arbeiten gehen voran

Die „Weißen Flecken“ verschwinden immer mehr: Bis Ende des Jahres 2021 sollen alle Gebiete mit schnellem Internet versorgt sein.
+
Die „Weißen Flecken“ verschwinden immer mehr: Bis Ende des Jahres 2021 sollen alle Gebiete mit schnellem Internet versorgt sein.

Nicht nur die Corona-Krise verlangt von der Internetverbindung viel ab. Für viele ist eine stabile und vor allem schnelle Verbindung eine digitale Lebensader. Ohne diese gibt es kein Online-Shopping, kein Homeoffice, keine Streamingdienste wie Netflix und Prime, der digitaler Kontakt zu Familien und Freunden würde abbrechen.

Hamm – Smartphone, Laptop, Fernseher, Computer und Tablet hängen in vielen Familien an einer Leitung und auch Gewerbebetriebe sind immer mehr auf ein stabiles Netz angewiesen, damit die Mitarbeiter auf die Firmenserver zugreifen können. Unter diesen Vorzeichen hat sich die Stadt Hamm bereits vor drei Jahren an der Breitbandoffensive der Bundesregierung beteiligt und 36,4 Millionen Euro Fördergelder akquiriert, um Hamm besser mit schnellem Internet auszustatten. Denn es gab und gibt immer noch „Weiße Flecken“, die nicht mit einer schnellen Breitbandverbindung ausgestattet sind.

Glasfaser als Wirtschaftsförderung: Marc Herter (von links), Christian Hoppe und Ingo Müller sind davon überzeugt.

Rund 3 500 Haushalte, darunter 275 Gewerbebetriebe, wurden zu Beginn der Offensive gezählt. Diese Zahl nimmt immer mehr ab, die ersten Haushalte und Unternehmen in den Glasfasergebieten Herringen, Pelkum und bald auch Rhynern nutzen inzwischen das neue Glasfasernetz, das die Energie- und Wasserversorgung der Stadtwerke gemeinsam mit der Helinet ausbauen. Aktuell können rund 100 Betriebe und 700 Haushalte über eigene Zugänge auf das Netz zugreifen.

Arbeiten gehen gut voran

Nach und nach werden nun die weiteren Kunden aufgeschaltet. Seit März 2020 laufen die Arbeiten für die Erschließung der „Weißen Flecken“ in Hamm. Die Fertigstellung ist für Dezember 2021 geplant. „Die Arbeiten gehen trotz einiger Einschränkungen durch die Pandemiesituation gut voran – der Ausbau ist im Zeitplan“, heißt es von den Stadtwerken. Bis zum Ende des Jahres 2020 konnten etwa 215 Kilometer Glasfaser-Trasse fertiggestellt werden. Dies entspreche etwa der Hälfte des insgesamt zu bauenden Netzes.

Glasfaserausbau als Wirtschaftsförderung

Seit mehr als 30 Jahren ist die Firma C & M Stahl als Spezialist für Handel mit Flachstahl und die Verarbeitung von Stahlblechen bei ihren Kundinnen bekannt. Damit die Kommunikation mit allen schnell und zuverlässig funktioniert, sorgt künftig auch der neue Glasfaseranschluss mit dem Service der Helinet. Geschäftsführer Christian Hoppe freut sich, dass er nun den schnellen Anschluss hat. „Ein gut ausgebautes Netz mit notwendiger Bandbreite gehört zu den wichtigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb des Unternehmens“, sagte er bei einem Ortstermin. Zu dem hatten sich Verwaltung, Stadtwerke, Helinet und Vertreter von SPD und FDP an der Klutestraße getroffen. Oberbürgermeister Marc Herter verstand den Ausbau des Glasfasernetzes als Wirtschaftsförderung: „Zu geringe Bandbreiten können dazu führen, dass Unternehmen abwandern müssen. Die Corona-Lage mit ihrer hohen Homeoffice-Quote verschärft den Bedarf noch. Deshalb freuen wir uns über den erfolgreichen Projektverlauf und darauf, bald auch die restlichen Weißen Flecken mit Glasfaser versorgen zu können.“

Dr. Thomas Vollert, Geschäftsführer der Helinet, sah in den Investitionen einen großen Vorteil. Sie würden sich noch in Jahrzehnten auszahlen. Vollert: „Denn die neue Infrastruktur wird auch die Datenübertragungsanforderungen der Zukunft bewältigen. Selbst wenn wir die Anforderungen von morgen noch nicht kennen, wissen wir heute schon, dass es keine bessere technische Antwort als die Glasfaser geben wird.“

Das Hammer Stadtgebiet wurde für den Glasfaserausbau in sechs Cluster aufgeteilt. Zwei der insgesamt sechs Cluster wurden bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt. „Die Fertigstellung des dritten Teilnetzes im Stadtbezirk Rhynern südlich der A2 ist für Februar/März geplant,“ erklärt Michael Greger, Leiter des Projektes bei der Energie- und Wasserversorgung der Stadtwerke. Die Tiefbauarbeiten konzentrieren sich derzeit auf die Gebiete Braam-Ostwennemar, Osttünnen und Werries und werden in den nächsten Wochen und Monaten in Richtung Uentrop, Heessen und abschließend in den Stadtbezirk Bockum-Hövel verlagert werden. Erst wenn die baulichen Voraussetzungen in den einzelnen Gebieten vorlägen, könne die Helinet mit dem Einbau der Aktivtechnik beginnen, erörterte Greger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare